Die moderne IT-Infrastruktur erfordert starke Partner, statt klassischer Kunden- und Lieferantenbeziehungen

by Fernando Ducoing

Michael Lander ist Head of IT der Siemens AG Österreich. Im Zuge der Vorbereitung des in Kürze in Zusammenarbeit mit Bacher-Systems entstehenden Factsheets rund um „Future IT-Infrastructure“ wollten wir wissen, wie er das Spannungsfeld von Digitalisierung und Innovation auf der einen Seite und Effizienz und Kosten auf der anderen betrachtet.

Persönlich trifft man Michael Lander (Siemens AG) und mehr als 400 weitere hochkarätige IT-Entscheider auf Österreichs größtem IT-Management Treffpunkt, dem Confare #CIOSUMMIT 2021, mit Verleihung des Confare #CIOAward.

Confare #CIOSUMMIT 2021
Österreichs größtes und wichtigstes IT-Management Forum

01./ 02. September 2021
Wien

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Welche Rolle spielt IT-Infrastruktur für den Erfolg eines Unternehmens in einer Digitalen Welt?

Die Unternehmens IT-Infrastruktur mit Hardware, Software, Netzwerkkomponenten, dem Betriebssystem sowie Data Storage bildet das Rückgrat für jegliche digitale Überlegungen im Unternehmen. Hier werden die Grenzen, Dimensionen einer digitalen Entwicklung im Unternehmen definiert. Die Stabilität einer Basis Infrastruktur ist darüber hinaus eine Grundvoraussetzung für eine digitale Transformation, da die User sich mehr an instabilen Betriebssystemen stören, als über darauf basierende digitale Lösungen freuen werden.

Ein weiterer Punkt ist die Informationssicherheit. Nachdem nahezu kein Bereich eines Unternehmens mehr ohne IT Services auskommt ist der Schutz der dort gespeicherten Daten von hoher Priorität. Auch hier ist die Netzwerksicherheit eine Grundvoraussetzung.

Was macht die Zukunftsfähigkeit einer Unternehmens-IT-Infrastruktur wirklich aus? Was ist entscheidend um auch künftigen Business-Anforderungen gerecht zu werden?

Michael Lander, Siemens AG Österreich: Die hybride IT-InfrastrukturNatürlich muss sich eine Unternehmens- IT-Infrastruktur an den aktuellen state of the art Technologien wie Cloud, Blockchain, Robotik, 5G etc. orientieren und Antworten dazu haben. Darüber hinaus sind wie angedeutet Dimension, Stabilität, Datensicherheit grundlegende Aspekte für eine Zukunftsfähigkeit. Und nicht zuletzt die konsequente Ausrichtung an den unternehmerischen Bedürfnissen und Strategien.

Eine solche Ausrichtung bedeutet auch ein Fokus auf Skalierbarkeit im Sinne einer schnellen Anpassungsfähigkeit an veränderte Rahmenbedingungen. Skalierbarkeit aber auch im Sinne von Ressourcen. Wenn in der Vergangenheit das eigene Datencenter die Basis war, so nutzen wir heute Lösungen von externen Anbietern als einer von verschiedenen Kunden. Hier sind nachhaltige Lösungen mit den relevanten Partnern notwendig. Der Begriff Partner ist dabei wichtig. Ein klassisches Kunden/Lieferanten Verhältnis stößt schnell an seine Grenzen. Wir brauchen Partner die mit uns zusammen Lösungen neu und weiterentwickeln.

Was sind die Kriterien um in Zeiten, in denen sich Technologie rasend schnell verändert, Investitionsentscheidungen zu treffen?

Investitionsentscheidungen müssen auf einer klaren Nutzen / Kosten Ratio basieren. Dies klingt einfach, ist es aber nicht. In der heutigen Zeit sind Investitionsentscheidungen häufig mit Unsicherheit verbunden, da Technologien aber auch die Märkte sich schnell verändern und insofern auch die Anforderungen an eine IT. Damit müssen auch immer die unternehmerische Strategie und Zukunft im Blick sein. Ein Mittel, das hier unterstützt, ist die Nutzung von konsequenten agilen Projektansätzen, welche bspw. auf MVP (Minimum Viable Product) setzen um schnell zu erkennen ob die Investitionen in die richtige Richtung gehen.

