220 für #CIO2020 – Bernd Rattey

by Alp Keser

Über 220 CIOs und Top IT-Manager (m/w) aus dem DACH-Raum sind im Rennen um die prestigeträchtige Auszeichnung CIO OF THE DECADE. Eine Initiative von Confare und EY in Zusammenarbeit mit Superevent.

In dieser Blog-Reihe stellen wir unterschiedliche Persönlichkeiten vor, die für den Award nominiert sind.

Bernd Rattey
DB Fernverkehr AG | CIO seit 2016

Bisherige Stationen:
– DB Fernverkehr AG | VP Sales Ticket Machines
– Lufthansa | Director Group IT Architecture and Innovation Management
– Lufthansa | Director IT Customer Frontends (eCommerce)

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Was sind die wichtigsten Faktoren für den Erfolg als CIO?

Für mich zuerst das Beziehungsmanagement und der Umgang mit Menschen: Mit allen Menschen im eigenen Unternehmen, mit dem eigenen Team – aber auch mit den diversen IT-Partnern. Als zweites glaube ich, dass ein CIO die für viele schwierige Materie IT strukturieren und einfach und wirksam kommunizieren kann und darüber Vertrauen aufbaut. Weiterhin sind exzellente Balancefähigkeiten hilfreich: Das stetige Balancieren zwischen Governance und Business Enabler/Innovator oder auch zwischen „Nein“ sagen (es ist leider nicht alles machbar) und „verlässlicher Partner“ prägt den Tag. Zudem ist für mich wichtig, nicht nur anzukündigen, sondern auch zu liefern: Das gilt für kleine pragmatische Themen mit grossem Nutzen, aber auch für die anspruchsvollen Business-Transformationsprojekte.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aufgaben des CIO? Haben sich diese in der letzten Dekade verändert?

Ich glaube, dass sich die Aufgaben eines CIO tatsächlich verändert haben. Noch vor wenigen Jahren wurden viele CIO’s daran gemessen, ob sie das Kostenmanagement oder die Verfügbarkeit der IT-Services im Griff haben, das waren wichtige KPIs für das Tagesgeschäft. Technologische Kompetenz war der Kern der Arbeit. Heute stehen andere Fragen im Fokus: Wie können wir die End-to-End-Prozesse unterstützen? Wie hoch ist die Kundenzufriedenheit? Sind wir mit den Massnahmen, die wir auf der IT-Seite getroffen haben, auf dem Weg, die Kundenzufriedenheit zu verbessern? Um wie viele Punkte verbessern wir diese? Das ist sehr viel relevanter, als zu schauen, dass ich die letzten zwei Prozent an Kosten einspare.

Wie sehen Sie das Spannungsfeld zwischen Business und IT? Hat sich das Verhältnis verändert?

Digitalisierung ist für mich das Zusammenspiel oder vielmehr das mathematische Produkt aus Prozessen (Business) und IT. Es funktioniert nur, wenn man das zusammen betrachtet. Und bei einem Produkt ist das Ergebnis Null, wenn einer der beiden Operatoren Null ist.

Was mich dabei leitet: Wie bekommt man fachliche Anliegen und dazugehörige IT-Anforderungen auf einen gemeinsamen Nenner? Indem man zunächst einmal die Perspektive des betreffenden Kollegen oder der Kollegin aus dem Business einnimmt, seine Geschäftsfunktion betrachtet und überlegt, welchen Beitrag er oder sie zum Geschäftserfolg leisten muss und kann. Das Business erwartet vom CIO Flexibilität und passgenaue Lösungen. Die IT hat dabei aber auch die Einheitlichkeit von IT-Architekturen und die Einhaltung von Standards im Blick. Beide Interessenlagen gilt es so zu harmonisieren, dass optimale IT-Lösungen im Sinne des Endkunden entstehen. Auch bei innerbetrieblichen Projekten kommen mitarbeiterzentrierte Ansätze zum Wirken. Natürlich darf es auch dezentrale IT geben – die Nähe zum Business ist immer ein klarer Vorteil.

In Summe empfinde ich die Beziehung in den letzten Jahren deutlich verbessert – die IT ist erwachsen geworden.

