Bei der IT-Infrastruktur “Klotzen, nicht kleckern!” Auch ein Hochgeschwindigkeitszug muss bremsen, wenn die Schienen nicht passen

by Fernando Ducoing

Infrastruktur ist Commodity. Sie kommt wie Strom aus der Steckdose. Damit will sich niemand mehr gerne befassen. Und in der Welt des Anwenders wird auch tatsächlich alles immer einfacher. Es gibt doch gute Gründe, die Welt der Server, der Connectivity und des Speicherns nicht ganz aus den Augen zu verlieren meint Confare #TopCIO Alexander Wörndl-Aichriedler der Palfinger AG im Interview. Im Zuge der Vorbereitung des in Kürze in Zusammenarbeit mit Bacher-Systems entstehenden Factsheets rund um „Future IT-Infrastructure“ heißt es: Klotzen, nicht kleckern!

Persönlich trifft man Alexander und mehr als 400 weitere hochkarätige IT-Entscheider auf Österreichs größtem IT-Management Treffpunkt, dem Confare #CIOSUMMIT 2021, mit Verleihung des Confare #CIOAward.

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Welche Rolle spielt IT-Infrastruktur für den Erfolg eines Unternehmens in einer Digitalen Welt?

Man kann mit einem Hochgeschwindigkeitszug nicht mit voller Geschwindigkeit fahren, wenn die Gleise/Schienen nicht dafür ausgerichtet sind. Und IT-Infrastruktur zählt nebst anderen Basisthemen zu den Schienen eines digitalen Erfolges. Natürlich sehen User, Kunden und CEOs oft nur die Applikation und das User Interface sowie die darunterliegenden Dinge nicht. Funktionieren diese aber nicht, nützt das beste User Interface bzw. die beste Applikation recht wenig.

Was macht die Zukunftsfähigkeit einer Unternehmens-IT-Infrastruktur wirklich aus? Was ist entscheidend um auch künftigen Business-Anforderungen gerecht zu werden?

Alexander Wörndl-Aichriedler: User InterfaceFür mich gilt hier das Motto: „Klotzen nicht kleckern”. Die Anforderungen an eine IT-Infrastruktur ändern sich im Sinne des Bedarfs oft dermaßen rasant, dass man gut beraten ist, seine Umgebungen von vornherein ausreichend zu dimensionieren. Dies betrifft ja nicht nur Server HW bzw. Storage, sondern auch Switching Komponenten, Netzwerkverbindungen, etc. Engpässe auf Grund falsch verstandener Sparsamkeit können sich hier bald als Boomerang entwickeln. Zudem bildet das „Blech“ vgl. zu anderen Kostentreibern in ICT Budgets zunehmend einen immer geringer werdenden Faktor. Weiters ist man aus meiner Sicht auch in Hinblick auf Sicherheitsanforderungen oft gut beraten HW Replacements ausreichend früh auf dem Radar zu haben. Wenn die ungefähre Nutzungsdauer von HW inkl. entsprechender Support Verträge 5 Jahre beträgt, dann sollte man spätestens nach 3,5 Jahren mit der Ablöseplanung beginnen. Eine exzessive Nutzung von HW über die eigentlichen Service Zyklen hinweg scheint nur auf den ersten Blick Ersparnisse zu bringen.

Was sind die Kriterien um in Zeiten, in denen sich Technologie rasend schnell verändert, Investitionsentscheidungen zu treffen?

Die Planungshorizonte werden in der Tat immer kürzer, und die Anforderungen steigen immer rasanter. Trotzdem sollte den Entscheidungen ein Business Case zu Grunde liegen, ob der Case dann auf 3 oder 5 Jahre gerechnet wird mag für jede Branche/Industrie anders sein. Banken, Versicherungen oder Produktionsunternehmen unterscheiden sich dabei von Start-Ups oder Technologiekonzernen – bis dato ist bei uns intern aber die 5 Jahres Prämisse einer Nutzungsdauer für Back End HW nach wie vor valide und aufrecht, vorausgesetzt die HW ist entsprechend skalier und erweiterbar. Wenn ich ein Storage anschaffe und die Kapazität bei Beginn bereits zu 60% der Vollausbaustufe liegt, sollte ich mir überlegen ob das die richtige Wahl ist. Siehe auch das Motto: „Klotzen, statt kleckern“!

