CONFARE CIO IMPACT CHALLENGE NOMINEE Ulf Hallmann – Wie Wertstoff-Wiederverwertung mit IT neu gedacht wird

by Stephanie Ellemunter

CIOs und IT-Manager machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie leben neue Führungsprinzipien vor, schaffen die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder helfen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Digitalisierung und Technologie erfolgreich zu begegnen. Sie verändern Unternehmen oder sogar ganze Branchen, helfen Menschen, die in Not sind und leben gesellschaftliche Verantwortung vor.

Kennen Sie solche Vorbilder? Bis Ende Juli kann man sie nominieren, diese Weltverbesserer und Verantwortungsträger – bei der DACH-weiten Confare CIO IMPACT Challenge. Die Gewinner werden beim Confare CIOSUMMIT Frankfurt gekürt. Wollen Sie persönlich die besten Beispiele erleben? Melden Sie sich jetzt an.

Confare Impact Challenge

Wir stellen Ihnen Ulf Hallmann in unserem Blog vor. Kennen Sie weitere solche Vorbilder? Bis Ende Juli kann man sie nominieren, diese Weltverbesserer und Verantwortungsträger – bei der DACH-weiten Confare CIO IMPACT Challenge. Die Gewinner werden beim Confare CIOSUMMIT Frankfurt gekürt. Wollen Sie persönlich die besten Beispiele erleben? Melden Sie sich jetzt an.

Die 3 Rs der Nachhaltigkeit, Reduce, Reuse, Recycle sind Teil des Kerngeschäfts bei Landbell. Als CIO nutzt Ulf Hallmann die Möglichkeiten der Digitalisierung und von Daten um Nachhaltigkeit für alle Beteiligten einfacher und nützlicher zu machen. Plattformgedanken, das Überwinden von Silos und ganzheitliches Handeln sind seiner Ansicht nach dafür ausschlaggebend.

Ulf Hallmann ist Ihr Kandidat, wenn es um die Auszeichnung als Impactful CIO geht? Ab 1. Juli geht das Publikumsvoting los. Wir freuen uns, wenn Sie der IT-Community Ihre Stimme geben. Wollen Sie auf dem Laufenden bleiben? Abonnieren Sie jetzt den Confare Newsletter.

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Wie kann man sich als Laie das globale System der Wertstoff-Wiederverwertung vorstellen?

Ulf Hallmann Nominierter der Impact Challenge

Das Prinzip der „Erweiterten Herstellerverantwortung“ führt dazu, dass „Inverkehrbringer“ bestimmter Produkte (Hersteller oder Importeure) für Rücknahme und Recycling ihrer Produkte Sorge tragen müssen. Diese Rücknahmepflicht umfasst auch jegliche Verpackung, die an den Endverbraucher gelangt, und trifft damit eine Vielzahl von Inverkehrbringern.  Darüber hinaus wird der Kreis an Produkten, die einer Rücknahmepflicht unterliegen, stetig erweitert. Neben Elektrogeräten und Batterien sind in einigen Ländern mittlerweile auch Möbel, Textilien und Reifen betroffen.
Neben gesetzlich initiierten Recyclingaktivitäten betreiben einige Hersteller auch freiwillige Rücknahme- und Recyclingprogramme, um eine möglichst hochwertige Wiederverwendung enthaltener Materialien oder Komponenten nach Ende einer Nutzungs- oder Lebensdauer zu erlangen. Darunter fallen zum Beispiel auch Waren aus Rückläufen, Überproduktionen oder bestimmten Retouren.

Während das übergeordnete Ziel, nämlich das Schließen von Wertstoffkreisläufen, international und global weitestgehend einheitlich bzw. ähnlich formuliert ist, unterscheidet sich dessen Umsetzung von Land zu Land zum Teil erheblich. Ausschlaggebend dafür sind regionale Unterschiede in Gesetzgebung, Infrastruktur und Verbraucherverhalten. Allen Ansätzen gemein ist die Notwendigkeit zum Aufbau einer Sammelstruktur, zur Regelung der Kostenverantwortung sowie zur Steuerung und Überwachung entstehender Mengenströme.

