
Die IT-Landschaft des Jahres 2026 ist geprägt von einer neuen Ernsthaftigkeit bei Investitionsentscheidungen und gleichzeitigem technologischem Reifegrad.
Holger Königstein, Geschäftsführer von Circle8 Deutschland, analysiert im Gespräch, wie Unternehmen durch eine gezielte Steuerung spezialisierter Experten ihre operative Stärke sichern. Als Partner des Confare CIOSUMMIT Wien steht er für den Austausch über resiliente Strategien in hochregulierten Umgebungen von Defense bis Finance bereit. Das Interview zeigt auf, warum die intelligente Orchestrierung von Talenten zum entscheidenden Faktor für die digitale Stabilität wird.
Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung heute dabei, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen?
IT und Digitalisierung sind heute weit mehr als eine unterstützende Funktion – sie sind das Rückgrat von Wirtschaft und Gesellschaft. In Schlüsselbereichen wie öffentlicher Dienst (speziell Verteidigung), Banken- und Versicherungswesen sowie komplexen IT-Landschaften bilden sie die Grundlage für sichere Kommunikation, Zahlungsverkehr, Logistikprozesse und den Betrieb kritischer Infrastrukturen.
IT und Digitalisierung wirken dabei nicht nur stabilisierend, sondern transformativ – als Treiber von Innovation, Effizienz und Vernetzung. Sie ermöglichen neue Geschäftsmodelle, beschleunigen Prozesse und erhöhen Transparenz sowie Sicherheit.
Kurz gesagt: Fällt die IT aus, steht nicht nur ein Unternehmen still – es spürt möglicherweise das ganze Land. Deshalb müssen wir Digitalisierung strategisch denken, resilient gestalten und konsequent weiterentwickeln.
Wie nimmst Du die aktuelle wirtschaftliche Lage wahr und welche Auswirkungen hat sie aus Deiner Sicht konkret auf Investitionen, Prioritäten und Erwartungshaltungen in der Unternehmens-IT?
Wir bewegen uns derzeit in einem wirtschaftlichen Umfeld mit moderatem Wachstum – aber spürbarer Unsicherheit. Die Nachwirkungen der Pandemie, geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise und fragile Lieferketten haben ihre Spuren hinterlassen. Vieles stabilisiert sich, doch das Vertrauen bleibt vorsichtig.
Hinzu kommt die veränderte geldpolitische Lage: Höhere Zentralbankzinsen verteuern Kapital, bremsen Kreditaufnahme und erhöhen die Anforderungen an Investitionsentscheidungen. Geld ist nicht mehr selbstverständlich verfügbar – jede Ausgabe wird deutlich kritischer hinterfragt als noch vor wenigen Jahren.
Für CIOs ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Einerseits stehen Budgets unter Druck, Effizienz und Priorisierung sind wichtiger denn je. Andererseits bleiben die strategischen Kernfelder unverändert relevant – insbesondere Cybersicherheit, die Modernisierung von Kernplattformen sowie der konsequente Ausbau von Daten- und KI-Fähigkeiten. Gerade in unsicheren Zeiten zeigt sich: Digitalisierung ist kein zyklisches Thema, sondern ein langfristiger Wachstumsmotor. Sie steigert Resilienz, schafft Transparenz und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Wer jetzt ausschließlich auf Kostensenkung setzt, riskiert, strategisch an Boden zu verlieren.
Deshalb geht es heute weniger um die Frage ob investiert wird, sondern wo und wie gezielt. Erfolgreiche Organisationen priorisieren Initiativen mit klarem Business-Mehrwert, stärken ihre technologische Basis und bauen gleichzeitig ihre Innovationsfähigkeit aus.
Kurzum: Das wirtschaftliche Umfeld verlangt Disziplin – aber die digitale Transformation bleibt der entscheidende Hebel für nachhaltiges Wachstum.
Diskutieren Sie mit Holger Königstein und weiteren Top-Entscheidern über Cyberresilienz, KI-Skalierung und effizientes Ressourcenmanagement. Treffen Sie Circle8 auf dem Confare CIOSUMMIT Wien – melden Sie sich jetzt an.
Was bedeutet das für Euer eigenes Unternehmen? Wo setzt Ihr 2026 bewusst Schwerpunkte?
Das aktuelle Marktumfeld kommt Circle8 Deutschland entgegen. Unsere Kunden – von Behörden (speziell Verteidigung), Energieversorgern über Handel, Luftfahrt, Telekommunikation bis hin zu Versicherungen – stehen vor einer zentralen Herausforderung: Die Zahl geschäftskritischer Transformationsprojekte wächst schneller als die verfügbaren Fachkräfte und Kompetenzen. Genau hier setzen wir an – wir unterstützen Unternehmen dabei, diese Lücke zu schließen und Projekte erfolgreich umzusetzen.