Was sehen Sie denn als Ihre grössten Erfolge in den letzten 10 Jahren?

Ich freue mich immer, wenn die von uns geschaffenen Lösungen sichtbar sind und etwas bewirken. So haben wir vor 18 Monaten im Fernverkehr entscheiden, alle Menschen auf den Zügen (Triebfahrzeugführer und die Menschen im Bordservice) nicht nur mit einem Tablet sondern auch mit einem vernünftigen Smartphone auszustatten. Von der Idee bis zum Zeitpunkt der Übergabe der nett verpackten Pakete mit den Smartphones haben wir 5 Monate benötigt. Zuvor hatten die Mitarbeiter des Bordservices häufig ihre privaten Geräte herausgeholt, wenn die Fahrgäste Fragen hatten. Das war sicherlich kein komplexes Projekt, aber eines mit einer sichtbaren Wirkung. In diese Reihe gehören für mich aber auch bei meinem alten Arbeitgeber gelungene Produkte wie die Einführung einer neuen Automatengeneration. Daneben bin ich stolz darauf, in meinem Unternehmen der IT eine Stimme und Identität gegeben zu haben: Die IT ist jetzt mittendrin statt nur dabei.

Wie gestalten Sie die Rolle als Führungskraft und Talente-Manager?

Ein wichtiger Punkt beim Thema Führung von IT ist das, was heute neudeutsch „Purpose“ heisst. Warum kommen die IT-Mitarbeiter jeden Tag zur Arbeit und was kann jeder einzelne zum Gesamtwerk beitragen? Besonders IT-Mitarbeiter fühlten sich in der Vergangenheit oft wie das fünfte Rad am Wagen. Denn die Erfolge hat das Marketing gefeiert, für die Misserfolge musste die IT antreten. Ich halte es für unglaublich wichtig, der IT zu vermitteln, wie wichtig deren Beitrag für den Erfolg ist. Das ist sehr viel konkreter als zu sagen: „Wir wollen in der Plattformökonomie eine führende Rolle einnehmen“, um einmal ein willkürliches Beispiel zu skizzieren. Es ist wichtig, den Kolleginnen und Kollegen wirklich jeden Tag zu sagen: „Genau das ist unser Beitrag und du bist ein wichtiger Teil davon.

Konkret bedeutet dies für mich, dass ich versuche, deutlich mehr Zeit mit meinen Kollegen zu verbringen, als mit technischen Themenstellungen. Talente zu finden, sie zu binden und sie zu entwickeln ist enorm wichtig. Ich habe einige Jahre im HR-Umfeld gearbeitet und versuche mich auch heute noch daran zu erinnern. Letztlich bin ich dafür verantwortlich, dass wir eine Identität als IT ausprägen.

Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, um als CIO Karriere zu machen?

Die klassische Antwort ist in immer noch eine gute Basis: Eine solide IT-Ausbildung, Projektmanagementkompetenz und daneben Erfahrung in den Kerndisziplinen des IT-Managements. Da heute jeder Geschäftsprozess von IT durchdrungen ist, hilft auch eine ganzheitliche Sicht auf die Wertschöpfungskette des Unternehmens und auch erlebte operative Verantwortung für Teile davon. Die Basis muss aber erweitert werden: Da ich die Themen Beziehungsmanagement und Kommunikation als erfolgskritisch sehe, sollte man dort auch an sich gearbeitet haben. Es läuft nicht immer alles glatt und rund, da helfen Beharrlichkeit und  eine gesunde Portion Optimismus. Zu guter Letzt: Wenn man schon früh eine Liebe zur IT entwickelt hat und dabei täglich Freude hat, ist das auch nicht karrierehemmend…

Was bedeutet die Auszeichnung CIO OF THE DECADE für Sie persönlich?

Diese 10 Jahre haben die Rolle der IT wahnsinnig verändert: Vom internen Dienstleister zum Gestalter der digitalen Veränderung. Ich bin dankbar, dies ich dies zu einem Teil mitgestalten durfte und freue mich daher sehr, dass diesen Themen mit einem solchen Wettbewerb auch in die Öffentlichkeit dringen.

Wir wünschen Bernd Rattey und allen Nominierten viel Erfolg!

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