Transform IT – Das Digitalisierungs-Programm der SüdLeasing und was es für Kunden und Mitarbeiter bringt

by Katharina Konstacky-Degasperi

Mit dem Programm „Transform IT“ hat sich die SüdLeasing GmbH den Aufbau eines Digitalen Ökosystems zum Ziel gemacht. Auf dem 2. Be CIO Summit am 18. Oktober 2018 spricht Dr. Ulrich Reidel, CIO und CDO der SüdLeasing GmbH, über das Digitalisierungs-Programm der Leasinggesellschaft und was es für Kunden und Mitarbeiter bringt. Im Blog erzählt und der IDEAward Gewinner 2017, welche Auswirkungen der digitale Wandel auf die Leasing-Branche und sein Unternehmen hat und wie der digitale Kulturwandel sich positiv auf den Markterfolg und die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt.

Wie sehr ist Ihre Branche schon heute von der Digitalen Transformation betroffen?

Aktuell ist eine erhebliche digitale Aufbruchsstimmung in der Branche zu spüren. Das Thema Digitalisierung war bei jedem Branchentreffen der letzten 1,5 Jahre das TOP-Thema.
Wirkliche operativ erfolgreiche Umsetzungen fehlen bislang jedoch noch weitestgehend.
Den Leasingunternehmen am Markt ist jedoch bewusst, dass sie ihren Wertschöpfungsprozess digitalisieren und automatisieren müssen, um Kosten zu senken und trotz anhaltender, belastender Niedrigzinsphase weiterhin Geld verdienen zu können.

Gleichzeitig verlangen die Kunden neue, flexiblere Angebote. Insbesondere das Thema „Pay-per-use“ ist ein zukünftiger Treiber der Branche. Leasingunternehmen müssen in Zukunft nutzungsabhängige Angebote abbilden können. Dies geht nur durch enge Kooperationen mit den Objektherstellern und den Aufbau digitaler Schnittstellen, um Informationen (wie bspw. den Wartungsbedarf) über Leasingobjekte jederzeit sinnvoll nutzen zu können. Dies wird in Summe zu einer Anpassung bzw. Erweiterung des Geschäftsmodells vieler Leasingunternehmen führen.

Mit dem Programm „Transform IT“ hat man sich den Aufbau eines Digitalen Ökosystems zum Ziel gemacht. Welche Schritte waren dazu notwendig?

Ulrich Reidel, SüdLeasingDie Grundlage für die Veränderung war zum einen eine neue, moderne Geschäfts- und IT-Strategie. Zum anderen wurden neue, digitale Prozesse, die mit dem IT Service Management Award 2016 in Deutschland ausgezeichnet wurden, sowie eine agile Entwicklung eingeführt, um die hohe Veränderungsgeschwindigkeit zu ermöglichen.

Beim digitalen Ökosystem soll die komplette Wertschöpfungskette digitalisiert werden. Hier wurde zunächst mit der Kundenschnittstelle von der Kalkulation bis zum Vertragsabschluss begonnen.

Wichtig für den Erfolg des digitalen Ökosystems war es darüber hinaus externe Dienstleistungen über eine Open API anzubinden, um schnelle Funktionserweiterungen zu gewährleisten.

Schließlich war es wichtig, früh eine Auswertungsmöglichkeit des digitalen Ökosystems sicher zu stellen, um den Erfolg der Veränderungen im Ökosystem und die Reaktionen unserer Kunden auf diese zeitnah messen zu können.

Welche Technologien und Innovationen kamen zum Einsatz?

Für die Prozesse wurden die Produkte Jira, Confluence und Kanoah ausgewählt, da diese gut miteinander vernetzt und auch für den Fachbereich intuitiv nutzbar sind.

Bei der Entwicklung wurde bewusst auf „State-of-the-Art“ Entwicklungstools wie bspw. Spring Boot, Maven, Jenkins oder Angular JS gebaut, um auch aus technologischer Sicht das Ökosystem zukunftsfähig aufzusetzen.

