#CIOAWARD Preisträger Guru Sivaraman über IT im Universitätsspital Zürich: Die technologische Transformationskraft der Spitzenmedizin

by Yara El-Sabagh

OUT NOW im #ConfareBlog – #CIOAWARD Preisträger Guru Sivaraman über IT im Universitätsspital Zürich: Die technologische Transformationskraft der Spitzenmedizin

Digitalisierung und IT im Gesundheitswesen sind besser als ihr Ruf! Das haben die Confare Swiss #CIOAWARD Preisträger bewiesen. Guru Sivaraman hat als CIO des Universitätsspital Zürich eine umfangreiche Modernisierung und strategische Ausrichtung auf die Zukunft vorgenommen. Dass dies gelungen ist, beweist die Auszeichnung als CIO des Jahres, vorgenommen durch Confare in Zusammenarbeit mit EY und Computerworld. Eine hochkarätige Jury rund um EY Partner Jan Leitermann hat die Einreichung einer strengen Prüfung unterzogen und kam zum Ergebnis: Guru Sivaraman hat die IT eines der grössten Schweizer Krankenhäuser erfolgreich an der strategischen Vision ausgerichtet: «Wir sind die technologische Transformationskraft für Spitzenmedizin am USZ».

Verliehen wurde die Auszeichnung am wichtigsten Schweizer IT-Management Treffpunkt, dem Confare #CIOSUMMIT Zürich. Bereits jetzt sind Anmeldungen für das kommende Jahr möglich. Für den Confare Swiss #CIOAWARD kann man hier einreichen und nominieren: https://confare.at/swiss-cio-award/

Exklusive #ConfareBlog mit #CIOAWARD Preisträger Guru Sivaraman

Krankenhäuser gehören zu den komplexesten Organisationsformen überhaupt. Was sind heute die grossen Herausforderungen beim Krankenhaus-Betrieb?

Mit rund 900 Spitalbetten und fast 300’000 Pflegetagen gehört das Universitätsspital Zürich (USZ) zu den grössten Spitälern der Schweiz. Jedes Jahr behandeln wir rund 42’000 stationäre Patientinnen und Patienten und verzeichnen über 600’000 ambulante Besuche an 43 Kliniken und Instituten. Mehr als 8400 Mitarbeitende aus 92 Nationen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen sind am USZ tätig. Der Spital-Betrieb wird 24/7 sichergestellt: Jeden Tag werden beispielsweise 1’700 Patient*innen behandelt, 13’000 chirurgische Instrumente verwendet, 80 Operationen durchgeführt, 11’900 Zimmer gereinigt, 10 Tonnen Material transportiert und 5’000 Mahlzeiten vorbereitet. Eine Konsequenz dieser Komplexität ist eine umfangreiche Informatikplattform mit etwa 1’200 IT Applikationen, die den Spital-Betrieb unterstützt.

Das USZ ist aber nicht nur ein grosses Behandlungsspital, sondern auch ein akademisches Zentrum mit einer der höchsten Publikationsraten in Europa. Daraus entsteht ein Balanceakt zwischen Erhalten und Transformieren den ich gerne mit dem eines Autoherstellers vergleiche, der sowohl Lastwagen als Rennwagen produziert. Der Lastwagen veranschaulicht die Spitalinfrastruktur mit dem Fokus auf Versorgung, Verfügbarkeit, Sicherheit und Kosteneffizienz. Der Rennwagen steht dem gegenüber mit Forschung, Innovation und Agilität für das Gesundheitswesen der Zukunft. Beides unter einem Hut zu bringen wäre selbst für finanzstarke Unternehmen eine grosse Herausforderung.

Im Spitalumfeld sind jedoch die Finanzmittel äusserst eingeschränkt. Denn nebst den grundsätzlichen wirtschaftlichen Herausforderungen und der Fragmentierung müssen notwendige Bauvorhaben selbstständig finanziert werden. Auch die grossen Vorhalteleistungen und Verlust von Erträgen aus elektiven Leistungen während der COVID-Pandemie stellen das USZ vor eine enorme finanzielle Herausforderung.

Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung dabei?

Die Digitalisierung wird das Gesundheitswesen und die Spitäler auf drei Ebenen transformieren: im Patientenerlebnis, im eigentlichen Behandlungsablauf und in der Effizienzsteigerung des Spitalbetriebs.

Digitale Innovationen werden für die medizinische Versorgung von Patienten immer wichtiger. Bereits heute werden Artificial Intelligence und Machine Learning für die intelligente, automatisierte Diagnose-Empfehlung von Behandlungsmethoden im klinischen Kontext eingesetzt. Patient*innen sind im Umgang mit anderen Dienstleistern zahlreiche digitale Anwendungen und Interaktionsformen gewohnt. Ihre Ansprüche steigen und damit auch die Erwartungen an die Gesundheitsdienstleister, ein gleichermassen digital unterstütztes und optimiertes Erlebnis anzubieten – sei es hinsichtlich Mobilität, über eine Spital-App, im Ambulatorium am interaktiven Empfangsterminal oder im Spitalbett. Die Digitalisierung wird damit zum Wettbewerbsfaktor.