Vereinfacht formuliert wird der Erfolg der Rücknahmebemühungen daran gemessen, ob ein festgelegter Anteil in Verkehr gebrachter Produkte schlussendlich in ein Sammel- und Recyclingsystem gelangt. Dazu bedarf es (1) genauer Kenntnis in Produkten enthaltener Materialien, (2) Erfassung auf den Markt gebrachter Mengen pro Produktkategorie, (3) gesteuerter Sammel- und Logistiksysteme, (4) nachverfolgbarer Mengenströme, (5) eines mannigfaltigen Berichtswesens sowie nicht zuletzt (6) gültiger Rechtsgrundlagen. Zur Erlangung von „Environmental Compliance“ ergibt sich ein komplexes Zusammenspiel aus Produktdaten- und Knowledgemanagement, Rücknahmesystemen und Logistik, welches jeder Inverkehrbringer, trotz global gleicher oder sehr ähnlicher Produkte, für jedes belieferte Land individuell aufs Neue zu lösen hat. Zudem sind die beteiligten Akteure in jedem Land andere. Es ergibt sich die bahnbrechende Chance der Implementierung eines ganzheitlich integrierten Ansatzes.

Wie sieht eine datengetriebene Vision für die Kreislaufwirtschaft aus?

Ulf Hallmann Nominierter der Impact Challenge

Zentrale Informationsbausteine der Circular Economy sind Informationen zu Materialtyp und -beschaffenheit, Gewicht und Lokation. Jedoch werden diese Informationen an den verschiedenen Prozessschritten in unterschiedlicher Qualität und Granularität benötigt. Zudem sind sie auf Grund geltender rechtlicher Grundlagen oft geknüpft an rahmengebende Standards, die lokal und/oder materialstromspezifisch verschieden sind.

In der traditionellen Abfallwirtschaft findet die Informationserfassung und -verarbeitung nach wie vor daher stark innerhalb regionaler „Silos“ und zudem vielfach rückwärtsgerichtet bzw. reaktiv statt. Dieser Ansatz spiegelt die immer noch vorherrschende Vorgehensweise bei der Wertstoffsammlung: Oftmals wird auf anfallende Stoffe reagiert und infolgedessen eine bestmögliche Weiterverarbeitung organisiert. Ungünstige Auslastung von Sammel- und Recyclingstrukturen sowie nicht ausreichende Nutzung von Innovationspotenzial bei der Wertstoffwiederverwendung können die Folgen sein.

Die Vision besteht darin, verschiedene Datenverarbeitungssegmente in einem ganzheitlichen System abzubilden. Dadurch können Daten auf neuem Niveau miteinander verschnitten werden und Ableitungen getroffen werden, welche ein pro-aktives Handeln ermöglichen. Ziel ist es, die Vorhersagbarkeit von Wertstoffströmen zu erhöhen und damit sowohl agile, zielgerichtete Sammelstrukturen als auch effizientere operative Strukturen zu ermöglichen.

Nur durch pro-aktives und ganzheitliches Handeln kann das Schließen von Materialkreisläufen letztendlich gelingen.

Was braucht es, um diese Vision umzusetzen?

Zur Umsetzung der beschriebenen Vision braucht es einen Datenfundus, dessen Tiefe und Struktur die Anwendung intelligenter Mining- und Simulationsansätze ermöglicht, und dessen Breite relevante Märkte ausreichend abdeckt. Hierzu wiederum sind aktive Beiträge zahlreicher Systemteilnehmer und Stakeholder erforderlich.

Diese Beiträge werden nicht allein durch rechtliche Rahmenbedingungen stimuliert werden können. Es ist vielmehr erforderlich, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligen nicht nur der Generierung von Daten dient, sondern zu einem echten Mehrwert für alle Akteure führt.

