Warum Top-Performance als CIO immer schwieriger wird – Survival mit Bear Grylls und Super-Communicators auf dem Gartner Symposium

by Bianca Bogad-Frey

Michael Ghezzo (Confare): Warum Top-Performance als CIO immer schwieriger wird – Survival mit Bear Grylls und Super-Communicators auf dem Gartner Symposium

Warum Top-Performance als CIO immer schwieriger wird – Survival mit Bear Grylls und Super-Communicators auf dem Gartner Symposium

Einer der spannendsten Programmpunkte des Gartner Symposiums war die Auswertung einer groß angelegten CIO-Studie. Dabei wurde der Wirkungsbereich des CIO in vier Quadranten unterteilt – nach innen in Back Office und Core Operations, nach außen in Front Office sowie Products and Services.

Je nach Organisation verantworten CIOs alle vier Felder oder bewegen sich vor allem im nach innen gerichteten Segment.

Ein interessantes Learning: Nur 10 % der CIOs decken den gesamten Leadership Score ab. Aber 65 % planen, ihren Wirkungsbereich im kommenden Jahr zu erweitern.

Das deckt sich mit den Ergebnissen unseres eigenen CIO-Stimmungsbilds, das wir im September im Rahmen der Confare CIOSUMMITs erhoben haben.

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Was Top Performer von anderen CIOs unterscheidet

Nicht Unternehmensgröße, Budget, Teamstärke oder Anbindung ans Top-Management machen den Unterschied.

Gartner identifizierte drei Faktoren, die Top-Performance als CIO bestimmen:

Agility

Jährliche Budgetzyklen bremsen in einer Welt, die sich täglich verändert. Entscheidend ist, Projekte und Methoden schnell zu beenden, wenn sie keine Ergebnisse bringen, und Ressourcen rasch neu zu verteilen.

Das Prinzip lässt sich gut an Metallica illustrieren: Die Band testet neue Songs live beim Publikum, bevor sie ins Studio gehen. Was funktioniert, bleibt – was nicht trägt, wird verworfen. Diese Feedbackschleife ist ein Paradebeispiel für agile Produktentwicklung.

Risk

Top Performer haben einen aktiven Umgang mit Risiko.

Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und komplexe Lieferketten verlangen heute einen risiko-orientierten Ansatz im Sourcing.

Tenacity

Beharrlichkeit im Fokus auf Business Value statt bloßer Effizienz.

Rund 75 % der AI-Projekte führen laut Gartner primär zu Zeiteinsparungen – nicht zu echten Ergebnisverbesserungen. Ein wichtiger Unterschied: Zeitersparnis ist keine Kosteneinsparnis. Und Effizienz allein schafft keinen Mehrwert.

Was CIOs brauchen, um Wirkung zu entfalten

Gartner formuliert zwei zentrale Handlungsfelder:

 

  • Improve your ability to execute – IT muss liefern, nicht nur versprechen.
  • Nurture your influence – Sichtbarkeit und Einfluss innerhalb der C-Suite und in den Fachbereichen sind entscheidend.

Damit fügt sich auch die Auswahl der Keynote des zweiten Konferenztages logisch ein:

Bestsellerautor Charles Duhigg sprach über die Eigenschaften eines Supercommunicators. Seine These: Kommunikation entsteht nicht durch Senden, sondern durch das Stellen der richtigen Fragen – in der IT oft unterschätzt, im Vertrieb selbstverständlich.

Eine hervorragende Gelegenheit, die eigene Wirksamkeit sichtbar zu machen, bietet übrigens der Confare CIOAWARD – die Bühne, auf der IT-Leistung und Kommunikation zusammenfinden.

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Community und Begegnungen

Abseits der Vorträge war der Tag geprägt von Begegnungen:

Mit Freunden aus unserer CIO-Community wie Dr. Michael Müller-Wünsch, Stefan Latuski oder Klaus Glatz, und mit inspirierenden Frauen, die als starke Role Models für die Confare Female IT Community wirken – Aude Vik, Manuela Ratzenböck, Christa Fuernkranz und viele andere.