Genau hier setzen wir 2026 an. Wir bauen gezielt starke, hochspezialisierte Teams in den Zukunftsfeldern Künstliche Intelligenz (KI), Cybersecurity, Cloud und Data Engineering auf – mit besonderem Fokus auf regulierte und sicherheitssensible Umgebungen. Gerade in diesen Bereichen braucht es nicht nur technologische Expertise, sondern auch tiefes Verständnis für Compliance-, Governance- und Sicherheitsanforderungen.
Parallel setzen wir unseren Wachstumskurs konsequent fort – durch starkes organisches Wachstum ebenso wie durch gezielte Unternehmenszukäufe. Dabei investieren wir bewusst in sehr spezifische Kompetenzen, etwa im Bereich sichere Cloud-Architekturen oder angewandte KI, um einen größeren Teil der Wertschöpfungskette unserer Kunden abzudecken und Transformation ganzheitlich begleiten zu können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Ausbau unserer Talentpools – insbesondere für Rollen, die Sicherheitsüberprüfungen oder hochspezialisierte Fachkenntnisse (technisch und fachlicher Qualifikation) erfordern. In einem Markt mit strukturellem Fachkräftemangel ist der Zugang zu qualifizierten Talenten ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
Die geopolitische Unsicherheit der letzten Jahre hat viele Abhängigkeiten sichtbar gemacht. Was braucht es aus Deiner Sicht, damit Europa daraus einen nachhaltigen Innovations- und Digitalisierungsschub entwickelt?
Die vergangenen Jahre haben Europas strategische Abhängigkeiten schonungslos offengelegt – bei Energie, Halbleitern, Cloud-Infrastrukturen, Plattformen und zentraler Software.
Entscheidend ist ein Ansatz, der selektiv und ehrgeizig zugleich ist. Europa muss nicht alles selbst entwickeln. Aber in Schlüsselbereichen die für Sicherheit, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit kritisch sind, brauchen wir dringend eigene substanzielle Stärke – und vor allem qualifiziertes Fachpersonal im IT-Umfeld, das die Technologien auch auf höchstem Niveau umsetzen und betreiben kann. Pilotprojekte allein reichen nicht: Wer technologisch aufholen oder führend sein will, braucht skalierbare Initiativen mit klarer strategischer Priorität und den Menschen, die sie gestalten.
Aus meiner Sicht gibt es dafür fünf zentrale Hebel:
Erstens: Technologische Souveränität gezielt stärken – insbesondere in KI, Cybersecurity, Cloud und Halbleitern, unterstützt von hochqualifizierten IT-Spezialisten.
Zweitens: Ausreichend Kapital für Innovation mobilisieren – langfristig und risikobereit.
Drittens: Regulierung innovationsfreundlich gestalten, sodass sie Standards sichert, ohne Fortschritt zu bremsen.
Viertens: Digitale Infrastruktur konsequent ausbauen.
Fünftens: Digitale Kompetenzen massiv fördern – vom Leadership bis zum operativen IT-Fachpersonal, ohne die diese Strategien wirkungslos bleiben.
Wenn Europa diese Hebel entschlossen nutzt und zugleich in qualifizierte IT-Experten investiert, kann aus geopolitischer Unsicherheit ein nachhaltiger Innovations- und Wettbewerbsimpuls entstehen – nicht als Reaktion, sondern als strategische Weiterentwicklung.
Gibt es technologische Entwicklungen, von denen Du glaubst, dass sie 2026 den Markt tatsächlich prägen werden?
Aus meiner Sicht stehen wir 2026 nicht vor einem einzelnen Hype-Zyklus, sondern vor einer Phase echter technologischer Reife. Mehrere Entwicklungen erreichen einen Punkt, an dem sie geschäftskritisch werden.
Künstliche Intelligenz verlässt das Stadium isolierter Pilotprojekte. Unternehmen integrieren KI strukturell in Kernprozesse – von Automatisierung über Entscheidungsunterstützung bis hin zu datengetriebenen Geschäftsmodellen. Der Unterschied liegt nicht in einzelnen Tools, sondern in der Fähigkeit, Datenqualität, Governance und Skalierung zu meistern. Strategisch eingesetzte KI steigert die Produktivität signifikant.
Cybersecurity wird 2026 zur zentralen Vorstands- und geopolitischen Frage. Es geht nicht nur um IT-Schutz, sondern um die Resilienz ganzer Organisationen. Zero-Trust-Architekturen, kontinuierliches Monitoring und KI-gestützte Bedrohungserkennung werden zum Standard. Sicherheit ist heute Grundvoraussetzung für Innovation.
Cloud-Technologien entwickeln sich weiter: Hybride Architekturen, Multi-Cloud-Strategien und Edge-Computing stehen im Fokus. Unternehmen wollen skalieren, zugleich regulatorische Anforderungen und Sicherheitsaspekte kontrollieren. Der Schwerpunkt liegt auf Optimierung und intelligenter Orchestrierung bestehender Plattformen.
