Wie die Cloud die Unternehmens-IT verändert – Thomas Williams von T-Systems im Bloginterview über die Innovationskraft der Cloud

by Michael Ghezzo

Anlässlich des 5. SWISS CIO SUMMIT haben wir Thomas Williams von T-Systems Switzerland gefragt, welche Änderungen Cloud-Technologie für die Unternehmens-IT bringt und wieviel Innovationskraft wirklich in der Cloud liegt.

Wie sicher ist die Cloud tatsächlich?

Keine Frage, IT-Sicherheit und Datenschutz spielen eine zentrale Rolle für Unternehmen, die Dokumente, Kontakte und Kundendaten in der Cloud speichern und verarbeiten wollen. Die IT-Sicherheit zielt darauf ab, Daten und Anwendungen in den Rechenzentren und auf den Transportwegen vor unbefugten Zugriffen und Cyberattacken sowie vor Viren und Trojanern zuverlässig zu schützen. Deshalb läuft die Datenkommunikation zwischen lokalem Rechner und den Servern im Rechenzentrum des Providers verschlüsselt. Sind die Transportwege gesichert, geht es um das Thema Datenschutz im Rechenzentrum selbst.

Dabei gilt es vor allem diverse Vorgaben und Gesetze einzuhalten, etwa die Persönlichkeitsrechte nach dem Datenschutzgesetz, verschiedenen europäischen Richtlinien oder auch unternehmenseigene Datenschutzregeln. Wichtig zu wissen: Für Schweizer Cloud-Provider mit Rechenzentren am Standort Schweiz gilt grundsätzlich ein sehr hoher und umfangreicher Datenschutz. Unternehmen können sicher sein, dass ihre Bits und Bytes hierzulande gut aufgehoben sind. 7402 Meme Swiss CIO_16 Williams

Cloud-Anbieter achten streng darauf, dass ihre Rechenzentren physisch geschützt sind: vor Überschwemmungen, Bränden, Blitzeinschlägen oder auch vor den Versuchen Unbefugter, sich gewaltsam Zutritt zu den Räumen zu verschaffen. Geschultes Sicherheitspersonal, Hochsicherheitszäune oder Alarmsysteme lassen Rechenzentren von professionellen Anbietern daher oft wie Hochsicherheitstrakte wirken.

 Auch im Inneren der Anlage wird vorgesorgt: Jedes Rechenzentrum besitzt eigene Brandmelde- und Löschanlagen, die direkt mit der Feuerwehr gekoppelt sind. Die eigentliche Gebäudetechnik und ihre zugehörigen Versorgungswege sind mit Ersatzeinrichtungen doppelt ausgelegt. Jedes Rechenzentrum verfügt über eine eigene unterbrechungsfreie Stromversorgung, auch sie ist mindestens doppelt ausgelegt.

Unter Berücksichtigung der oben genannten durch professionelle Cloud Anbieter getroffenen IT Sicherheits-Massnahmen, denken wir das Cloud Computing hochsicher ist.

Was sind Ihrer Ansicht nach die 5 wichtigsten Veränderungen, die das Thema Cloud für die Unternehmens-IT bringt?

Cloud Computing basiert darauf, dass Ressourcen aus einem Pool bezogen werden. Daher benötigen die Unternehmen keine eigene IT-Infrastruktur. Der Cloud-Anbieter stellt die technische und applikatorische Infrastruktur in seinen Rechenzentren zur Verfügung und kümmert sich um Installation, Betrieb und Wartung – inklusive Stromversorgung, Kühlung, Redundanz, Backup und Disaster Recovery. Damit entfallen für den Kunden riskante Investitionen in physische Server und Rechenzentren. Cloud Services sind:

1. Schnell und einfach verfügbar: Eine für Unternehmen geeignete IT-Infrastruktur muss schnell einsatzfähig sein und ohne großen Integrationsaufwand zuverlässig funktionieren. Cloud-Angebote stellen innerhalb von wenigen Minuten virtuelle Ressourcen bereit oder entfernen diese wieder, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Dabei unterstützt oder ersetzt die Cloud-Infrastruktur bestehende Systeme. Zusätzlich entfällt der Administrationsaufwand für den Betrieb der lokalen IT.

