
Unternehmer retten die Welt – Julien Backhaus (Backhaus Verlag) über die Vorzüge des Kapitalismus
Julien Backhaus ist CEO des Backhaus Verlags und mehrfacher Buchautor. Am 20 Januar 2025 erscheint sein neues Buch “Wir brauchen Macher – Unternehmer retten die Welt” mit einem Vorwort von Frank Thelen. Im Interview mit Confare Gründer Michael Ghezzo erklärt er, warum Unternehmer unsere Welt auf den Schultern tragen und warum Kapitalismus eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist.
Welche Rolle spielt das Unternehmertum dabei die Gesellschaft zu gestalten?
Ohne Unternehmer ist alles nichts. Eine moderne Gesellschaft ist auf Unternehmer dringend angewiesen. Wir wollen nützliche Produkte für unseren Alltag, wir wollen in zeitgemäßen Häusern wohnen, wir wollen Kultur erleben, wir wollen Geld verdienen und der Staat ist auf Steuern angewiesen. Keiner dieser Punkte wäre ohne Unternehmer denkbar. Auch wenn manche beim Punkt Kultur stutzen: Die Finanzierung und die Produktion funktionieren nicht ohne sie.
Viele reden von Unternehmergeist, aber was macht ihn wirklich aus?
Manche tragen Unternehmergeist in sich. Sie wollen etwas vorantreiben, erfinden, damit erfolgreich sein. Andere entwickeln diesen Geist erst. Wer angestellt arbeitet und das Gefühl entwickelt, über seine Grenzen gehen zu wollen, sollte sich selbstständig machen. Wer von Natur aus faul ist, sollte es bleiben lassen.
In einer Welt voller Regulierungen: Wird Unternehmertum heute systematisch ausgebremst?
Politiker sehen ihre Daseinsberechtigung in der Etablierung immer neuer Gesetze und Regeln. Wahrscheinlich geschieht das Ausbremsen nicht absichtlich, aber das ist die Folge. Der Wunsch nach Gleichheit führt in den Sozialismus. Und das wiederum führt in den Abgrund. In der westlichen Welt haben wir diese Tendenz bereits erleben können, bevor einige Staaten die Reißleine gezogen haben. Auch Deutschland hat es nun bemerkt, dass sich Sozialismus und Wohlstand nicht vereinbaren lassen. Nur der Kapitalismus sorgt für Wachstum, Fortschritt und Wohlstand.
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Du sagst, Unternehmer sind Macher. Aber sind sie auch noch Träumer? Wie wichtig ist die Vision im Vergleich zur reinen Durchsetzungskraft?
Man braucht nicht zwingend eine Visionen, um Unternehmer zu sein. Ein Sanitärunternehmer braucht einige gute Mitarbeiter und Werkzeug. Und natürlich Kunden. Wer aber vom großen Wurf träumt, muss den Kopf in den Wolken haben und das nie dagewesene verfolgen. Nur so entsteht Fortschritt und Innovation. Dennoch sind auch diese Unternehmer mit der harten Realität konfrontiert. In beiden Fällen sind es Macher, die etwas voranbringen. Ob das nun etwas Klassisches oder Innovatives ist.
Viele scheuen sich davor, selbst Unternehmer zu werden. Fehlt uns im DACH-Raum der Mut zum Scheitern oder die Lust am Erfolg?
Eine gute Gegenüberstellung, denn uns fehlt beides. In meinem neuen Buch „Wir brauchen Macher“ räume ich mit den Mythen rund um das Gründen einer Firma auf. Denn es gibt viele Horrorvorstellungen, die nicht zutreffen. Es ist viel leichter, eine Firma aufzumachen, als die meisten glauben. Und in manchen Branchen braucht man nicht einmal Mut, denn das Risiko ist praktisch nicht vorhanden. Ich würde sagen: Es fehlt der Wille, klein anzufangen. Die Leute wollen morgen reich sein. Und das ist Unsinn. Wer aber Ausdauer mitbringt, wird belohnt. Dass aber immer mehr Menschen, insbesondere in der GenZ, lieber „abschalten“ wollen im Berufsleben, ist leider wahr. Die Gründungsquote ist zu gering. Darum sollten wir die ältere Generation motivieren, zu gründen.
Wie sehr passen Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Unternehmertum zusammen?
Unternehmer haben diese Begriffe erfunden. Denn sie sind die logische Konsequenz unternehmerischen Handelns. Die Masse der Unternehmer will lange erfolgreich bleiben, darum müssen sie gute Produkte verkaufen und der Kunde muss lange bei der Stange bleiben. One-Hit-Wonders ernähren keine Generation. Auch der Schutz von Umwelt und Ressourcen gelingt nur durch die Innovationskraft von Unternehmern. Da zählt ein damaliger James Watt ebenso wie ein Elon Musk. Ich zeige viele solcher Beispiele im Buch auf. Die Möglichkeit für Menschen, Geld zu verdienen, entsteht nur in der Wirtschaft. Und die Wirtschaft will lange etwas von ihren Spezialisten haben, darum kümmert sie sich um ihre Leute.
Kann Unternehmertum die Welt retten? Oder überschätzen wir die Rolle von Wirtschaft und Innovation, wenn es um gesellschaftlichen Fortschritt geht?
Der gesellschaftliche Fortschritt in diesem Ausmaß war ausschließlich durch das Unternehmertum möglich. Wir unterschätzen dessen Rolle also vielmehr. Dass wir ein so langes und lebenswertes Leben leben, haben wir dem Unternehmergeist der letzten 200 Jahre zu verdanken. Insbesondere das Wissen spielt in unserer gesellschaftlichen Entwicklung eine tragende Rolle. Erst Unternehmer haben die Verbreitung und dann die schnelle Verbreitung von Wissen möglich gemacht. Weil sich daraus ein Geschäft machen ließ. Die Herrscher der vergangenen Jahrtausende hatten wenig Interesse an gebildetem Volk.
Du bist bekannt für klare Aussagen und eine starke Haltung. Was sagst Du Kritikern, die behaupten, Unternehmer denken nur an ihren eigenen Vorteil?
Natürlich denken sie an ihren eigenen Vorteil. Das ist kein Vorwurf, das ist eine Feststellung. Das schöne im Kapitalismus ist, dass aus dem Vorteil des einen, ein Vorteil für alle erwächst. Man verfolgt egoistische Ziele und alle profitieren. Eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Aber es ist wahr. Die Menschen können sich ihr Lieblingsprodukt kaufen, auf Reisen gehen, oder ins Internet gehen. Und sie machen jemanden damit reich, aber genießen selbst die Vorteile des Produkts. Ich zitiere im Buch eine Studie, die zeigt, dass nur 2,2 Prozent der sozialen Erträge dem Unternehmer zugute kommt. Der Rest geht an die Verbraucher.
In einer Welt, in der künstliche Intelligenz und Automatisierung den Ton angeben: Welche Eigenschaften müssen die Unternehmer von morgen mitbringen, um relevant zu bleiben?
Man muss ehrlich zugeben: In der Zukunft sind genau deshalb die Unternehmer in einer sicheren Position – im Gegensatz zu den Arbeitnehmern. Denn die Systeme werden von Unternehmern besessen. Sie setzen sie ein, um zu produzieren und Profite zu machen. Die Systeme arbeiten FÜR die Unternehmer. Sich darauf einzulassen ist natürlich die Voraussetzung, um relevant zu bleiben.


