Zwischen old und new economy – Wie IT den industriellen Mittelstand fit für die Digitale Transformation macht

by Annecilla Sampt

Von einer einstigen Pfannenschmiede hat sich das Unternehmen Welser Profile zum führenden Hersteller von Sonderprofilen und Sonderprofilrohren in Europa entwickelt. Das Unternehmen, das seine Wurzeln bis ins Jahr 1660 zurückverfolgen kann, steht nun vor der Herausforderung, sich fit für eine digitale Zukunft zu machen, um für Kunden und Mitarbeiter interessant zu bleiben. Das dies gelingt ist wohl auch CIO Werner Kerschbaumer zu verdanken, der seit 2011 die IT Geschicke des Unternehmens leitet. Das machte ihn zu einem spannenden Kandidaten für den Confare #CIOAWARD 2019 und die Auszeichnung als #TopCIO 2019.

  • Was macht deiner Ansicht nach eine moderne IT-Strategie und IT-Organisation aus?

Ich denke, dass sowohl bei der IT-Strategie als auch bei der IT-Organisation zwei Stoßrichtungen zu betrachten sind.

Einerseits ist der Bereich der „old economy“ zu beachten. Hier gilt es durch den Einsatz neuer Technologien innovative Ansätze zu platzieren. Darunter verstehe ich z.B. die Einführung von SAP S/4HANA, die Entwicklung von APPs zur Optimierung bestehender Geschäftsprozesse oder technologisch gesehen den Einsatz einer Middleware im Produktionsbereich zur Verbesserung der Kommunikation im Sensorbereich. Im Bereich der „new economy“ hingegen werden völlig neue Ansätze zur Neugestaltung von Geschäftsmodellen forciert.

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Meme CIO Summit 2019 - Werner KerschbaumerDieses Spannungsfeld zwischen „old vs. new economy“ muss sich einerseits in der IT-Strategie widerspiegeln, sodass die IT-Strategie richtungsgebend für beide „economies“ ist. Auf der anderen Seite muss auch die IT-Organisation mit den unterschiedlichen Anforderungen der „old bzw. new economy“ entsprechend „umgehen“ können. Die vielfach installierten Linienstrukturen der IT-Organisation reichen nicht mehr aus und müssen mittelfristig durch autonome, interdisziplinäre Teams ersetzt werden. Grundsätzlich darf aber weder die IT-Strategie noch die IT-Organisation alleine betrachtet werden, sondern muss immer im Unternehmenskontext gestaltet werden.

  • Du mischst in sehr vielen Unternehmensbereichen mit. Wie verschaffst du dir das notwendige Know-how und Spezialwissen?

Auch hier ist ein mehrdimensionales Vorgehen notwendig. Zum einen ist es wichtig, sich theoretisches, neues Wissen anzueignen. Hier habe ich das Glück bei einem Unternehmen wie Welser Profile zu arbeiten, wo dies aktiv gefördert wird. Trotz meines doch schon fortgeschrittenen Alters werde ich zu universitären Lehrgängen entsendet, um auf dem letzten Stand der Wissenschaft zu sein. Neben der Theorie ist für mich auch der praktische Bezug entscheidend. Durch ein Netzwerk an wertvollen Kontakten z. B. zu anderen CIOs, führenden Herstellern, etc. ergibt sich immer wieder die Gelegenheit an Erfahrungen anderer Unternehmen teilzuhaben und selbst daraus zu lernen. Immer bedeutender wird auch völlig neue Handlungsweisen miteinzubeziehen, da ist der Kontakt zur Start-up-Szene hilfreich.

  • Worauf muss man achten, wenn man als CIO für Bewegung im Unternehmen sorgen will?

Die IT ist in keinem Elfenbeinturm und alleine nicht „lebensfähig“. Die IT muss aus der technologiegetriebenen Rolle heraus und aktiv auf das Business zugehen. Der CIO muss die technologischen Möglichkeiten einbringen, um auf Augenhöhe gemeinsam mit dem Business neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder bestehende Modelle zu optimieren. Ich bin davon überzeugt, dass die Aussage „technology follows customer experience“ die richtige ist und nicht anders herum.

  • Was sind die 5 wichtigsten Aufgaben für den CIO in den nächsten 10 Jahren?

Ich finde, es ist schwierig fünf Aufgaben zu nennen, die in den nächsten 10 Jahren besonders wichtig sind oder werden. Für mich ist die Digitalisierung der Trend, der die Unternehmen und auch die gesamte Branche in den nächsten Jahren noch maßgeblich beeinflussen wird. Es wäre falsch, sich auf „Altbewährtes“ zu versteifen und die Möglichkeiten der neuen Technologien zu negieren. All jene, die die aktuellen Trends als Modeerscheinung abwerten, werden mittelfristig zu den Verlierern zählen. Grundsätzlich gibt es in unserer Branche nicht einen Megatrend, sondern eine Vielzahl an Strömungen, die betrachtet und bewertet werden müssen. Welser Profile stellt sich diesen Herausforderungen, indem neue Technologien nicht isoliert gesehen werden, sondern immer in Kombination Technologie-Geschäftsmodell-Business strategisch betrachtet werden.

Digitalisierung stellt für mich auch nicht nur einen technologischen Aspekt dar. Meiner Meinung nach sind wir mit Digitalisierung nur dann erfolgreich, wenn auch die „menschliche Komponente“ begleitend forciert wird. Trends, die unter dem Schlagwort „new work“ zusammengefasst werden können, müssen die technischen Themen unterstützen und begleiten. Ich bin überzeugt, dass Digitalisierung zu 30% ein Technologie- und zu 70% ein Kultur-Thema ist.

  • Was bedeutet für dich der #CIOAWARD und die Confare CIO Community?

Ich würde mich persönlich über den #CIOAWARD sehr freuen, sehe aber den #CIOAWARD als die sichtbare Anerkennung für das ganze IT-Team. Meine Rolle ist mit einem Trainer einer Fußballmannschaft vergleichbar. Ich gebe zwar die Strategie vor und schaffe parallel das ideale Umfeld, damit sich die Teammitglieder ihrer Potenziale entsprechend optimal entfalten können, die erfolgreiche Umsetzung gelingt aber nur gemeinsam.

In diesem Umfeld ist die Confare CIO Community für mich der willkommene Sparring-Partner um Themen zu diskutieren und von Erfahrungen anderer zu lernen.

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