Sprache und Software – Wie Softwareunternehmen den ANWENDER in den Mittelpunkt stellen

by Annecilla Sampt

Software-Begriffe – für die sogenannten Digital Natives zwar kein Problem, aber wie sieht es mit den Digital Immigrants aus? Und welche Unterschiede gibt es in verschiedenen Ländern und Kulturen? Samira El-Shamy, MA beschäftigt sich als professionelle Dolmetscherin mit Sprache und kulturellen Unterschieden. Als Marketing and Communications Specialist bei SER lässt sie ihre Fachkenntnisse einfließen und erzählt uns, was bei der Software-Lokalisierung zu beachten ist, damit eine positive Usability gewährleistet werden kann.

Digitalisierung des Alltags – Digitalisierung des Sprachgebrauchs?

Heutzutage scheint es unmöglich, sich mobile Devices und Digitalisierung aus der Arbeitswelt wegzudenken, beeinflussen sie doch maßgeblich unseren Workflow. Doch wie sieht es mit unserem Sprachgebrauch aus? Wurde dieser auch im Laufe der Jahre digitalisiert? Was gilt es sprachlich bei der Software-Entwicklung zu beachten, damit positive Usability gewährleistet werden kann?

Software oder Programm – obwohl beide Begriffe dieselbe Bedeutung haben, verwenden die einen lieber den englischen, die anderen lieber den deutschen Begriff.  Anglizismen sind im deutschen Sprachraum keine Seltenheit, vor allem im Bereich der Informationstechnologie. Dies rührt insbesondere daher, dass die Big Player der IT, wie IBM, Apple und Co, größtenteils in den USA angesiedelt sind. Die Auswirkungen zeigen sich darin, dass Englisch als Lingua Franca, also einer Art Verkehrssprache, dient, um die Kommunikation zu vereinfachen.

Dieser Trend fand jedoch nicht erst gestern statt: Bereits vor vielen Jahren fand der Umstieg von Papier auf digitale Arbeitsmittel, und somit auch ein Umstieg von Deutsch auf Englisch statt. Vor allem ältere Generationen, und hier betrachte man die End-User und nicht die Entwickler, haben Schwierigkeiten, diese englischen Begriffe auch zu verstehen. Es wird also nicht übersetzt beziehungsweise verstanden, was der Begriff bedeutet, sondern das Ursache – Wirkung-Prinzip angewandt: Der User weiß, dass wenn er auf Button X klickt, Aktion Y ausgeführt wird. Um dieses Prinzip zu veranschaulichen, nehmen wir Microsoft Outlook: Klickt der User auf den Button mit dem Namen „Synchronize“, so ist es weniger wichtig, dass der Begriff „Synchronisieren“ und somit „in Übereinstimmung bringen“ (Duden 2017) bedeutet, sondern, dass dadurch die Aktion „lade mir alle neuen e-Mails in mein Outlook-Fenster“ ausgelöst wird. Oder aber man nehme das Beispiel „etwas im App-Store kaufen“: Der User muss nicht zwingend wissen, dass Store (eng.) „Laden, Geschäft“ bedeutet, sondern dass er „auf dieser Website seine Programme herbekommt“. Die sogenannten digital Natives jedoch haben weniger Probleme damit, Software-Begriffe zu verstehen, was zum einen an der Tatsache liegt, dass mehr Fokus auf Englisch in der Schulausbildung gelegt wird, und zum anderen, dass die Generation Y bereits mit verschiedenen Devices aufgewachsen ist.

Die SER Gruppe legt sehr viel Wert auf Mehrsprachigkeit, was sich vor allem durch die Lokalisierung der eigenen Software Doxis4 auf verschiedene Märkte auszeichnet. Wichtig bei der Software-Lokalisierung ist nicht nur die Berücksichtigung der sprachlichen Komponente, sondern auch der kulturellen. In einigen Ländern, allen voran im arabischen Raum, erfolgt die Schriftrichtung von rechts nach links. Es wäre somit fatal, das Menüband 1:1 aus dem europäischen Raum zu übernehmen, da die Anordnung der Buttons und Reiter quasi gespiegelt werden müssen um eine positive Usability für arabische Anwender gewährleisten zu können. Im französischen Raum jedoch, um ein anderes Beispiel einzubringen, wird beinahe jeder Begriff ins Französische übersetzt: Selbst der Begriff „Software“ (dt.) wird im Französischen als „le logiciel“ angeführt. Daher gilt es bei der Software-Lokalisierung zu beachten, für welches Land Software angepasst wird, welche kulturellen und sprachlichen Standards beachtet werden müssen und in wie weit Englisch als Lingua Franca an Gültigkeit behalten darf.

