Wie erfolgreich ist der Greenfield Ansatz? Confare Swiss CIOAWARD Gewinner Ralf Luchsinger

by Bianca Bogad-Frey

Wie erfolgreich ist der Greenfield Ansatz? Confare Swiss CIOAWARD Gewinner Ralf Luchsinger

Wie erfolgreich ist der Greenfield Ansatz? Confare Swiss CIOAWARD Gewinner Ralf Luchsinger

Der Confare CIOSUMMIT Zürich feiert dieses Jahr sein 15 Jubiläum. Zu diesem Anlass haben wir einige Confare Swiss CIOAWARD zu unserem Interviewformat „Behind the Badge“ eingeladen. Heute im Interivew: Ralf Luchsinger (Bank Avera). 

Ralf spricht über seine Zeit als junger CIO – sein moderner Zugang zur Rolle, sein Greenfield Ansatz und seine Zeit nach dem Award.  

Du warst einer der ersten Preisträger des Confare Swiss CIOAWARD. Was hat diese Auszeichnung damals bei dir ausgelöst?

Es hat sehr viel Freude ausgelöst. In der IT wird man normalerweise eher dann wahrgenommen, wenn etwas nicht funktioniert. Deshalb war es ein besonderes Gefühl, ausgezeichnet zu werden, weil etwas gut gelaufen ist.

Für mich war es auch eine Bestätigung, dass neue Wege, die ich damals gegangen bin, anerkannt wurden. Und natürlich war auch Stolz dabei — gemeinsam mit dem Team wirklich etwas verändert zu haben.

 

Was war damals das Besondere an eurem Ansatz?

Mich hat nie interessiert, wie Dinge schon immer gemacht wurden. Spannend war für mich immer die Suche nach neuen Möglichkeiten. Gerade in der Bankenwelt war das damals teilweise durchaus revolutionär.

Wir hatten früh Lösungen und Produkte, die überregional funktioniert haben, während andere noch sehr stark in klassischen Strukturen gearbeitet haben. Das hat Bewunderung ausgelöst — teilweise aber natürlich auch Neid.

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Wie wurde der Award intern und extern aufgenommen?

Intern war das durchaus gemischt. Wenn plötzlich sehr viel Aufmerksamkeit auf die IT fällt und dann noch auf einen jungen IT-Leiter, sorgt das nicht überall automatisch für Begeisterung.

Extern war die Resonanz extrem positiv. Gerade in einer Randregion der Schweiz war es bemerkenswert, dass eine vergleichsweise kleine Bank Dinge umgesetzt hat, die viele nicht erwartet hätten.

 

Wie hat sich deine Karriere danach weiterentwickelt?

Die Geschwindigkeit blieb hoch. Innovationen mussten weiterhin schnell umgesetzt werden, weil Vorsprünge heute nicht lange halten.

Nach 23 Jahren bin ich schließlich in eine andere Bank gewechselt, in der praktisch keine eigene IT vorhanden war. Dort konnte ich wieder bei null beginnen und eine neue Organisation aufbauen — technologisch und organisatorisch. Diese Möglichkeit, auf der grünen Wiese etwas Neues zu gestalten, war extrem spannend.

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Welche Rolle spielt dabei die CIO-Community?

Der Austausch hilft enorm. Netzwerke, Erfahrungsaustausch und die Community waren für mich immer wertvoll. Viele Herausforderungen müssen nicht überall neu gelöst werden. Genau darin liegt auch die Stärke solcher Communities.

 

Der Confare Swiss CIOAWARD feiert 2026 sein 15-jähriges Jubiläum. Wie hat sich die Rolle des CIO verändert?

Vom Grundverständnis her hat sich gar nicht so viel verändert. Es geht immer noch darum, Veränderungen zu antizipieren, Trends richtig einzuordnen und neue Technologien sinnvoll zu integrieren.

