Confare #ImpactChallenge Nominee Annette Hamann, Beiersdorf: Unleash Female Talent in Tech

by Yara El-Sabagh

Annette Hamann – Confare #ImpactChallenge Nominee

CIOs und IT-Manager machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie leben neue Führungsprinzipien vor, schaffen die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder helfen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Digitalisierung und Technologie erfolgreich zu begegnen. Sie verändern Unternehmen oder sogar ganze Branchen, helfen Menschen, die in Not sind und leben gesellschaftliche Verantwortung vor. Wir stellen Ihnen die Nominierten im Confare Blog vor: Dr. Annette Hamann.

Unleash Female Talent in Tech ist eine Initiative über Unternehmensgrenzen hinweg, die sich zum Ziel macht Technologie Berufe für Frauen attraktiv zu machen und weibliche Talente auf die Möglichkeiten einer Laufbahn in diesem Umfeld aufmerksam zu machen. Federführend dabei: Dr. Annette Hamann, CIO Beiersdorf & Managing Director Beiersdorf Shared Services IT. Denn Verantwortung gegenüber Gesellschaft, Menschen und Umwelt werden bei Beiersdorf groß geschrieben. So ist es für Annette ein wichtiges Anliegen, Ziele wie Nachhaltigkeit, Diversity, Inklusion und female empowerment nicht als Lippenbekenntnisse zu führen, sondern zu einem gemeinsamen Wert im Unternehmen zu machen. Darüber hinaus setzt sie sich für gerechten Zugang zu Bildung und für eine Zusammenarbeit von Unternehmen und Bildungseinrichtungen ein mit dem Ziel, einen Beitrag zu leisten, die Gesellschaft fit für die aktuellen Herausforderungen zu machen.

Bei der DACH-weiten Confare CIO #Impactchallenge zeichnen wir sie aus, diese Weltverbesserer und Verantwortungsträger. Die Gewinner werden beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt gekürt. Wollen Sie persönlich die besten Beispiele erleben? Melden Sie sich jetzt hier an.

Im Juni 2022 geht es los: Beim täglichen Publikumsvoting zur Confare Impact Challenge können Sie zahlreiche hochkarätige IT-Entscheider mit Impact unterstützen. Die Gewinner treffen Sie persönlich beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt am 6. Oktober.

CIOSUMMIT Frankfurt 2022

Unleash Female Talent“ in Tech ist ein Anliegen, das Ihnen besonders wichtig ist. Warum sind denn Frauen in der IT so massiv unterrepräsentiert und warum ist das ein Problem?

Es gibt sicher verschiedene Gründe dafür, warum der Frauenanteil in der IT nach wie vor so niedrig ist. Laut Branchenverband sind es in Deutschland nur 17%. Meiner Meinung nach beginnt dieses Problem bereits vor dem Eintritt in den Arbeitsmarkt – nämlich mit dem Zugang zur Bildung, sei es in der Schule oder später in Ausbildung oder Studium. So belegen internationale Studien der UNESCO, dass Frauen nach wie vor einen geringeren Anteil an Hochschulabsolvent*innen in den Ingenieurwissenschaften und in den Bereichen Informatik und Informationstechnologie stellen – obwohl in den meisten technologischen Bereichen ein Mangel an Fachkräften herrscht. In Bereichen modernster Technologie, wie der künstlichen Intelligenz, ist nur eine*r von fünf Expert*innen eine Frau. Es müssten sich also mehr Frauen für eine Ausbildung oder ein Studium in der IT entscheiden.

Um das zu erreichen haben wir unser neues Format „Unleash Female Tech Talent“ gestartet: Gemeinsam mit Beiersdorf Talenten, unseren Geschäftspartner*innen und Freund*innen werden wir in Ko-Kreation ein Manifest für mehr Diversität in der IT- & Tech-Branche entwickeln. Denn nur mit vereinten Kräften können wir den Status Quo verbessern.

Zum zweiten Teil der Frage: Ich sehe eine ausgewogene Balance zwischen Frauen und Männern, besonders in Führungspositionen, als einen klaren Erfolgsfaktor für die Teams und für das Unternehmen. Die verschiedenen Erfahrungen, Kompetenzen und Sichtweisen bereichern und prägen die Unternehmenskultur, die Motivation und letztlich die Leistung der Mitarbeitenden – und somit auch den Geschäftserfolg. Fehlt diese Ausgeglichenheit, kann das zum Problem werden.

Was können CIOs und CDO dazu beitragen, dass IT-Karrieren für Frauen attraktiver werden? Welche Hindernisse in Gesellschaft und in Unternehmen gilt es zu beseitigen?

Ich finde es wichtig, dass in einem Unternehmen eine Ausgeglichenheit zwischen Männern und Frauen auch im Topmanagement überzeugend vorgelebt wird. Sind die CIO oder CDO Rollen weiblich besetzt, fungieren sie direkt als Vorbilder. Dass Frauen und Mütter in Führungspositionen oder allgemein in der IT-Branche sichtbar sind, halte ich für essenziell. Mädchen im Schulalter sowie junge talentierte Frauen als potenzielle Mitarbeiterinnen eines Unternehmens müssen solche Role Models wahrnehmen, damit ihnen vermittelt wird, wie attraktiv und erreichbar so ein Job sein kann.