2. Skalierbar: Neben den Ausgaben für Produkte und Prozesse sowie Personal gehören skalierbare Systeme zu den drei wichtigsten Investitionen von Unternehmungen die in neue Geschäftsmodelle investieren. Sobald ihre Dienstleistung oder Anwendung eine gewisse Kundenbasis erreicht hat und das Interesse weiter wächst, benötigen diese Unternehmungen schnell geeignete IT-Kapazitäten, um die Nachfrage zu bewältigen. Eine Lösung dafür bildet eine flexibel skalierbare Cloud-Infrastruktur: Hier lassen sich Systemleistung, Anzahl der virtuellen Server, Applikationsbibliothek und ergänzende Services dem Bedarf des Unternehmens jederzeit anpassen. Auftretende Lastspitzen oder schnelles Wachstum kann das Startup dann problemlos und meist ohne Verzögerung bewältigen. Beruhigt sich die Lage wieder, entfernt der Provider einfach die nicht mehr benötigten Ressourcen.

3. Stark gesichert: Viele klassische Unternehmen zögern heute noch beim Thema Cloud Computing aufgrund vermeintlich schwächerer Datensicherheit. Findige Unternehmen haben in der Regel bereits erkannt, dass Cloud-Provider inzwischen ein Sicherheitsniveau bieten, das herkömmliche Rechenzentren oft übertrifft. Schließlich haben sie erheblich in die Sicherheit ihrer Infrastruktur investiert und sind zum Beispiel nach der internationalen Norm ISO/IEC 27001 zertifiziert.

4. Übersichtliche Kosten: Das Volumen der genutzten Cloud-Ressourcen und die damit verbundenen Kosten können Unternehmen einfach prüfen. Die Provider bieten nämlich oft mehrere Preismodelle an, die eine variable Gestaltung der IT-Kosten sowie eine transparente Übersicht erlauben. So existieren Angebote mit Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch (Pay per Use), Mischmodelle mit festem (Prepaid-Basis) und variablem Anteil oder Dedicated-Modelle mit ausschließlich für den Kunden bereitgestellten Kapazitäten (Prepaid-Modell).

5. Hoch flexibel: Cloud-Infrastrukturen ermöglichen die flexible Kombination von Public Cloud, Private Cloud und lokal installierten Lösungen. Häufig nutzen Unternehmen einen hybriden Ansatz, also eine Mischung aus selbst betriebener Hardware in einem externen Rechenzentren (Colocation) und vollständiger Auslagerung in die Cloud. Schließlich erfüllt eine reine Public oder Private Cloud nicht immer die Anforderungen agiler Entwicklungsteams. Mit hybriden Ansätzen lassen sich die Vorteile aus beiden Welten nutzen. Dabei können die Cloud-Services schnell, flexibel und zielgerichtet an den entsprechenden Bedarf angepasst werden. Dies vermeidet sowohl überflüssige Ausgaben als auch zu wenig Kapazitäten.

Was ist bei der Implementierung von Cloud-Lösungen im Unternehmen zu beachten?

Nur wenige Unternehmen haben bis dato umfassende Vorgehensweisen und Strategien entwickelt, wie sie Cloud-Konzepte nutzen können, um die bestehende IT in ein flexibles und offenes IT-Ökosystem zu verwandeln. Schliesslich ist die Transformation in eine hoch standardisierte, Cloud-getriebene IT-Architektur keine einfache Aufgabe – und mit grossen Risiken verbunden. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist es, dass die bestehenden Anwendungslandschaften analysiert und bewertet werden. Zudem gilt es vorab  zu prüfen, ob sich die Geschäftsprozesse überhaupt für die Cloud eignen und wie bereits bestehende Softwarelösungen sinnvoll mit dem neuen Cloud-Konzept integriert werden, um die Nutzenvorteile der Cloud auch voll auszuschöpfen. Erfahrene Experten können bei der Transformation mit Know-how und Ressourcen unterstützen. Der Provider sollte langjährige Erfahrung im klassischen Outsourcing und mit dem dynamischen Bezug von ICT-Ressourcen übers Netz besitzen, über eigene Netze verfügen und nach internationalen Sicherheitsnormen zertifizierte Rechenzentren betreiben

Welche Rolle spielt Cloud Technologie für Innovation und neue Geschäftsmodelle?

Die innovativen Wirkungen von Cloud Computing sind oft wichtiger als Kosteneinsparungen. Cloud Computing eröffnet wichtige Räume für Innovation und ermöglicht das Experimentieren mit neuen Geschäftsmodellen, neuen Partnerschaften und erweiterten Wertschöpfungsketten. Ohne die Cloud gäbe es viele neue Geschäftsmodelle von heute nicht!  Neueste Technologien wie die Cloud entwickeln sich zunehmend zum Haupttreiber für die Innovationskraft in allen Branchen und bilden das Fundament der Digitalisierung

Auf dem Confare Swiss CIO Summit treffen sich am 22. September in Zürich mehr als 100 hochkarätige IT-Manager. Hier werden die besten IT-Manager der Schweiz mit dem Swiss CIO AWARD ausgezeichnet.

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