Massiv verändert hat sich allerdings die Geschwindigkeit. Gerade mit AI erleben wir aktuell eine Dynamik, die ich in dieser Form noch nie gesehen habe.

Ich sage oft: Das ist ein „Hypersonic Tsunami“. Wenn man am Abend die letzten Entwicklungen liest, sieht die Welt am nächsten Morgen schon wieder anders aus.

 

Welche Auswirkungen hat AI konkret auf deine Arbeit als CIO?

Die Operationalisierung läuft bereits voll. Wir arbeiten täglich mit AI — aktuell vor allem im konzeptionellen und wissensbasierten Bereich.

Jetzt entstehen zunehmend Agenten, die selbstständig Aufgaben übernehmen. Das verändert vieles. Gerade in Banken gibt es aber auch klare regulatorische Grenzen. Deshalb braucht es weiterhin strukturierte Prozesse und nachvollziehbare Entscheidungen.

Großes Potenzial sehe ich vor allem im Backoffice und in der Verarbeitung von Informationen. Dort entstehen gerade enorme Effizienzgewinne.

 

Die Rolle des CIO bringt enormen Druck mit sich. Wie gehst du persönlich damit um?

Ich glaube, das ist stark eine Frage der persönlichen Grundeinstellung. Man muss jeden Tag sein Bestes geben und gleichzeitig akzeptieren, dass man nicht alles kontrollieren oder vorhersehen kann.

Für mich spielt Dankbarkeit dabei eine wichtige Rolle. Ich fokussiere mich auf die Dinge, die möglich sind — nicht auf jene, die nicht funktionieren. Man darf sich selbst in dieser Rolle auch nicht zu wichtig nehmen.

 

Was macht heute eine preiswürdige IT aus?

Es geht darum, sehr viele Faktoren gleichzeitig auszubalancieren: Nutzen, Kosten, Sicherheit, Flexibilität und Komplexität.

Eine starke IT braucht gute Technologie, aber genauso Organisation, Agilität und Kundennähe. Entscheidend ist am Ende, dass beim Kunden tatsächlich ein Nutzen ankommt.

 

Kundenzentrierung wird auch für CIOs immer wichtiger. Was bedeutet das für dich?

Für mich beginnt das bei der Datenstrategie. Daten müssen in einer Qualität und Struktur verfügbar sein, dass daraus tatsächlich Nutzen entstehen kann.

Die großen Herausforderungen der letzten Jahre waren oft Datensilos und fehlende Verbindungen zwischen Informationen. Genau dort entsteht heute der Hebel für neue Technologien und bessere Kundenerlebnisse.

 

Was möchtest du Confare zum 15-jährigen Jubiläum in der Schweiz mitgeben?

Vor allem ein großes Dankeschön. Man spürt bei Confare sehr viel Herzblut und Authentizität. Für mich war die Community immer sehr familiär.

Auch persönlich war das Netzwerk in vielen Phasen wertvoll. Deshalb: Gratulation zum Jubiläum und bitte weiter so.

 

Warum sollten IT-Führungskräfte beim Confare Swiss CIOAWARD einreichen?

Weil man dadurch gezwungen wird, einmal bewusst zurückzuschauen. Im Alltag löscht man oft nur Brände und springt von Thema zu Thema.

Der Bewerbungsprozess hilft dabei zu reflektieren, was man bereits erreicht hat — und wo vielleicht noch Entwicklungspotenzial liegt. Allein dafür lohnt sich die Teilnahme schon.

Der Confare Swiss CIOAWARD feiert 2026 sein 15-jähriges Jubiläum. Seit vielen Jahren bringt Confare gemeinsam mit der CIO-Community jene IT-Führungskräfte vor den Vorhang, die Unternehmen und Organisationen aktiv weiterentwickeln.

Mehr Informationen zum Confare Swiss CIOAWARD und zum Confare CIOSUMMIT Zürich finden Sie auf Confare.at.

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