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Wo sind die wichtigsten Handlungsfelder in einer IT-Infrastruktur, wenn es um Automatisierung geht?

  • Skalierbarkeit (Docker, Container, Kubernetes, etc.) – Systeme sollten sich in naher Zukunft automatisch an gestiegene Lastanforderungen anpassen können, ohne großartig manuell eingreifen zu müssen.
  • „always On“ im Sinne von Fehlertoleranz – Failover Mechanismen müssen in Zukunft ohne großes Zutun einfach funktionieren, was vielleicht von außen trivial erscheinen mag, ist in der technischen Ausgestaltung gar nicht so einfach umzusetzen.
  • IoT Systeme werden in Zukunft auch an Infrastrukturkomponenten ganz neue Anforderungen stellen, sei es die schiere Anzahl an Geräten, sei es das Datenvolumen, sei es die zeitliche Toleranz die Systeme in Zukunft bei Übertragungen verkraften bzw. erlauben. Nahe Realtime Aktionen bedürfen eben auch entsprechender Basiskomponenten bzw. Protokollen in den Netzen. Ob jemand derzeit 5G wirklich als Unternehmen in der produzierenden Industrie tatsächlich benötigt ist fraglich, wenn man sich aber eventuell einen unbemannten Kran via Remote Control vorstellt, der eine Palette Ziegel auf ein Haus hebt, können Millisekunden in der Übertragung von Signalen durchaus kritisch sein.

Wie sieht der IT-Betrieb der Zukunft aus?

Der Betrieb wird sich eher an Spezialisten verlagern, sei es durch den Betrieb der Systeme in/aus der Cloud oder an entsprechende Partner.

Jeder muss sich wohl die Frage stellen, welchen Mehrwert es für sein Unternehmen tatsächlich schafft. Wenn ich z. B. ein Storage, Back Up, Switches, 24/7 zu betreiben habe, aber die kritische Masse an Systemen fehlt, um entsprechende Ressourcen 24/7 auszulasten.

Zudem wird die Technologie Vielfalt immer größer und auch damit steigt der Bedarf an Ressourcen. Der IT-Betrieb wird sich eher dahingehend entwickeln, dass derzeit klassische „Sysadmins“ in Zukunft Notifications über Änderungen bei Services lesen und sich Gedanken darüber machen, welche Auswirkungen das auf die Services hat, die man dem User zur Verfügung stellt – im Positiven wie im Negativen. O365 lebt das bereits jetzt im vollen Umfang vor.

Wie schafft man die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Innovationsfähigkeit?

Sind aus meiner Sicht unterschiedliche Dimensionen die man nicht gegeneinander aufwägen sollte. Eventuell birgt auch ein zu starker Fokus oder die Gewichtung auf Innovationsfähigkeit den Seiteneffekt, dass Systeme/Komponenten dann nicht sonderlich stabil laufen.

Das hängt an den Ausrichtungen und dem Risikoappetit der einzelnen Bereiche. Einem Start-Up im Unternehmen ist es wahrscheinlich egal, wenn das ERP mal für ein paar Stunden nicht läuft, in der Produktion oder einem Ersatzteilcenter wäre das wohl eher suboptimal. Was gewinnt ein Unternehmen, das tatsächlich immer an der Technologieführerschaft surft, wenn es gleichzeitig auf Stabilität der Umgebung angewiesen ist? Eine Einführung von SAP S/4 HANA vor 6 Jahren ist wohl eine ganz andere Geschichte, als würde man das heute machen.

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