Der Abend stand ganz im Zeichen des Networkings – bei der traditionellen Country Reception und beim Dinner mit dem CANCOM- und ServiceNow-Team.

Ein großes Dankeschön an Vesna Glatz und das Team von CANCOM Austria rund um Jochen Borenich, Dietmar Wiesinger, Peter Mitterhofer und Reinhold Wurzinger – großartige Gastgeber!

Die Zahl und Qualität der Gäste zeigen, welchen Stellenwert ihr euch in der Community erarbeitet habt.

Ein Wiedersehen mit vielen Top-CIOs, CIOAWARD-Preisträger:innen und Wegbegleiter:innen – Astrid Zöchling, Marcus Frantz, Horst Ulrich Mooshandl, René Roider, Markus Schaal, Alexander Wörndl-Aichriedler, Thomas Wenninger und viele mehr.

Tag 3: Bear Grylls und das Prinzip „Never give up“

Der dritte Konferenztag startete mit einer Keynote von Bear Grylls. Der ehemalige SAS-Soldat, bekannt als Survival-Experte, sprach über die vier Säulen seines Erfolgs: Failure, Fear, Fire, Faith. Er hat mehrfach nur knapp überlebt – und aus jedem Rückschlag Stärke gewonnen. Sein Motto: „Never give up.“

Ein zutiefst unternehmerisches Credo. Unternehmertum bedeutet, trotz Rückschlägen weiterzumachen, sich der Angst zu stellen, das innere Feuer zu bewahren und an das Ziel zu glauben.

Oder, wie es in der SAS-Einheit heißt: Always a little further.

CIO zu sein bedeutet heute, eine Rolle zu übernehmen, die breiter, schneller und unberechenbarer geworden ist als je zuvor. Ein bisschen Survival-Skill schadet da nicht – und Never give up passt erstaunlich gut.

Aus dem Vortrag hinaus – und schon wieder mitten in Gesprächen.

Keine weiteren Sessions, aber die Kernbotschaft des Symposiums bleibt klar:

AI or nothing.

Künstliche Intelligenz dominiert das Programm. Und doch: Nur 11 % der AI-Initiativen haben derzeit messbaren Einfluss auf das Unternehmensergebnis.

Die Hürden sind altbekannt:

  • Effizienz wird über Kundennutzen gestellt.
  • Menschen fürchten Veränderung.
  • Prozesse werden optimiert, statt das Richtige zu hinterfragen.
  • Tools werden implementiert, statt Organisationen zu verändern.

Die eigentlichen Hausaufgaben bleiben dieselben: Change Management, Architektur, Integration – alles, wofür man in guten Zeiten keine Zeit und in schlechten kein Budget hat.

Ein Lichtblick aus Wien

Während hier in Barcelona diskutiert wird, warum KI oft hinter den Erwartungen bleibt, kommen aus Wien starke Nachrichten:

„Der Sturm legt sich – der Allianz-KI-Agent räumt auf“ – so lautet die Meldung aus dem Team der Allianz Technology rund um Thomas Baach.

Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie AI-Initiativen Wirkung zeigen, wenn sie richtig verankert sind.

Ich gratuliere herzlich zu dieser starken Leistung – und finde: absolut preisverdächtig.

Ein Lichtblick im Bereich der Agentic AI, der zeigt, dass Wirkung nicht vom Hype abhängt, sondern von konsequenter Umsetzung.

Mehr dazu HIER.

-Michael

Wer meine Eindrücke vom ersten Konferenztag nachlesen will – https://confare.at/gartner-symposium-technologietrends-das-ende-des-human-in-the-loop-und-jo-malone-als-ueberraschendes-vorbild/

Und wer darüber wissen will, warum Barcelona eine ganz spezielle Beziehung zu IT und Digitalisierung hat: https://confare.at/barcelona-seit-jahrhunderten-ein-ort-des-aufbruchs-heute-ein-treffpunkt-fuer-europas-cios/

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