Warum wir trotz Corona keine Events absagen und virtuelle Events für uns keine Alternative sind

by Alp Keser

Anlässlich des Confare Swiss CIOSUMMIT hat ein Schweizer IT-Magazin den Confare Geschäftsführer Michael Ghezzo zu einer Stellungnahme gebeten. Da die Antworten sehr gut die Haltung des Unternehmens zu Events in Zeiten der Coronakrise widerspiegeln, veröffentlichen wir hier im Blog einen Auszug aus dem Interview.

Während zahlreiche Veranstaltungen/ Events in diesem Herbst abgesagt oder auf 2021 verschoben werden, halten Sie an Ihrem Event fest. Warum dieser Entscheid?

Wir sind mit CIO Events im DACH Raum unterwegs und betrachten uns selbst mehr als Plattform mit einer starken Social Media und Online Komponente. Dadurch sind wir von der Krise der Eventbranche nur zum Teil betroffen. Aber man muss sich natürlich bewusst sein, dass eine Verschiebung aller Events eine ganze Serie an Insolvenzen von Unternehmen der Messe- und Veranstaltungsindustrie zur Folge hätte. Für die Entscheidung, am Datum des Confare Swiss CIOAWARD festzuhalten, waren 3 Faktoren entscheidend:

  • Wir haben uns intensiv mit den Sicherheitsanforderungen einer solchen Veranstaltung auseinandergesetzt und sind daher der Ansicht, dass wir das Event ohne hohes Risiko für die Beteiligten durchführen können. Dazu gibt es ein ausgeklügeltes Präventions-Konzept, das allen rechtlichen Anforderungen (und darüber hinaus) gerecht wird. Alleine die Form eines solchen B2B Events reduziert schon von vornherein das Ansteckungsrisiko. Abstände, Desinfektion und gegebenenfalls Gesichtsmasken sind leicht umzusetzen. Es wird keine gemeinsamen Gesänge geben, die Aerosol Stürme verursachen, Gruppenumarmungen oder ähnliches.
  • Das Feedback unserer Teilnehmer gibt uns Recht. Wir haben nicht nur einen beachtlichen Anmeldestand, wir sind auch sonst laufend in Abstimmung mit der Community, die sich freut, auch wieder persönlich zusammenzukommen.
  • Auch für unsere Partner ist die Durchführung entscheidend, denn in Zeiten, wo jeder Kundenkontakt auf das Virtuelle beschränkt ist, ist es für sie wichtig, wieder in direkten Kontakt zu den Entscheidern zu kommen.
Swiss CIO SUMMIT

Was ist aktuell Ihre grösste Sorge bzw. Herausforderung hinsichtlich Ihrer geplanten Veranstaltung?

Wir sind auf die Sicherheitsanforderungen wie oben beschrieben gut vorbereitet. Wir tun was rechtlich vorgegeben ist und was Vernunft und Vorsicht gebieten. Es sind zwei Sorgen, die man als Realist in diesen Zeiten haben muss – zum einen, dass es im Herbst zu einem behördlichen Verbot kommt. Darauf sind wir insoweit vorbereitet, dass wir unser Format relativ leicht terminlich vertagen können. Dazu gibt es einen entsprechenden Notfallplan und das ist mit den Partnern akkordiert.

Das zweite Risiko ist, dass Menschen sich durch Medienberichte und geschürte Ängste den Mut nehmen lassen, und wir einen extrem hohen Ausfall verzeichnen. Der Anmeldestand und die Rückmeldungen unserer Peers signalisieren aber, dass wir uns davor nicht fürchten müssen.

Wurde eine virtuelle Durchführung Ihres Events diskutiert, oder steht eine Verschiebung in den virtuellen Raum noch zur Debatte?

