Von der Feuerwehr zum strategischen Partner – Confare ImpactAward Nominee Ozan Capraz

by Bianca Bogad-Frey

Von der Feuerwehr zum strategischen Partner – Confare ImpactAward Nominee Ozan Capraz

Ozan Capraz - Von der Feuerwehr zum strategischen Partner

Ozan Capra zist Managing Director der AirIT Services GmbH. Sie haben in den vergangenen Monaten einen großen Schritt gemacht und entwickelt euch von einer klassischen Unternehmens-IT zu einem Dienstleister für die Region. Was bedeutet das konkret und wie geht man mit den widersprüchlich wirkenden Anforderungen dieser Rolle um? Alle Antworten und mehr finden Sie hier im Blogbeitrag.

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Die AirIT Services GmbH gibt es mittlerweile seit über 25 Jahren. Ursprünglich sind wir als interner IT-Dienstleister entstanden. Heute gehen wir einen Schritt weiter und entwickeln uns zu einem regionalen Enabler für die Wirtschaftsregion Frankfurt Rhein-Main.

Für uns bedeutet das, dass wir unsere Leistungsfähigkeit nicht nur intern einbringen, sondern aktiv dazu beitragen möchten, die Region als Wirtschaftsstandort zu stärken und weiterzuentwickeln.

Wie wirkt sich dieser Schritt auf die Rolle als Geschäftsführer aus?

Sehr stark. Früher lag der Fokus vor allem darauf, einen stabilen IT-Betrieb sicherzustellen. Mit der stärkeren Ausrichtung nach außen verändert sich das deutlich.

Wir werden heute auch daran gemessen, wie erfolgreich wir uns am Markt positionieren. Unternehmertum wird wichtiger. Es geht nicht mehr ausschließlich darum, den Betrieb sicherzustellen, sondern auch darum, Sichtbarkeit zu schaffen, neue Kunden zu gewinnen und zusätzliche Umsätze zu generieren.

Gleichzeitig müssen wir unsere Außenkommunikation stärken, Vertriebsstrukturen aufbauen und einen Kulturwandel begleiten. Unsere Mitarbeitenden müssen diesen neuen Weg mitgehen. Darüber hinaus müssen wir Innovationstreiber werden. Denn wenn wir nur das Gleiche machen wie viele andere Anbieter, sind wir einer von vielen. Wir müssen uns überlegen, wie wir uns sichtbar differenzieren können.

Die AirIT Services GmbH wurde ursprünglich gegründet, um die Netzwerkinfrastruktur am Flughafen aufzubauen. Daraus hat sich über die Jahre ein komplettes IT-Systemhaus entwickelt.

Auf die Netzwerkinfrastruktur folgten Managed-Network-Services, Storage- und Serverbetrieb, Cloud-Services und Workplace-Lösungen. So haben wir unser Portfolio Schritt für Schritt erweitert.

Heute geht es jedoch nicht mehr nur darum, klassische IT-Services bereitzustellen. Die Herausforderungen rund um Digitalisierung und AI verändern die Anforderungen grundlegend. Gleichzeitig bietet die Region Frankfurt Rhein-Main enorme Chancen. Diese beiden Faktoren möchten wir zusammenbringen.

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Anforderungen an Sicherheit, Resilienz und Verfügbarkeit sind besonders hoch. Wie gelingt der Spagat zwischen Sicherheit, digitaler Souveränität, Innovation und Kundenorientierung?

Auf den ersten Blick wirken diese Ziele tatsächlich teilweise widersprüchlich. Für uns ist jedoch klar: Sicherheit und Resilienz sind die Grundlage für alles Weitere.

Dafür braucht es klare Leitplanken und eine starke Governance. Innerhalb dieses Rahmens müssen wir Innovation ermöglichen und vorantreiben.

Sicherheit ist keine Bremse, sondern die Voraussetzung dafür, dass Innovation überhaupt stattfinden kann. Viele Kunden erwarten genau diese Kombination.

Ich bin überzeugt, dass die Zukunft in einer intelligenten Mischung liegt: einer souveränen eigenen Infrastruktur als Basis und ausgewählten, geprüften Partnern für zusätzliche Innovationskraft. Am Ende entscheidet jedoch der Kunde. Deshalb sind Vertrauen und Transparenz entscheidend.

 

Wie unterscheiden sich die Erwartungen von internen zu externen Kunden?

Die Unterschiede sind gar nicht so groß, wie man vielleicht denkt. Was sich jedoch stark verändert hat, ist die Erwartungshaltung.

Früher wurde die IT oft als Feuerwehr wahrgenommen. Man wurde dann sichtbar, wenn etwas nicht funktioniert hat.

Heute erwarten Kunden einen strategischen Partner auf Augenhöhe. Sie erwarten nicht nur Reaktion, sondern Proaktivität. Sie möchten End-to-End-Services erhalten – von der Planung über den Betrieb bis hin zur Weiterentwicklung.

Wichtig ist dabei auch die Kommunikation. IT muss verständlich bleiben. Wenn wir ausschließlich in technischen Begriffen sprechen, verlieren wir die Kunden. Deshalb müssen wir komplexe Themen so erklären, dass sie nachvollziehbar und greifbar werden.