Moderne Software – weniger verständlich?

Software wird kontinuierlich an die End-User angepasst. Diese Aufgabe fällt vor allem in den Bereich Usability Engineering, welches ein großes und komplexes Feld darstellt. Moderne Software wird heutzutage so entwickelt, dass eine gewisse Vorkenntnis oft unerlässlich ist. Vor allem Personen, die eher weniger mit Software arbeiten (beispielsweise Angestellte im Verkauf) haben oft Schwierigkeiten mit dem Wording der IT-Welt. Bittet man beispielsweise einen Projektmanager, die „Netzwerkumgebung zu öffnen“ um einen neuen Drucker anlegen zu können, so versteht dieser die Aufforderung meist problemlos. Bittet man hingegen jemanden, der selten mit Computer und Programmen zu tun hat, diese Umgebung zu öffnen, scheitert es bereits am Begriff „Netzwerkumgebung“ („Wo soll diese sein? Was ist das überhaupt?“). Daher ist es vor allem für Entwickler besonders wichtig, bei der Entwicklung neuer Software oder Updates durch die Brille des End-Users zu sehen, und nicht vom eigenen Wissensstand auszugehen. Software und Updates sollten daher einfach zu installieren („Stecken Sie den Drucker an, die Treiber werden automatisch heruntergeladen“), aber auch besonders intuitiv bedienbar sein. Das Menüband und Design von Microsoft Word beispielsweise hat sich über die Jahre nur marginal verändert, damit auch weniger erfahrene Anwender die wichtigsten Befehle immer an derselben Stelle finden.

Was macht Doxis4 sprachlich so besonders?

Sieht man sich nun die Doxis4 Suite an, so stellt man schnell fest, dass die Optik des Programms jener der Microsoft Office Suite ähnelt. Der Grund hierfür ist, dem User ein möglichst Vertrautes Gefühl zu vermitteln, da dieser Parallelen zu den Programmen sieht, die er täglich verwendet. Dadurch, dass Doxis4 vor allem auf Dokumente spezialisiert ist, ist Einheitlichkeit unabdingbar, wenn es um die Benennung von Dokumentenarten geht. Möchte man eine E-Mail in Doxis4 abspeichern, so muss diese E-Mail als „Korrespondenz“ klassifiziert werden, um sie final abspeichern zu können. Eine Check-Liste für eine Veranstaltung kann beispielsweise als Organisationspapier klassifiziert werden. Diese Einheitlichkeit zwischen Begrifflichkeit und der tatsächlichen Datei ermöglicht das rasche Auffinden von Dateien in Doxis4. Ebenso zeichnet sich Doxis4 dadurch aus, dass Termini nicht neu interpretiert werden, sondern die meisten Begriffe selbsterklärend sind und genau so bezeichnet werden, wie in den gängigsten Arbeitsprogrammen. Somit findet man Veranstaltungsinformationen in der zugehörigen „Event-Akte“ statt in einem allgemeinen Verzeichnis und Kundendaten und -dateien werden in den jeweiligen „Kunden-Akten“ hinterlegt.

Durch die Parallelen zu anderen gängigen Programmen und der selbsterklärenden Menüführung eignet sich Doxis4 vor allem für jene Personen, die Komplexität meiden und rasch und effizient Dokumente finden und ablegen möchten. Doxis4 existiert in 12 Sprachen für 135 Länder weltweit und wird stetig weiterentwickelt, um die User Experience zu verbessern.

Mehr über SER finden Sie hier: https://confare.at/ser-solutions-oesterreich-gmbh/

Mehr über Translatis finden Sie hier: http://www.translatis.at/

Auf der Confare Veranstaltung Innovative CIO haben Sie die Möglichkeit, mit hochkarätigen Experten und Software-Hersteller über aktuelle Trends und Herausforderungen der Digitalisierung zu diskutieren.

 

 

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