Wenn Innovation am Tagesgeschäft scheitert – Wenn der bisherige Erfolg zum Risiko für die Zukunft wird

by Yara El-Sabagh

OUT NOW im #ConfareBlog mit Alexander Falchetto : Wenn Innovation am Tagesgeschäft scheitert – Wenn der bisherige Erfolg zum Risiko für die Zukunft wird

Im September startet wieder die Saison für die Confare Digital CIO ThinkTank Webcast Reihe. Mit “Schluss mit den Ausreden: Sind Ihre IT und die dazugehörigen Prozesse fit für die Digitale Transformation?” steht die Digitale Transformation selbstverständlich wieder ganz oben auf der Agenda.

Mit seinem Unternehmen Sol-IT 4U unterschützt Alexander Falchetto Geschäftsführer und Unternehmer dabei, aus den zahlreichen Handlungsfeldern und Trend-Themen rund um IT und Digital diejenigen zu finden, die für das Unternehmen wirklich entscheidend sind. Dabei stößt er insbesondere bei mittelständischen Unternehmen immer wieder auf einen klassischen Show-Stopper: Warum das ändern, was bisher doch so gut funktioniert hat?

Mehr zum Thema Digitale Transformation gibt es auch natürlich im aktuellen Factsheet und bei den Confare CIOSUMMITs in Wien, Zürich und Frankfurt.

Welche Auswirkungen hat die Digitale Transformation der Wirtschaft auf mittelständische Unternehmen?

Ohne konkret auf spezifische Branchen einzugehen sehe ich zwei wesentliche Effekte. Zum einen werden von großen Unternehmen mehr und mehr die großen Märkte und allgemeinen Bedürfnisse abgedeckt, so dass sich KMUs auf Marktnischen zurückziehen müssen. Sie können spezifische Produkte und Services anbieten, die sich für große Unternehmen nicht rentieren oder eben nur lokal erbracht werden können.

Der zweite wesentliche Aspekt betrifft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich höre seit einem Jahr von fast allen Unternehmerinnen und Unternehmern, dass Ihr Wachstum durch Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrenzt ist. Sie könnten mit einer größeren Belegschaft mehr Umsatz machen. Eine Situation, die man in der IT-Branche schon lange kennt. Bisher hat für die meisten Unternehmen gute Qualität und ausgezeichnete Kundenorientierung zum Erfolg geführt. Nun kommt dazu, dass Sie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen motivieren und begeistern müssen und auch noch ein ausgezeichneter Arbeitgeber sein müssen, um das notwendige Personal zu halten und zu finden.

Ich denke, dass nur die Unternehmen in Zukunft reüssieren, die alle drei Aspekte – Qualität, Kunden und Personal – perfekt abdecken.

Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens?

Der Einsatz der modernsten Technik ist notwendig um kostengünstig zu produzieren und um mit einem niedrigeren Personalstand auszukommen.  Unternehmen die nicht digitalisieren haben mittel bis langfristig keine Zukunft.  <PUNKT>

Wo sehen Sie dabei die wichtigsten Handlungsfelder für Unternehmer/Geschäftsführer?

Zum einen muss klar sein: Alles was automatisiert oder digitalisiert werden kann, alles was Computer erledigen können wird umgestellt. Das ist keine Frage, ob man das macht, sondern die Frage ist wann und wie. Mittelfristig ist das eine Pflichtübung, die gemacht werden muss. Aus meiner Erfahrung läuft das bei den meisten Unternehmen und wird von Anbietern der verschiedenen Systeme getrieben. Ein Unternehmer muss Neuem aufgeschlossen sein und Modernisierung und Digitalisierung vorantreiben.

Das Zweite ist das schwierige Problem: Durch Digitalisierung werden manche Geschäftsmodelle obsolet oder verändern sich stark, die Nachfrage am Markt verändert sich. Es ist nicht so leicht rechtzeitig zu erkennen, ob das eigene Unternehmen davon betroffen ist und wie man am besten darauf reagiert. Für Unternehmen ist es manchmal fast unmöglich einen Sprung in neue Geschäftsfelder zu machen, wenn damit das ertragreiche und erfolgreiche bisherige Geschäft beeinträchtigt wird. Die meisten der betroffen Unternehmerinnen und Unternehmer, die ich treffe bauen sich ein zweites Standbein auf und bereiten sich darauf vor das Schrumpfen des bisher erfolgreichen Geschäftsbereichs vor.