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Wie reagieren internen Kunden darauf, dass Leistungen nun auch extern angeboten werden?

Sehr positiv. Unsere bestehenden Kunden bleiben selbstverständlich unsere Basis.

Im Gegenteil: Das Wissen und die Erfahrungen, die wir durch externe Projekte sammeln, fließen direkt zurück in die interne Organisation. Davon profitieren unsere internen Kunden unmittelbar.

 

Welche Auswirkungen hat AI konkret auf AirIT?

Die Auswirkungen sind enorm. Nicht nur auf IT-Organisationen, sondern auf Unternehmen insgesamt.

Für die IT bedeutet das, dass wir uns vom reinen Betreiber immer stärker zum Enabler entwickeln müssen. Wir müssen proaktiv denken und unsere Kunden bei zukünftigen Entwicklungen unterstützen.

Gleichzeitig verschwimmen traditionelle Rollenbilder. Früher waren Infrastruktur, Softwareentwicklung und Fachbereiche klar getrennt. Heute sehen wir beispielsweise Infrastrukturmitarbeitende, die mithilfe von AI APIs entwickeln und Prozesse automatisieren.

Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, aber auch neue Anforderungen an Zusammenarbeit. IT, Fachbereiche, Legal und Compliance müssen deutlich enger zusammenarbeiten. Gerade bei AI spielen Daten und Datenschutz eine zentrale Rolle.

Selbst wir als IT-Organisation sind überrascht, wie schnell diese Entwicklung voranschreitet.

Niemand kann heute mit Sicherheit sagen, wie AI in drei Jahren aussehen wird. Umso wichtiger ist es, aktiv Teil dieser Entwicklung zu sein und nicht abzuwarten.

 

Viele Unternehmen investieren derzeit massiv in AI. Trotzdem schaffen nur wenige den Sprung vom Proof of Concept in die breite Anwendung. Woran liegt das?

Viele Unternehmen suchen nach der einen Lösung für alles. Sie möchten eine Art universelle AI-Plattform schaffen, die sämtliche Anforderungen abdeckt.

Aus meiner Sicht funktioniert das nicht. Erfolgreich sind jene Organisationen, die konkrete Use Cases identifizieren und diese gezielt lösen.

Sie beginnen klein, schaffen Mehrwert und skalieren anschließend Schritt für Schritt. Genau darin liegt häufig der Unterschied.

 

Wie verändert AI die Führungsaufgabe?

AI ist zur Chefsache geworden.

Früher konnte man bestimmte Entwicklungen beobachten und abwarten. Heute wissen wir, dass AI bleiben wird. Deshalb müssen Führungskräfte aktiv gestalten.

Für mich bedeutet Führung heute vor allem, als Enabler zu wirken. Es geht darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, Menschen zu unterstützen und Entwicklung zu ermöglichen.

Wir sollten nicht jeden Schritt vorgeben, sondern Orientierung geben, Vorbild sein und eine Kultur fördern, in der neue Dinge ausprobiert werden können und aus Fehlern gelernt wird.

 

Welche Rolle spielen IT-Führungskräfte für die Zukunftsfähigkeit eines Wirtschaftsstandorts wie Frankfurt Rhein-Main?

Eine zentrale Rolle.

Wenn wir über Digitalisierung, AI und Innovation sprechen, dann werden diese Themen maßgeblich durch IT-Organisationen umgesetzt.

Deshalb tragen IT-Entscheider Verantwortung. Wenn wir nicht aktiv gestalten und investieren, wer soll es dann tun?

Jede Organisation trägt ihren Teil dazu bei. Gemeinsam entsteht daraus die Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Region.

 

Die Digitalisierung in Deutschland wird oft kritisch diskutiert. Wo wir tatsächlich stehen.

Ich sehe zwei Seiten.

Deutschland verfügt über enormes Potenzial, starke Unternehmen und hervorragende Talente. Gerade die Region Frankfurt Rhein-Main bietet große Chancen.

Gleichzeitig fehlt uns häufig Geschwindigkeit in der Umsetzung. Andere Länder handeln oft schneller. Sie starten, sammeln Erfahrungen und verbessern laufend.

Wir hingegen versuchen häufig, zunächst die perfekte Lösung zu entwickeln. Dadurch verlieren wir wertvolle Zeit. Das ist aus meiner Sicht eine der größten Herausforderungen.

 

Wofür steht eine Stimme für Ozan Capraz beim Confare ImpactAward?

Für mich ist das keine persönliche Auszeichnung.

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir entschieden, uns strategisch stärker nach außen zu öffnen. Dass dieser Weg bereits heute wahrgenommen wird, freut mich sehr.

Eine Stimme gehört deshalb dem gesamten Team der AirIT Services GmbH und auch unseren Kolleginnen und Kollegen bei Fraport. Solche Veränderungen gelingen nur gemeinsam.

Die Stimme steht für sichere, souveräne und innovative IT in einem KRITIS-Umfeld und für unseren Anspruch, als Enabler für die Region Frankfurt Rhein-Main zu wirken.

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