“Selbstbewusst und sichtbar sein, auf die eigene Leistung hinweisen – das sind ganz wichtige Erfolgsfaktoren für Frauen in der IT”

by Lisa Baur

Johanna Pfäffle, CIO der REFLEXA-Werke Albrecht, hat die IT eher durch Zufall für sich entdeckt. In einer männerdominierten Welt hat sie sich erfolgreich durchgesetzt.

Im Blog erzählt sie uns, wie sie sich den Respekt ihrer männlichen Kollegen erarbeitet hat, welche Rolle Mentoring und Vorbilder spielen und wie wichtig Diversity für die Innovationskraft im Unternehmen ist.

Erfolgsfaktoren für Frauen in der IT:

Top weibliche CIOs Deutschland

Mehr dazu auch in unserem Blog:

Weiblicher Nachwuchs für die IT: Durch Mentoren und Vorbilder das Interesse an MINT-Fächern stärken
Confare liefert mit den Toplisten weibliche Role Models für die IT – Hier finden Sie Österreichs Top-CIOs

Frauen sind in der IT-Branche selten. Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?

Ich bin eine typische Quereinsteigerin. Ich hatte eineBeCIO Johanna Pfäffle - CIO_vom Dienstleister zur Unternehmensführung kaufmännische Ausbildung und habe bei Reflexa in der Abteilung Fakturierung angefangen. Bei der Einführung eines Programmes zur Erfassung von Fakturen hatte ich mich sehr engagiert und Interesse an der Programmierung gezeigt. Der damalige IT-Leiter hat mich sozusagen „entdeckt“ 🙂 und ich wechselte dann in die IT. Das war der Beginn meiner IT-Karriere.

 

 

Hat sich die Rolle des CIO verändert?

Ja! Ich finde, die Rolle hat sich gravierend verändert. Vom Dienstleister der IT-Infrastruktur zur Verfügung stellt, zum wesentlichen Teil der Unternehmensführung. Die Aufgabe für den CIO ist es, Strategien zu entwickeln, Technologien intelligent einzusetzen und damit zur Weiterentwicklung des Unternehmens beizutragen. Softskills wie Kreativität, Strategie, Planung, Führung sowie Fingerspitzengefühl und Diplomatie gewinnen immer mehr an Bedeutung.

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Wie gestalten Sie Ihre Aufgaben?

Ich erstelle eine Jahresplanung über alle Projekte im Unternehmen in denen die IT involviert ist. Außerdem arbeite ich viel im Outlook mit Aufgaben und Wiedervorlageterminen und erstelle eine ToDo-Liste mit den wichtigsten Punkten für folgenden Tag. Ein realistischer und vernünftiger Plan befreit meinen Kopf und ich ordne damit das tägliche Durcheinander. Trotzdem bleibe ich auch immer spontan für Unvorhergesehenes.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher in der IT-Branche gemacht? Werden Frauen in Ihrer Branche akzeptiert?

Wenn ich mit meinen männlichen Mitarbeitern irgendwelche IT-Veranstaltungen besucht habe, war es oftmals so, dass andere Teilnehmer mit denen wir ins Gespräch kamen, immer davon ausgegangen sind, dass mein männlicher Mitarbeiter der Chef ist.
Beim Kennenlernen bzw. am Anfang einer Zusammenarbeit wird man als Frau in der Regel nicht voll akzeptiert. Als Frau muss man sich den Respekt der männlichen Kollegen erst erarbeiten. Wenn man längerfristig zusammenarbeitet funktioniert das dann gut.

Wie wichtig sind Themen wie Mentoring und Vorbilder? Welche Unterstützung wünschen Sie für Frauen?

Weibliche Führungskräfte in typisch männlichen Berufen steigern die Aufstiegschancen anderer Frauen in Unternehmen und haben automatisch eine Vorbild- und Mentoren-Funktion. Die Frauen benötigen keine spezielle Unterstützung. Wünschenswert ist eine Gleichbehandlung und gleiche Bezahlung wie die männlichen Kollegen. Das hat sich leider bis heute immer noch nicht durchgesetzt.

Welche Rolle spielt Diversity? Schafft Diversity einen Mehrwert für Ihr Unternehmen?

Eine enorme Steigerung der Innovationsfähigkeit, durch viele unterschiedliche Denkweisen und Ideen. Ticken die Mitarbeiter nicht alle gleich, steigt die Kreativität. Betriebe, die die Besonderheiten der Mitarbeiter unterstützen, haben produktivere und loyalere Angestellte.

Was sind 3 wichtigsten Tipps, die Sie jungen Frauen geben würden, die eine Führungsrolle im IT-Management anstreben?

BeCIO Johanna Pfäffle - Wichtige Erfolgsfaktoren für FrauenFrauen sollten sich mehr zutrauen, strategischer an ihre Karriere herangehen und Beförderungen aktiv einfordern.
Selbstbewusst und sichtbar sein, auf die eigene Leistung hinweisen, das sind ganz wichtige Erfolgsfaktoren.
Auch haben Frauen oft Hemmungen, ihre Netzwerke für einen bestimmten Zweck – etwa einen neuen Job – einzusetzen. Wer seine Kontakte nutzen kann und sich ethisch korrekt verhält, sollte das tun.

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