Orchestrierung setzt ein tiefes Verständnis des Business voraus – Interview mit Confare ImpactAward Nominee Felix Frank

Das Voting für den Confare ImpactAward ist in vollem Gange. Zu diesem Anlass haben wir unsere Nominees zu unserem Interviewformat „Behind the Badge“ eingeladen. Heute im Interivew: Felix Frank (Sodexo).
Wie funktioniert eine Zusammenarbeit zwischen IT und Business? Welche Grundbausteine müssen dafür gelegt werden? Erfahren Sie das – und weitere Erfolgsfaktoren des Nominees im Interview.
Ihre Stimme für die IT ist gefragt! HIER können Sie täglich für Ihre Favoriten beim Confare ImpactAward voten. Verliehen wird der Preis beim Confare CIOSUMMIT in Frankfurt. Freuen Sie sich auf inhaltliche Top-Beiträge von CIOs aus renommierten Unternehmen aus ganz Deutschland. Nähere Infos zum Event finden Sie HIER.
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Felix, du verantwortest bei Sodexo den Bereich TDDI. Was umfasst diese Rolle?
Meine Rolle umfasst die klassische IT-Infrastruktur, Data Streams, Digitalisierung und Innovation. Seit Anfang 2025 bin ich bei Sodexo und in ein sehr erfolgreiches Team gekommen. Gemeinsam arbeiten wir daran, die Organisation weiterzuentwickeln und neue Potenziale zu erschließen.
Du bist für den Confare ImpactAward nominiert. Was bedeutet Impact für dich?
Impact entsteht dann, wenn Technologie konkrete Ergebnisse für das Business liefert. Es reicht nicht aus, neue Technologien einzuführen oder innovative Lösungen zu entwickeln. Entscheidend ist, dass daraus messbare Verbesserungen entstehen – für Mitarbeitende, Kunden und das Unternehmen.
Genau darauf richten wir unsere Arbeit aus. Wir wollen Prozesse verbessern, Mehrwert schaffen und das Business dabei unterstützen, erfolgreicher zu agieren. Die Nominierung sehe ich deshalb vor allem als Anerkennung für die Arbeit unseres Teams.
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Du betonst die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen IT und Business. Wo liegen dabei die größten Herausforderungen?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Business heute sehr offen für Innovationen und AI-Technologien ist. Die Herausforderung liegt weniger im Interesse als vielmehr darin, eine gemeinsame Sprache zu finden und unterschiedliche Anforderungen zusammenzuführen.
Entscheidend ist, Anfragen aus verschiedenen Bereichen zu bündeln, die richtigen Stakeholder an einen Tisch zu bringen und daraus Lösungen zu entwickeln, die tatsächlich Mehrwert schaffen. Dafür braucht es eine klare Zielsetzung und konkrete Anwendungsfälle.
Du beschreibst die IT als Orchestrator für Digitalisierung und AI. Was bedeutet das konkret?
Wir betrachten Anforderungen immer aus der Business-Perspektive. Die zentrale Frage lautet: Wo entsteht Mehrwert?
Unsere Aufgabe besteht darin, Fachwissen, technologische Kompetenzen und Business-Anforderungen zusammenzubringen. Dabei geht es nicht darum, für jede Abteilung eine eigene AI-Lösung zu entwickeln. Viel wichtiger ist es, Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbinden und gemeinsam nutzbare Lösungen aufzubauen.
Orchestrierung bedeutet für mich, die gesamte Wertschöpfung zu betrachten und Investitionen so einzusetzen, dass möglichst viele Bereiche davon profitieren.
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Welche Rolle spielen Daten dabei?
Eine zentrale Rolle. Viele Unternehmen verfügen über historisch gewachsene Systemlandschaften, die auf einzelne Fachbereiche ausgerichtet sind und nur begrenzt miteinander kommunizieren.
Der eigentliche Mehrwert entsteht, wenn Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammengeführt werden können. Erst dann lassen sich neue Erkenntnisse gewinnen und AI-Lösungen sinnvoll einsetzen.
Die technische Herausforderung besteht darin, diese Daten kompatibel zu machen und gemeinsame Strukturen zu schaffen. Dafür haben wir Technologien aufgebaut, die unterschiedliche Datenquellen miteinander verknüpfen und sowohl für AI-Anwendungen als auch für Reporting nutzbar machen.
Wie gelingt der Spagat zwischen stabilem Betrieb und Innovation?
Für mich ist das kein Widerspruch. Eine stabile, sichere und compliant betriebene IT ist die Voraussetzung für jede erfolgreiche Innovation.
AI und Digitalisierung bauen auf dieser Basis auf. Deshalb müssen operative Stabilität und Innovation gemeinsam gedacht werden. Gleichzeitig braucht es eine klare Priorisierung entlang von Geschäftswert, Effizienz und strategischen Zielen.
AI ist kein Selbstzweck. Ohne eine klare Ausrichtung entstehen Lösungen, die technisch funktionieren, aber keinen relevanten Nutzen liefern.
Viele Unternehmen diskutieren derzeit über die Auswirkungen von AI auf Arbeitsplätze. Wie gehst du mit diesem Thema um?
Für uns steht nicht die Rationalisierung im Vordergrund. Wir entwickeln AI-Lösungen, um Mitarbeitende und Kunden zu unterstützen.
Deshalb binden wir die Menschen früh ein, zeigen konkrete Mehrwerte auf und begleiten die Einführung aktiv. Wenn Mitarbeitende erkennen, wie AI sie entlasten und unterstützen kann, steigt die Akzeptanz deutlich.
Ich bin überzeugt: Wir entwickeln AI für Menschen. Für Mitarbeitende. Für Kunden. Nicht für die Technologie selbst.
Welche Veränderungen siehst du dadurch in deiner eigenen Organisation?
Wir treiben einen umfassenden Wandel voran. Durch Standardisierung und gemeinsame Plattformen reduzieren wir klassische Run-Tätigkeiten und schaffen Freiräume für Weiterbildung, Innovation und Business-nahe Arbeit.
Unser Ziel ist es, weniger Zeit für operative Routinen aufzuwenden und stärker als Business Partner zu agieren. Die ersten Projekte zeigen bereits messbare Erfolge. Dadurch wird die Veränderung für alle Beteiligten sichtbar.
Viele Unternehmen führen derzeit neue Tools in hoher Geschwindigkeit ein. Wie gelingt nachhaltige Veränderung?
Der entscheidende Faktor sind die Menschen.
Wir investieren nicht nur in Technologie, sondern auch in Kommunikation, Information und Befähigung. Mitarbeitende müssen verstehen, warum neue Werkzeuge eingeführt werden und welchen Nutzen sie bringen.
Wer Veränderungen erfolgreich gestalten möchte, muss berücksichtigen, wie Menschen tatsächlich arbeiten. Genau dort setzt die Begleitung solcher Veränderungen an.
Welche Entwicklung siehst du für die Rolle der IT in den kommenden Jahren?
Die Rolle der IT hat sich grundlegend verändert. Wir stellen heute nicht mehr nur Systeme bereit.
IT kann Prozesse beschleunigen, skalierbare Lösungen schaffen und Unternehmen dabei unterstützen, schneller und effizienter zu arbeiten. Gleichzeitig bleiben Themen wie Sicherheit, Compliance und Governance zentrale Aufgaben.
Wir haben die Möglichkeit, als Business Driver und Business Enabler zu agieren und damit einen direkten Beitrag zur Wertschöpfung zu leisten. In diese Richtung entwickelt sich die IT in vielen Organisationen bereits heute.


