Was wir aus der Corona-Krise lernen müssen

by Annecilla Sampt

Zukunftsforscher: Resilienz und Effektivität schlagen Effizienz

Marcel Aberle ist Zukunftsforscher und leitet das Zukunftsinstitut in Wien. Im Vorfeld der Confare Konferenz zum Digitalen Wandel, #IDEE2020, wollten wir von ihm wissen, welche Vorhersagen er für die Zukunft nach der #Coronakrise hat – Wirtschaft, Digitalisierung und was wir aus der Krise lernen sollten.

 

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Wie geht man als Zukunftsforscher mit einer plötzlichen Krise wie der Covid-19 Situation um?

Aus Sicht der Trend- und Zukunftsforschung ist die Corona-Krise ein sogenannter Black Swan – Eine plötzliche und unvorhersehbare Krise. Beim Umgang mit solchen komplexen Krisen, ist es wie mit komplexen Trendentwicklungen. Der Schlüssel liegt im systemischen Denken und Analysieren. Nur so haben wir die Chance, die ganzheitlichen Zusammenhänge und Auswirkungen zu verstehen. Wir am Zukunftsinstitut haben hier für ein Modell entwickelt. Siehe: https://www.zukunftsinstitut.de/trend-canvas-covid-19-impact-analyse/

Was sind deiner Ansicht nach die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise?

ResilienzDie wirtschaftlichen Auswirkungen sind verheerend, alleine wenn man sich die Explosion der Arbeitslosenzahlen in Amerika anschaut, ahnt man das Ausmaß. Für die Schlussrechnung ist es jedoch noch zu früh. In der Netzwerkforschung spricht man auch von einem Cluster-Fuck, jedes Cluster der zusammenbricht hat wiederum erhebliche Auswirkungen auf andere Cluster. Spannend wird nun sein, wie schnell wir die Systeme wieder hochfahren können und welche überlebt haben bzw. überleben können.

Welche Auswirkungen wird die aktuelle Situation auf die Digitale Transformation haben?

Die digitale Transformation profitiert erheblich von der Krise. Zoom (Online Meeting Tool) hatte Anfang des Jahres noch ca. 10 Mio. User täglich, aktuell verzeichnen sie 200 Mio. User täglich. Das Image der Technologie hat ja die letzten Jahre etwas gelitten. Aufgrund der Angst vor KI und dem Missbrauch von privaten Daten. Durch die Krise, hat sie nun wieder einen deutlichen Image-Push erhalten.

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Wie gut ist unsere Gesellschaft auf die aktuelle Situation vorbereitet? Was sollten wir daraus lernen?

Also wenn ich den Hype um das Toilettenpapier sehe, waren wir nicht besonders gut vorbereitet. Das ist aber ein mentales Thema und entsteht daraus, dass unser Gehirn gebaut ist, um zu überleben und wir eben Angst getrieben sind. Ich denke wir sollten lernen, dass Resilienz und Effektivität wichtiger sind als Effizienz. Wir haben viele Systeme, wie das Gesundheitssystem, über Jahre auf effizient getrimmt und nun haben wir gemerkt, wie instabil es die Systeme macht. Der Trend der Glokalisierung (Zusammenspiel von Lokalen- und Globalen Systemen), den wir am Zukunftsinstitut schon seit Jahren beobachten, wird sicher deutlich zulegen, denn nur so kann man unabhängige und resiliente Systeme schaffen.

Welche drei Vorhersagen würdest du für die Zeit nach der Covid-19 Krise wagen?

Grundsätzlich denke ich, dass in Sachen Telearbeit, die Extreme verschwinden werden und wir einen viel objektiveren Umgang zur Telearbeit und der Digitalisierung haben werden. Denn viele werden merken, dass Telearbeit durchaus funktioniert, aber eben auch seine Grenzen hat. 
Neben der Digitalisierung und den NewWork Themen, wird auch der Megatrend Neo-Ökologie einen starken Push erleben. Der klare Himmel über den Hautstädten Chinas und die schwimmenden Fische im klaren Wasser von Venedig, heben die Diskussion um Nachhaltigkeit und Klimaschutz nochmals auf eine ganz andere Ebene.

Confare #IDEE 2020
am 4. November in Wien

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