Trau Dich! Sei Neugierig! Feiere Deinen Erfolg! Als Frau Karriere in der IT machen

by Anthony Torno

Interview mit Daniela Graussam: 2021 hat es gestartet: Das erste Confare Female IT-Mentoring hat erfolgreiche Frauen in CIO-Position mit weiblichen High Potentials zusammengebracht. Die hohe Resonanz, die diese Initiative in der Branche ausgelöst hat, zeigt: Die IT braucht mehr Weiblichkeit. Zusammen geht das besser als alleine, meint Daniela Graussam, die als Head of Corporate Application Management bei SIGNA tätig ist.

Weiter geht es mit prominenter Sichtbarkeit und wertvollem Austausch für weibliche IT-Karriere beim 15. Confare #CIOSUMMIT Wien, Österreichs größtem IT-Management-Forum mit mehr als 600 IT-Profis, knapp 100 Vortragenden und mehr als 60 spannenden und innovativen AnbieterInnen aus der IT-Branche. Und hier gibt es auch die Chance dabei zu sein, wenn das Confare Female IT-Mentoring weitergeht.

Welche Bedeutung hat denn gender diversity für ein Unternehmen? Welche Vorteile bringt ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis?

Daniela Graussam: Gender Diversity ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in einem Unternehmen. Zahlreiche Studien belegen, dass in geschlechtergemischten Teams die Qualität der Arbeit höher ist und mehr neue Ideen entstehen. Das wirkt sich auch positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens aus. Generell ist Diversität ein großer Erfolgsfaktor, was auch das Alter, kulturellen Background, etc. miteinschließt.

Die IT-Branche ist immer noch männlich dominiert. Ist es hier besonders schwer, als Frau Karriere zu machen?

Daniela Graussam: Ich glaube, dass man das nicht so verallgemeinern kann. Ob es einfach oder schwierig ist, Karriere zu machen, hängt von vielen Aspekten ab; wie der Unternehmenskultur und -philosophie, den involvierten Persönlichkeiten und vielem mehr. Durch die männliche Dominanz kann jedoch ein Gefühl der Ausgeschlossenheit entstehen, was es Frauen schwerer macht, sich zu etablieren. Meine Empfehlung ist daher, sich ein Netzwerk aufzubauen, sowohl im eigenen Unternehmen als auch außerhalb. Der Austausch mit Gleichgesinnten hilft oft weiter; nicht nur um festzustellen, dass es vielen Frauen ähnlich geht, sondern auch um spezifische Themen zu diskutieren, Anregungen zur Weiterbildung, neue Herangehensweisen und Sichtpunkte kennenzulernen.

 

Wie geht es Mädchen in der technischen Ausbildung?

Daniela Graussam: Da ich als „Quereinsteigerin“ in der IT gestartet habe, kann ich dazu nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Ich denke, je früher die Möglichkeiten der spezifischen Ausbildungen aufgezeigt werden und das Interesse geweckt wird und gesellschaftliche Vorurteile abgebaut werden, desto einfacher ist es für Mädchen diesen Weg zu gehen.

Welche Bedeutung haben Role Models und Vorbilder?

Daniela Graussam: Vorbilder oder Role Models haben einen großen Einfluss darauf, welche Möglichkeiten wir für uns in Betracht ziehen und wie wir uns unsere eigene Zukunft ausmalen können. Ich denke, es muss sich dabei nicht um ein explizites Vorbild handeln, sondern die Vorbildfunktion kann sich durch viele kleine Situationen und Erfahrungen ergeben. Arbeiten wir in einem Unternehmen mit sowohl weiblichen als auch männlichen Führungskräften, können wir uns diesen Karriereweg für uns leichter vorstellen. Ich denke, es ist bereits im Kinderalter wichtig, diese Vorbilder und Rollenbilder zu etablieren und das sollte über möglichst viele Kanäle passieren, in der Ausbildung, in der Freizeit und optimalerweise im familiären Umfeld.

Was sind denn Ihre 3 wichtigsten Tipps an junge Frauen, die in der IT oder in der IT-Branche Karriere machen wollen?

  • Trau dich! Wir können mehr als wir selbst vermuten, dabei ist der erste Schritt oft der schwierigste. Wer interessiert ist, schafft es, hier Fuß zu fassen. Man sollte sich nicht einschüchtern lassen, von denen, die vielleicht lauter sind oder selbstbewusster wirken – oft spiegelt das nicht das tatsächliche Wissen und die Umsetzungskraft wider.
  • Sei neugierig! Speziell in der IT-Branche verändert sich der Status-quo sehr rasch. Es gibt viel mehr Möglichkeiten und Richtungen, in die man sich entwickeln kann, als den klassischen IT Systemadministrator.
  • Feier deinen Erfolg! Wir tendieren dazu, unsere Arbeit als selbstverständlich anzusehen. Das sichtbar machen unserer Erfolge hilft, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und auch von anderen so wahrgenommen zu werden.

Wo gibt es denn aus Ihrer Sicht die größten Handlungsfelder in Unternehmen und in der Gesellschaft, um diese Situation zu verbessern?

Daniela Graussam: Unternehmen können interne Netzwerke zum Austausch schaffen, die dafür sorgen, dass sich – vor allem junge – Frauen wohl fühlen und ein motivierendes Umfeld sicherstellen. In männerdominierten Unternehmen hilft es, das Bewusstsein zu schaffen, welche Bereicherung ein diverses Arbeitsumfeld bietet.

Auch in der Gesellschaft soll das Bewusstsein erweitert werden, dass Technik nicht gleichbedeutend mit männlich ist. In unseren Lehrplänen sollte die Digitalisierung stärker Einzug finden, um hier bereits möglichst früh das Interesse zu wecken und Angst zu nehmen. Dazu ist es auch nötig, die unbewussten Vorurteile, die wir haben, aufzubrechen.

Welche Rolle spielen Mentoring und Coaching? Wo kann man sich Unterstützung suchen?

Mentoring und Coaching spielen eine wichtige Rolle in unserer beruflichen Weiterentwicklung und Karriere. Allein schon bewusst zu reflektieren und Dinge des Alltags anzusprechen kann einem weiterhelfen, Lösungsansätze zu entwickeln. Coaching hilft auch die Angst zu verlieren, über eigene Defizite zu sprechen und bietet daher den ersten Schritt zur Weiterentwicklung. Durch gezielte Fragen mit einem Blick von außen werden Themen in einem anderen Blickwinkel gesehen, was den Horizont erweitert. So können Kommunikationsstrategien, weitere Entwicklungsschritte, etc. entwickelt werden. Es gibt außerdem „Werkzeuge“ die im Coaching vermittelt werden, die bewusst in schwierigen Situationen im Berufsalltag eingesetzt werden können. Mentoren/Buddies innerhalb eines Unternehmens können dabei helfen schneller „anzukommen“ und bieten oft einen Ansprechpartner außerhalb des eigenen Teams an den man sich mit allgemeinen Fragen wenden kann, der motiviert und Denkanstöße gibt. Es gibt zahlreiche Netzwerke speziell für Frauen (in der IT), die auch Mentoring-Programme anbieten.

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