Robotik erlebt durch KI und Sensorik neue Dynamik. Sie wird zunehmend in Logistik, Gesundheitswesen und Dienstleistungen relevant. Angesichts des Fachkräftemangels ist Robotik eine realistische Antwort auf strukturelle Engpässe und verändert Wertschöpfungsketten grundlegend.
Alle vier Trends haben denselben Nenner: Sie steigern Produktivität, Resilienz und Geschwindigkeit. 2026 ist kein Jahr isolierter Technologieentscheidungen, sondern strategischer Integration. Entscheidend ist dabei nicht nur Technologie, sondern auch die richtigen Kompetenzen, kulturelle Offenheit und strategische Klarheit, um nachhaltigen Nutzen zu erzielen.
Zwischen Legacy-Systemen und moderner KI-Welt, Stabilität und Transformation, Innovationsdruck und Cybersecurity: Welche Orientierung gibst Du CIOs, um in diesem Spannungsfeld Prioritäten setzen zu können?
CIOs stehen heute unter enormem Druck: Legacy-Systeme, Transformationsdruck, KI-Dynamik, knappe Budgets und steigende Cyberrisiken treffen gleichzeitig aufeinander. Orientierung entsteht nicht durch zusätzliche Initiativen, sondern durch klare Prioritäten.
Mein Rat: Zuerst das Fundament sichern. Kernsysteme müssen zuverlässig laufen, bevor neue KI- oder digitale Projekte starten. Dann strategisch fokussieren: Investieren Sie in Initiativen, die echten Wettbewerbsvorteil schaffen. Sicherheit integrieren: Cyberresilienz ist kein Zusatz, sondern Grundvoraussetzung für Transformation. Und Ressourcen intelligent orchestrieren: Interne Teams stärken, externe Spezialisten gezielt einbinden, um Kapazitäten und Expertise flexibel zu skalieren.
Kurz: Stabilität, Fokussierung, Sicherheit und flexible Ressourcen sind die Leitlinien, um Legacy und Innovation als aufeinander aufbauende Schritte einer nachhaltigen Transformation zu gestalten.
Welche Rolle spielt Ihr dabei mit Euren Produkten und Dienstleistungen im CIO-Ökosystem?
Wir verstehen uns als strategischer Partner für CIOs – gerade in einer Zeit, in der technologische Ambitionen auf reale Kapazitäts- und Kompetenzgrenzen treffen. Unser Ziel ist klar: Zeit, spezialisierte Expertise und Flexibilität bereitstellen, damit wichtige Projekte vorankommen.
Wir bringen erfahrene Spezialisten für KI, Cybersecurity, Cloud und Data Engineering ins Unternehmen – nicht nur als Ressourcen, sondern als Verantwortliche, die Projekte führen, Risiken minimieren und Know-how nachhaltig verankern. Gleichzeitig ermöglichen wir CIOs, Kapazitäten flexibel zu skalieren, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen.
Darüber hinaus entlasten wir IT-Organisationen von operativer und rechtlicher Komplexität durch klare Vertragsmodelle und strukturiertes Compliance-Management. So können CIOs sich auf strategische Steuerung konzentrieren.
Kurz: Wir sind der Enabler moderner CIO-Strategien – für Agilität, schnelle Umsetzung und Zugang zu hochspezialisierten Talenten.
Was bedeutet das Motto der Confare CIOSUMMITs 2026 – Digitale Schöpfung: Create. Inspire. Own. – für Dich persönlich?
Für mich trifft das Motto genau den Punkt, an dem CIOs heute stehen.
‚Create‘ bedeutet, dass IT-Verantwortliche nicht nur Infrastruktur betreiben, sondern aktiv digitale Produkte, Services und Plattformen gestalten. Wie unser Gründer Guus Franke beim Zürcher Summit treffend sagte, sind CIOs die Baumeister unternehmerischer Fähigkeiten, die darüber entscheiden, wie Organisationen wettbewerbsfähig und gleichzeitig sicher bleiben.
‚Inspire‘ heißt, eine klare, glaubwürdige Geschichte zu erzählen, was Technologie leisten kann – gerade in Zeiten knapper Budgets und hoher Risiken. Niemand folgt einem Fahrplan, den er nicht versteht.
‚Own‘ steht für Verantwortung: Cyberrisiken, KI-Ethik und der Aufbau digitaler Talente müssen aktiv gesteuert werden, statt ausgelagert.
Genau deshalb schätze ich den CIOSUMMIT besonders: Er bietet CIOs aus Verteidigung, großen IT-Dienstleistern und Banken die Gelegenheit, offen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und wertvolle Beziehungen zu knüpfen. Die aktive Pflege dieses Netzwerks ermöglicht nachhaltigen Wissenstransfer, strategische Partnerschaften und gegenseitige Unterstützung, die weit über einzelne Projekte oder Haushaltsjahre hinausreichen.
Tauschen Sie sich mit hochkarätigen CIOs & IT-Manager:innen über die Praxis der “Digitalen Schöpfung” aus. Jetzt anmelden zum Confare CIOSUMMIT Wien 2027.