Es wurde bewusst auf sog. Web-App Entwicklung gesetzt, um eine Software zu haben, die sowohl auf den Computern der Mitarbeiter, den iPads der Vertriebler, als auch auf Smartphones ohne großen zusätzlichen Entwicklungsaufwand, läuft.

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Wie haben Sie den dafür notwendigen Kulturwandel geschafft? Welche organisatorischen Veränderungen gab es?

Zur Etablierung eines „Digital Mindset“ wurde zu Beginn des Projektes basierend auf einer Veranstaltungsreihe mit externen Experten zunächst allen Führungskräften und dem Projektteam nähergebracht, was vernetztes Arbeiten bedeuten kann und wie sich eine digital orientierte Führungskultur anfühlt. Dabei wurde vor allem Wert auf selbstorganisierte Netzwerke gelegt, die hierarchie- und fachbereichsübergreifend entstanden.

Außerdem wurde eine „Trial&Error“ (Führungs-)kultur beginnend von der Geschäftsführung ins Leben gerufen und die Entwicklung innerhalb des Projektteams agil, mit regelmäßigen Reflexionsschleifen und Retrospektiven, gestaltet.

Schließlich war es wichtig, dass nicht nur das Projekt ein „Digital Mindset“ erhält, sondern mittels Multiplikatoren in den Linienabteilungen ein digitaler Know-how-Transfer innerhalb der kompletten SüdLeasing stattfindet.

Durch die disruptive Transformation gab es vor allem kulturelle Risiken. Die Gefahr, bei der Veränderung Mitarbeiter abzuhängen, war sehr groß. Durch frühzeitiges, konsequentes Changemanagement im Team entwickelte sich ein neuer „digital Spirit“. Damit aber auch der Rest des Unternehmens mitzieht wird sich regelmäßig auf unterschiedlichen Ebenen zwischen dem Programm und den übrigen Mitarbeitern ausgetauscht.

Wie sieht die Rolle der IT dabei aus?

Als CIO und Chief Digital Officer gestalte ich die digitale Transformation-Vision maßgeblich mit. Die Verantwortung ist aber ganz bewusst auf ein Kernteam aus Fach- und IT-Führungskräften aus unterschiedlichen Ebenen und Bereichen verteilt. Dies hat zwei Gründe: Zum einen steht der Kunde im Vordergrund, weshalb eine enge Einbindung von kundennahen Fachbereichen erforderlich ist. Zum anderen muss bei einer solchen disruptiven Veränderung die wichtige kulturelle Transformation in allen Bereichen erfolgen.

Dass wir hier auf einem sehr guten Weg sind, belegen die steigende Mitarbeiterzufriedenheit, die regelmäßig in Umfragen erhoben wird, und eine deutlich spürbare Aufbruchsstimmung in allen Abteilungen.

Welche Auswirkungen hatte das Programm aus Sicht des Kunden?

Durch das Programm wurden den Kunden neue Self Service Funktionalität geboten.
Die optisch moderne, digitale Lösung ist darüber hinaus deutlich transparenter als in der Vergangenheit und Vorreiter für die gesamte Branche.

Heute kann der Kunde außerdem jederzeit seine Verträge inklusive der Laufzeit einsehen.

Schließlich können neue Anforderungen durch moderne, agile Prozesse zusammen mit den Kunden sehr zeitnah umgesetzt werden. So wird der Nutzen des Ökosystems für den Kunden auch in Zukunft kontinuierlich weiter steigen.

Am 18. Oktober treffen sich in Frankfurt auf dem 2. Confare Be CIO SUMMIT Führungskräfte aus der IT. Unter dem Motto „Ecosystems.Create.Future.“ geht es um Digitalisierung, Innovation und Collaboration. Hier treffen Sie u.a. Porsche CDO Manfred Immitzer und unsere Digitale Heldinnen. Die Anmeldung für IT-Manager ist nicht mit Kosten verbunden. Sichern Sie gleich Ihre Teilnahme.

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