Das gesamte Gesundheitssystem im Zusammenspiel zwischen Gesetzgebern, Tarifträgern und Leistungsanbietern leidet unter steigenden Kosten, Komplexität, Fragmentierung und fehlender Transparenz. Auch indirekt, aufgrund des herrschenden Kostendrucks und der durch den Gesetzgeber geförderten Verschiebung von stationärer zu ambulanter Behandlung (und später zu Heimpflege), müssen Spitäler zunehmend aktiv auf Digitalisierung setzen: Einerseits, um Effizienzgewinne zu erzielen, andererseits um sich effektiv mit Patient*innen ausserhalb des Spitals zu vernetzen und auch dort die Kontinuität der Behandlung sicherzustellen. Damit bietet die Digitalisierung Spitälern ein immenses Potential, dessen optimale und zielgerichtete Wertschöpfung eine überlegte Strategie verlangt.

Wie gestalten Sie Ihre Rolle als CIO?

Guru Sivaraman: Ich in meiner Rolle als CIO und wir gemeinsam als Informatik setzen uns täglich ein für einen reibungslosen Betrieb der IT-Backbone, für verbesserte Produktivität im medizinischen und administrativen Spitalbetrieb, für einen effizienten Digital Workplace für Spitalangestellte, und letztendlich für die möglichste effektive und angenehme Behandlung der Patient*innen.

Mit Hinblick auf die Digitalisierung haben wir uns als USZ IT die Vision gesetzt: «Wir sind die technologische Transformationskraft für Spitzenmedizin am USZ». Damit möchten wir zum strategischen Partner bei der Weiterentwicklung des USZ durch die Digitalisierung werden, was Kommunikations- und Überzeugungsarbeit erfordert. Als Basis dafür ist es meine Aufgabe, sowohl die technischen als auch die überfachlichen Kompetenzen der IT-Mitarbeitenden sowie der IT Führungskräfte zu fördern und entwickeln.

Wo hat die Transformationsreise der IT im Universitätsspital Zürich begonnen? Wo soll sie hinführen?

Die Transformationsreise der USZ IT hat mit meinem Eintritt ins USZ im Januar 2019 und einer 100-Tage-Lagebeurteilung begonnen. Im nächsten Schritt haben wir im IT Führungskader unsere VPP (IT Vision, Purpose und Prinzipien) festgelegt und Big Hairy Audacious Goals (BHAGs) für die IT als Leitplanken für jährliche IT Ziele beschrieben.

Wir haben uns intensiv damit befasst, was die digitale Transformation von Medizin und Gesundheitswesen für uns in Zukunft bedeutet. In einem strukturierten, breit abgestützten Prozess mit Vertretern aus der Medizin und dem ganzen Spital haben wir die Planungsbasis für die digitale Transformation des USZ auf der Basis von mehreren Teil-Roadmaps entwickelt: Business-Roadmaps für die Medizin auf Basis Business-Szenarien bzw. Erneuerung baulicher Infrastruktur, IT Plattformen / Backbone, Transformation der IT-Organisation. Die Digitalisierungs-Roadmap gilt nun als strategischer Backlog für sämtliche IT Projekte / Investitionen. Die wichtigsten IT Backbone Initiativen sind mittlerweile genehmigt und initiiert. Als wichtiges nächstes Ziel sehen wir die Erneuerung der USZ Unternehmensstrategie und die Klärung der Finanzierung der Digitalisierungs-Roadmap auf Ebene Verwaltungsrat bzw. mit dem Eigentümer.

Die Transformation der IT-Organisation wurde ebenfalls mit der Einführung einer Service Management Framework und Plattform sowie erster Capabilities erfolgreich initiiert. In einem nächsten Schritt folgen weitere Prozesse und die Umsetzung des Target IT Operating Models. Parallel dazu haben wir den Kulturwandel innerhalb der Informatik initiiert, indem wir eine Kulturanalyse durchgeführt, ein Change Team gegründet sowie Kommunikation und Dialog mit diversen Instrumenten neu aufgestellt haben.

Mittelfristig wollen wir die bestehenden IT-Organisations- und Backbone- Programme mit Business Initiativen für Smart Operations, Clinical Enablement und Digital Health erweitern. In 2029 wollen wir wesentliche Teile unserer Digitalisierungs-Roadmap umgesetzt haben und unserer IT Vision einen grossen Schritt nähergekommen sein.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen?

In den vergangenen drei Jahren haben wir einen wichtigen Mindshift im USZ initiiert. Auf allen Ebenen entsteht langsam das Verständnis für die Bedeutung der Digitalisierung für die Medizin, und dass wir diese Capability bewusst strategisch entwickeln und finanzieren müssen. Für die Erstellung der Digitalisierungs-Roadmap haben wir eng mit den Fachbereichen zusammengearbeitet, Vertreter aus dem Business stark in den Prozess mit eingebunden, um die Prioritäten aus dem gesamten Spital zu bündeln.

Auf operativer Ebene arbeiten wir intensiv an der Verbesserung des IT Betriebsmodells hinsichtlich Verbindlichkeit in Delivery, Finanzierung und Governance. Nachdem die Maturität der IT Organisation und Prozesse über mehrere Jahre eher zu wenig entwickelt wurde, setzen wir hier den Fokus als Basis für die Transformation.

Was bedeutet der Confare #CIOAWARD für Sie persönlich?

Guru Sivaraman: Der Confare #CIOAWARD wäre für mich, aber auch für unsere ganze Informatik-Organisation, eine grosse Anerkennung für unsere begonnene Transformationsreise. Diese Auszeichnung würde ein bedeutsames Zeichen dafür setzen, dass wir auf dem richtigen Weg sind – nicht nur im USZ sondern auch auf dem Arbeitsmarkt, wo wir als Spital im bekannten War for Talent mit eingeschränkten Mitteln mitbewerben. Der Confare #CIOAWARD würde mich stolz machen und wäre Ansporn für uns für die kommenden Schritte.

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