Bis 2025 wird Continental zur AI driven enterprise: Die 3 wichtigsten KI Trends, die Sie im Auge behalten müssen

by Lisa Baur

In der IT der Continental AG ist AI Strategist Oliver Lindner dabei, gemeinsam mit Kollegen und dem Business den Weg des Unternehmens zu einem AI ready und letztendlich AI empowered Enterprise zu gestalten. Als Keynote Speaker beim 7. Swiss CIO SUMMIT, dem schweizer IT-Treffpunkt mit mehr als 150 IT Professionals aus dem DACH Raum, wird er über die wichtigsten Schritte auf diesem Weg berichten. Im Vorfeld haben wir ihn gefragt, was die wichtigsten AI Trends aus seiner Sicht sind und was eine zukunftsfähige AI Strategie ausmacht.

Welche Veränderung bringt die Digitalisierung für Deine Branche und für Dein Unternehmen?

Dafür müsste man erst den Begriff Digitalisierung definieren. Für mich bedeutet das den Tod des Kugelschreibers bzw. aus Schallplatte (analog) wird Spotify (digital und neues Geschäftsmodell).
Und Digitalisierung ist kein Projekt, sondern eine Reise ohne Wiederkehr, denn es gibt kein Zurück und vermutlich auch kein Ende aufgrund der kontinuierlichen Veränderung die wir täglich erleben, speziell in der IT. So müssen sich auch Sisyphus oder Odysseus gefühlt haben, wobei letzter ja wieder heimkam. In Summe ist es privat wie beruflich ein Paradigmenwechsel, denn es ändert sich enorm viel (alles?).
Es gilt eine systemische Sicht einzunehmen bei dem Thema, denn neben neuen Technologie auf Basis von KI und Daten, gibt es noch viele andere Themenbereich inkl. Führung und Organisation die dadurch betroffen sind oder erst einmal etabliert werden müssen.

Wie bereits erwähnt ergeben sich durch diese Reise völlig neue datengetriebene Geschäftsmodelle. Bei Continental haben wir neben einer existierenden Produktorientierung (e.g. Reifen) jetzt ergänzend eine Service Orientierung etabliert und bieten Mobility Services für den externen Markt an. Das führt nicht nur zu neuen Chancen, sondern auch zu neuen Erkenntnissen, Arbeitsweisen, neuem Wissen und weiteren Ideen. Ein kontinuierlicher Innovationkreislauf wird somit in Gang gesetzt.
Durch Digitalisierung wird vieles schneller werden (Real time economy) und komplexer (e.g. IoT). Neues Wissen muss in kürzester Zeit angeeignet werden (Liquid Workforce), neue Berufsbilder ergeben sich (eine neue Herausforderung für HR und IT), globale Teams müssen sich dynamisch mit unterschiedlichen Experten zusammenfinden um agile Projekte zu realisieren (es gibt nicht mehr „den Plan“) und Führung muss neu gedacht werden. Wer das nicht beherrscht wird 2ter. Aber in der Digitalen Welt mit Daten und Technologie gilt: „There is no 2nd.“

Welche Rolle spielt KI dabei?

Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle. Vielleicht heute Swiss CIO Summit - Lindner_KI-Haltungennoch nicht zu 100%, aber der Boom ist riesengroß. Es gibt aktuell 2 Gruppen von Personen. Die erste überschätzt meiner Meinung nach was KI heute schon alles kann, bzw. wie groß der Aufwand ist für Installation und Betrieb von neuen Lösungen. Das gilt z.B. für Chat Bot Technologie, denn der Aufwand einen Chat Bot leistungsfähig zu machen (mit oder ohne KI) und leistungsfähig zu halten, ist größer als viele vermuten. Die Andere Gruppe unterschätzt meines Erachtens nach, was in 7 Jahren möglich sein wird, denn KI ist eine exponentielle Technologie. D.h. man muss jetzt beginnen und auf Basis von Projekten Erfahrung sammeln, Netzwerke, Architekturen und Wissen aufbauen, neue Rollen (e.g. Automation Expert) entwickeln u.v.m., um dann den Mehrwert auch nutzen zu können. Sonst ist es, wie wenn Sie jemanden im Mittelalter ein Auto auf den Hof stellen, die werden damit nicht fahren können und Dich als Hexer verbrennen. Für die Continental AG, ist AI eines der zentralen Themen und wir wollen bis 2025 ein AI Empowered Enterprise (Continental AG AI Strategie) Das bedeutet natürlich auch für uns, die oben genannten Voraussetzung zu etablieren um im ersten Schritt AI ready und dann AI empowered zu sein.

Was sind die Eckpunkte einer nachhaltigen KI Strategie?

Für KI selbst, braucht man Daten, Rechenleistung, (= Cloud) Algorithmen und Menschen (Wissen / Kreativität). KI ist in dem Kontext ja lediglich ein Spielfeld auf dem sich viele Technologien und Methoden befinden. E.g. Maschine Learning. Neben diesen gekauften oder selbsterzeugten (programmierten) Technologien, braucht man die entsprechende (Enterprise) Architektur, ein exzellentes Service Management (nicht nur ein bisschen Service Desk und Incident Management), neuen agile, flexible, globale Organisationsformen, interne und externe Partner (e.g. Consulting, Hochschulen und Forschung), ein reifes Prozess Management und qualifizierte Menschen in neuen Rollen. Und etwas ganz banales – man muss es auf Top Management Ebene wollen und unterstützen, wie es bei uns der Fall ist.

Was sind die 3 wichtigsten KI Trends, die man im Auge behalten sollte?Swiss CIO Summit - Lindner_KI-Trends

Aus beruflicher Sicht in der IT, sehe ich 3 Bereiche die wichtig erscheinen.

  1. Advanced Analytics (alles rund um das Thema Daten Visualisierung und Auswertung von Daten)
  2. Intelligente Prozess Automatisierung (Sie geben den Menschen damit Zeit!)
  3. Conversational Platforms (Intelligente Dialog Systeme im Bereich e.g. Suche, Finden, Klassifizieren, Fragen beantworten, Automatisierung triggern)

Aus Sicht des autonom fahrenden Autos gibt es gewiss andere Schwerpunkte e.g. Machine Learning, Deep Learning, neurale Netze usw.
Betrachtet man die Menge an Daten die heute bereits ein Auto in Summe mit all seinen Systemen erzeugen kann (bis zu 4TB per Stunde), kann man sich vorstellen, dass es noch viele zukünftige Optionen und Ideen es noch geben wird in Verbindung mit neuen Technologien, um diese Daten gewinnbringend zu nutzen.
Ich denke, die wahre „Power“ der neuen Technologien liegt in deren Kombination. Wobei man sich meines Erachtens nach auch immer die ethische Frage stellen muss: „Sollen wir alles realisieren, was realisierbar ist?“

Welche Rolle spielen Digitale Ecosysteme dabei?

Swiss CIO Summit - Lindner_AI Potentiale nutzenIch glaube Digitale Ecosysteme spielen eine zentrale Rolle. Digitalisierung heißt in Plattformen denken und handeln. FANG (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google) machen es uns vor. Dafür benötigt man integrierte Applikationsarchitekturen die Teile einer Enterprise Architektur sind. So etwas kann man nicht fertig kaufen, das muss man selber entwickeln und bauen. Auch wenn die Anbieter etwas anderes suggerieren. Um das hinzubekommen muss man einen hohen Reifegrad im Bereich Prozess – & Service – und Architektur Management besitzen.

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