Zum Thema «hybride» oder rein virtuelle Events haben wir eine klare Ansicht. Viel von unserer Arbeit ist das Aktivieren und Pflegen von Online Communities. Viele schätzen Confare daher so ein, dass wir den nächsten Digitalisierungsschritt recht schnell machen könnten. ABER: Digitalisierung heisst ja eben nicht, bestehende Geschäftsmodelle eins zu eins in die Online Welt zu verlegen. Aus unserer Sicht würde die Virtualisierung unseres Events ihren Sinn untergraben. Es ist oft so, als würde man die Nachteile von Offline (termingebunden, eingeschränktes Programm, strikter zeitlicher Ablauf) mit den Nachteilen von Online (kein persönlicher Austausch, kein Small Talk, geringe Aufmerksamkeitsspanne, Konkurrenz zu youtube und Google) verheiraten. Mag sein, dass es gute Online-Konzepte gibt, die funktionieren, aber das Verlegen einer Veranstaltung in die Online Welt ohne drastische konzeptionelle Veränderung macht jedenfalls keinen Sinn.

Welchen Einfluss hat die aktuelle Unsicherheit rund um die Coronapandemie auf den Anmeldeeingang für Ihren Event?

Scheinbar keinen. Der Anmeldestand ist wie in den Vorjahren. Ein Teil unserer Finanzierung ist ja über Sponsoring, und hier merken wir deutlich, dass zum Beispiel internationale Konzerne Buchungen unterlassen, da es die Konzernrichtlinien jetzt nicht erlauben. Andere fragen aber genau jetzt bei uns an, da sie neue Leads brauchen und die Sales Pipelines bis zum Jahresende füllen müssen.

Die Teilnehmer ihres Events blockieren Zeit und geben z.T. Geld aus für Ihre Veranstaltung. Wenn Sie nun trotzdem absagen müssen – wie kommen Sie den Teilnehmern entgegen?

Wir sagen nicht ab, sondern würden im Ernstfall immer verschieben.

Wie stellen Sie sicher, dass Ihr Event nicht Gefahr läuft, zum Infektionsherd zu werden bzw. die Teilnehmer nicht Gefahr laufen, sich nach dem Besuch des Events in Selbstisolation begeben zu müssen?

Da wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv sind, haben wir ein Präventionskonzept entwickelt, das rechtlich ALLEN 3 Ländern gerecht wird und daher ein optimales Mass an Sicherheit gewährleistet. Das Konferenzformat selbst ist schon an sich nicht unbedingt hochriskant, da Abstände, Desinfektion etc. leicht einzuhalten sind.

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Welche Entwicklungen könnten Sie – von BAG-Weisungen abgesehen – zu einer Absage Ihres Events bewegen? Auf welcher Entscheidungsgrundlage fällen Sie den Entscheid über die Durchführung?

Natürlich muss man auch die Stimmungslage im jeweiligen Land, Kanton oder Stadt beobachten. In Wien mussten wir unsere grösste Veranstaltung Anfang April verlegen. Die Entscheidung haben wir getroffen, bevor es noch die rechtlichen Massnahmen rund um den Lockdown gab, da wir mit den entsprechenden Behörden im Austausch sind und die Mediensituation aktiv beobachten. Kurz gesagt, eine BAG-Weisung oder Umstände die darauf hinweisen, dass diese unmittelbar bevorsteht, würden uns dazu bringen, Plan B in Kraft zu setzen und die Verschiebung umzusetzen.

Wie kurzfristig könnten Sie Ihren Event noch absagen, oder anders gefragt: Wie kulant zeigen sich Event-Locations, Veranstaltungstechniker etc.?

Da für uns nur eine Verschiebung in Frage käme, wäre das für die Location überhaupt kein Problem. Im Fall einer rechtlichen Einschränkung, die unser Event unmöglich machen würde, gibt es ohnehin Regelungen rund um das Thema «Höhere Gewalt»

Man muss aber dazusagen, dass wir in sehr positivem Einvernehmen mit unseren Lieferanten stehen und daher auch ein Bewusstsein für deren Situation rund um Liquidität und wirtschaftlichem Überleben haben.

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