Auch kann sich dabei der Nutzen in verschiedener Art & Weise definieren. So kann die Investition in neue Technologien einerseits mit einem hohen Risiko verbunden sein, aber auch mit hohen Gewinnen am Markt oder intern mit relevanten Prozessoptimierungen. IT-Investitionen unterstützen also nicht nur bestehende Prozesse, sondern können diese auch neu definieren.

Damit lässt sich ein wichtiges Kriterium für den zukünftigen Nutzen auch gut mit einem Zitat von Henry Ford beschreiben: „Wenn Sie einen Dollar in Ihr Unternehmen stecken wollen, so müssen Sie einen weiteren bereithalten, um das bekannt zu machen“ Investitionen in neue Technologien sind heute auch verbunden mit einem konsequenten Changemanagement, da alt hergebrachte und bekannte Ansätze möglicherweise nicht mehr optimal sind.

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Wo sind die wichtigsten Handlungsfelder in einer IT-Infrastruktur, wenn es um Automatisierung geht?

Als erstes würde ich hier wieder klassisch Stabilität und Datensicherheit nennen. Das allein wäre aber zu kurz gedacht.

Was ist Automatisierung? Unter Automatisierung versteht man einen Prozess zur Optimierung von bisher konventionell durchgeführten Aufgaben. Hier bieten neue Technologien ganz neue Optionen für Unternehmen. Die Rolle der IT-Infrastruktur ist dabei essentiell und muss, wie angesprochen eine Skalierbarkeit ermöglichen, die wechselnden Bedürfnissen gerecht wird. Es muss Schnittstellen geben oder aber auch vordefinierte Umgebungen wie beispielsweise „Cloud to go“ mit dem Anspruch das schnelle Automatisierungslösungen auf einer standardisierten Infrastruktur schnell umgesetzt werden können.

Technologien wie Robotik oder Künstliche Intelligenz bieten aber auch die Möglichkeit die Infrastruktur Umgebung selbst zu optimieren. So kann der Aspekt Stabilität durch eine Intelligente Überwachung eines Netzwerks und entsprechende Maßnahmen die automatisch ablaufen erhöht werden. Dies gilt ebenso für das Handlungsfeld Datensicherheit.

Wie sieht der IT-Betrieb der Zukunft aus?

Dieser Punkt wurde schon zuvor angesprochen. Ein klassischer IT-Betrieb mit eigenen Datencenter und eigenen Netzwerkteam, eigenen Experten wird eher noch die Ausnahme sein. Das mag je nach Branche unterschiedliche Ausprägungen haben. Grundsätzlich bin ich der Meinung das ein IT-Betrieb im Unternehmen sich durch eigen verantwortliche Service Owner kennzeichnen wird, die in einer End2End Verantwortung zusammen mit internen & externen Partnern in einer agilen Art und Weise ein IT-Portfolio managen. Agile steht hierbei für die dem Ansatz zugrunde liegenden Methoden. Enge Feedbackschleifen, kürzere Planungshorizonte, Risikoreduktion und erhöhte Flexibilität. Besonders auf die externen Partner möchte ich noch einmal hinweisen, da es nicht mehr möglich sein wird alles notwendige Knowhow im Unternehmen zu halten.

Und auch hier noch einmal Kommunikation und Changemanagement! Oft hängt die Einführung von neuen Services an der fehlenden Kommunikation über Ansätze und Ziele. Betroffene Stakeholder müssen rechtzeitig involviert werden.

Wie schafft man die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Innovationsfähigkeit?

Innovationen sind ein wichtiger Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg. Sie sind aber auch verbunden mit entsprechenden Investitionen.

Innovationsfähigkeit ist unumgänglich aber gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist zu betrachten wie dies unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten passieren kann. Hier kann der Fokus einerseits auf Best Practice Ansätze gelegt werden bzw. entsprechende Allianzen mit Partnern um Investitionen zu optimieren. Ebenso hilft ein durchdachtes Prototyping um schnell zu erkennen, ob Ansätze in die richtige Richtung gehen um damit unnötige Kosten zu vermeiden. Grundsätzlich ist es aber noch wichtig sich bewusst zu machen, dass Innovationsfähigkeit auch von verschiedenen Komponenten abhängt, die über eine offensichtlich monetäre Bewertung hinausgeht. So kann der langfristige Aufbau einer entsprechenden Unternehmensorganisation einen nachhaltigen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens haben.

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