Wie wichtig sind Daten und analytische Fähigkeiten für moderne Unternehmensführung?

Ich denke, dass sollte mittlerweile der Standard sein. Natürlich werden von Menschen alle Entscheidungen aus dem Bauch, aus einem Gefühl heraus getroffen. Es ist trotzdem unbedingt notwendig dazu auch Daten und analytische Ergebnisse einfließen zu lasen. Manchmal sind die Daten und Analysen so eindeutig, dass keine Entscheidung notwendig ist, weil klar ist was zu tun ist. Aus Daten und Analysen kann man Wissen erwerben. Als Unternehmer, muss ich so viel wie möglich über mein Unternehmen wissen. Daher sollten so viele zuverlässige Daten wie möglich gesammelt werden.

Was sind die schlimmsten Hürden, wenn es um digitale Innovation im Unternehmen geht?

Ideen und Innovationen gibt es immer, sie lassen sich leicht finden. Das Problem ist immer die Umsetzung, die scheitern normalerweise am Tagesgeschäft. Die gut eingeführte, bewährte täglichen Routine und unsere jahrelang erfolgreichen Geschäftsmodelle verhindern viele Innovationen – zuverlässig.

Um die mit der Innovation einher gehende Änderung herbeizuführen, muss allen Beteiligten klar sein, was Schlimmes passiert, wenn nichts geändert wird. Was passiert, wenn es weiter geht wie bisher? Zum Beispiel konnten viele Unternehmen in der Pandemie innerhalb weniger Tage, bzw. weniger Wochen auf Home Office umstellen. Ohne die gemeinsame Erkenntnis der aller meisten Beteiligten wäre das nicht möglich gewesen. Das Fehlen eines gemeinsam für alle Beteiligten ganz klaren Grund für die Notwendigkeit der Einführung der Innovation ist für mich die schlimmste Hürde.

Was sind die wichtigsten Fragen die Geschäftsführer ihren IT-Verantwortlichen stellen sollten?

Die Tendenz geht in Richtung Cloud-Services und SaaS. Die künftige Rolle der IT ist daher das Verbinden der verschiedenen SaaS System und nicht mehr deren Installation und Konfiguration und Betrieb. Aktuell setzten viele Unternehmen noch On Premise installierte Systeme ein. Gerade für KMUs muss also die Frage sein, wie der IT-Verantwortliche diesen Wandel durchführen will und wo genau künftig die Aufgaben der IT im Unternehmen liegen.  Zugegebenermaßen ist das eine schwierige Frage, da damit für IT-Verantwortliche meist eine Reduktion der IT in personaler und budgetärer Hinsicht – letztendlich auch der Machtposition im Unternehmen – verbunden ist. Trotzdem muss aus Sicht des Unternehmens die Abhängigkeit von der eigenen IT-Abteilung minimiert werden. Künftig benötigt man eher gute IT-Einkäufer um die optimalen Verträge und Lizenz-Modelle zu bekommen.

Welche Anforderungen und Erwartungen müssen IT-Dienstleister und Anbieter erfüllen, um ein guter Partner für den Mittelstand zu sein?

Die wenigsten KMU’s wollen oder können hohe Beratungshonorare bezahlen. Die Produkte und Services müssen daher vom Anbieter schon ziemlich genau auf den Punkt gebracht sein und konkrete Lösungen für Probleme des Unternehmens liefern. KMU’s haben auch meist kein Personal für die Einrichtung und Konfiguration der Systeme. SaaS Lösungen sind daher gut geeignet. Anbieter müssen sich auch überlegen, wie sie Risiken für Ihre Kunden minimieren können und z.B. sehr kurze Bindungsfristen und einfache Vertragsbeendigung anbieten. Wenn die Leistung gut ist, wird der zufriedene Kunde lange bleiben.

In KMUs tritt meistens der Unternehmer selbst die Entscheidung. Die Entscheidungsgrundlagen sind anders als bei angestellten Managern in größeren Unternehmen, diese müssen zumindest mit einem Auge auf Ihre Karriere schauen und dürfen sich keine Fehler leisten. Die Unternehmerin bzw. der Unternehmer entscheidet aber viel freier, sie bzw. er kann leichter Risiken nehmen, wenn es sich für das Unternehmen auszahlt. Es stehen die Vorteile für das Unternehmen im Vordergrund. Die Verkaufsargumente der Services und Produkte müssen dafür ausgelegt sein.

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