Marktführende etablierte Systeme in anderen Branchen beweisen eindrucksvoll, dass durch intelligentes Datenmanagement erhebliche Mehrwerte geschaffen werden können. Es gilt, diese Ansätze auf die Circular Economy zu übertragen.

Confare CIOSUMMIT Frankfurt

Welche Rolle spielen Sie als CIO dabei?

Wir sprechen im vorliegenden Kontext nicht allein von Daten, denn „nur“ das Sammeln und Aufbereiten von Daten, mit noch so modernen Methoden, garantiert weder den notwendigen Mehrwert noch die Begegnung alltäglicher Herausforderungen und Realitäten. Aus meiner Sicht kann der beschriebene Ansatz nur dann zum Erfolg führen, wenn die richtigen Informationen zur richtigen Zeit und in der richtigen Art und Weise miteinander in Beziehung gebracht werden.

Neben technischer Expertise benötigt es Marktkenntnis, operative Felderfahrung, sowie aktive Moderation aller Systemteilnehmer. Hier nehme ich als CIO, als Brückenbauer und Mittler zwischen den Welten, eine zentrale Rolle ein.

Ulf Hallmann Nominierter der Impact ChallengeWie weit sind Sie denn bereits bei der Erreichung dieser Ziele? Was sind die nächsten Schritte?

Zur Umsetzung griffen wir zunächst funktional auf etablierte Systemkomponenten der circul8 Suite zurück. Um hohen Anforderungen an umfassendem Datenmanagement, Konnektivität und Convenience begegnen zu können, hoben wir diese Komponenten unter rollendem Rad auf eine neue technische Basis. Dieser Schritt ist größtenteils abgeschlossen, betreffende Systemteilnehmer befinden sich in einer Migrationsphase.

Der nächste Schritt bestand und besteht in der Erweiterung des Systems um zusätzliche Komponenten zur Abbildung des geschilderten ganzheitlichen und skalierbaren Ansatzes. Erfolgsfaktoren dabei sind einerseits die Bindung von Talenten sowie andererseits der Ausbau ansprechender innovativer Konzepte. Diese Aktivitäten gestalten sich mit dem Hintergrund der Pandemie besonders anspruchsvoll, tragen aber bereits sicht- und messbare Früchte.

Unser Ansatz besteht aus einem permanent lernenden und wachsenden System. Wir werden uns dem mit all unserer Leidenschaft und Energie widmen.

Wieviel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft? Was bedeutet das in der täglichen Praxis?

Selbstverständlich tragen Führungskräfte hohe soziale Verantwortung. Ich für meinen Teil setze auf die Erfahrung langfristig zusammenwirkender Teams. Hier erweisen sich zufriedene, motivierte Mitarbeiter, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein respektvoller Umgang miteinander sowie technische/operative Excellenz und Entrepreneurship als hilfreich. Es ist meine Aufgabe als Führungskraft, diesbezüglich entsprechende Wachstumsreize zu setzen.

Weiterhin bin ich froh und dankbar dafür, mit auf den ersten Blick rein technologischen Ansätzen unserem Globus zu einer besseren Zukunft verhelfen zu können. Unsere Verantwortung erstreckt sich somit nicht mehr nur auf die gegenwärtige Gesellschaft, sondern auch auf nachfolgende Generationen.

Welche Bedeutung hat die Confare CIO Impact Challenge für Sie persönlich?

Die Confare CIO Impact Challenge ist für mich eine Plattform, welche es erlaubt, sowohl Gesicht als auch Sinnzusammenhang systemtechnischer Fortschritte zu vermitteln. Ich hoffe auf die Multiplikation von Intelligenz durch Kommunikation und Networking, sowie auf die Inspiration von Nachwuchskräften, welche unseren bescheidenen Impact als Basis für noch viel weiter gehende Leistungen zu nutzen verstehen.

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