Jede*r sollte das machen können, was er oder sie machen möchte – aber leider gilt es noch immer einige Hürden zu überwinden. Sowohl in der Gesellschaft als auch in Unternehmen sollten wir uns für mehr Chancengleichheit einsetzen. Wenn Schüler*innen sich für Mathematik, Technik oder Informatik interessieren, sollten wir sie ermutigen diesen Weg einzuschlagen – unabhängig vom Geschlecht.

Und wir müssen dafür sorgen, dass sie sich in diesem Umfeld auch wohlfühlen, indem wir ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen fördern und neue Rollenbilder in diesen Berufen etablieren. Diversity & Inclusion sollten fester Bestandteil jeder Unternehmenskultur sein.

Für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern wir bei Beiersdorf zum Beispiel verschiedene Arbeitszeitmodelle. Generell bietet die Projektarbeit im IT- und Digital-Bereich aufgrund neuer Tools und agiler Arbeitsweisen viel Flexibilität und eine gute Work-Life-Balance – wovon besonders Mütter und Väter profitieren können.

Warum macht es als IT-Entscheider Sinn, den Kontakt zu Schulen und Ausbildungsstätten zu suchen?

Je früher, desto besser! Mädchen und Jungen muss bereits in der Schule vermittelt werden, dass ihnen alle Möglichkeiten offenstehen und ihre Lust an wissenschaftlichen und technischen Berufen muss geweckt werden. Es gibt schon lange keine „Männerberufe“ mehr – mit diesen Stereotypen gilt es abzuschließen.

Bereits in der Schule sollten weibliche Vorbilder in IT-Berufen sichtbar sein. Es muss selbstverständlich sein, dass Männer wie Frauen Jobs in der IT-Branche haben.

Welche Rolle spielt Diversität in der IT von Beiersdorf? Was kann man als CIO dafür tun?

Bei Beiersdorf fördern wir Gleichberechtigung, Chancengleichheit und Inklusion – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer oder sozialer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung oder Identität. Mit der “Gender Parity Ambition” setzen wir ein klares Statement zum Frauenanteil. Der weltweite Anteil von Frauen in Führungspositionen bei Beiersdorf ist seit 2017 kontinuierlich auf 47 Prozent gestiegen. Auch der Anteil von Frauen im Executive Committee hat sich von 0 Prozent im Jahr 2017 auf heute 33 Prozent erhöht.

Als CIO achte ich bewusst darauf, Stellen wann immer möglich 50:50 zu besetzen. Mein Ziel ist es generell, dass unsere Teamstrukturen möglichst divers sind, denn ich bin überzeugt, dass diverse Teams erfolgreicher sind.

Ich sehe es als ein Muss in der heutigen Zeit, dass Unternehmen Diversität nicht nur auf ihre Agenda schreiben, sondern es auch aktiv leben. Die Unternehmen werden aus meiner Sicht sonst langfristig nicht am Markt bestehen können. Es herrscht ein so großer Fachkräftemangel und es ist mitunter eine echte Herausforderung die richtigen Expert*innen an Bord zu bekommen. Ohne zeitgemäße Einstellung zu Diversity & Inclusion ist ein Unternehmen für potenzielle Bewerbe*innen einfach nicht attraktiv.

Welche Bedeutung hat Nachhaltigkeit für die Beiersdorf IT?

Für uns ist Nachhaltigkeit eine Priorität und ein wichtiger Bestandteil unserer C.A.R.E.+ Strategie. Mit unserer Nachhaltigkeitsagenda CARE BEYOND SKIN haben wir uns im Jahr 2020 ehrgeizige Ziele für 2025 und darüber hinaus gesetzt. Denn wir nehmen unsere Verantwortung weit über unser Kerngeschäft der Hautpflege hinaus sehr ernst und möchten einen maßgeblichen Beitrag für unsere Verbraucher*innen, die Gesellschaft und die Umwelt leisten.

Um unsere Ziele zu erreichen, transformieren wir das gesamte Unternehmen. Das bedeutet, dass wir unsere Abläufe und Prozesse in jedem Werk und jedem Büro hinterfragen. An zahlreichen Stellen ist die IT eingebunden und trägt mit den technischen Lösungen zur Umsetzung der resultierenden Maßnahmen bei.

Wieviel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft? Was bedeutet das für Sie in der täglichen Praxis?

Grundsätzlich haben Führungskräfte eine Verantwortung für den Erfolg des Unternehmens und auch gegenüber der Mitarbeitenden. Es gibt viele gesellschaftliche Herausforderungen, denen sich ebenso Unternehmen konfrontiert sehen – etwa  Lieferschwierigkeiten, Rohstoffmangel, Klimawandel oder Finanzkrisen. Führungskräfte beeinflussen durch ihre Entscheidungen den Unternehmenserfolg und der kann direkten Einfluss auf die Gesellschaft haben. In der IT können wir konkrete Lösungen in die gesellschaftlichen Handlungsfeldern einbringen, indem wir z.B. mit unseren technologischen Möglichkeiten das Arbeitsumfeld positiv verändern. Die daraus gewonnene Flexibilität kann zu mehr Diversität führen.

In Bezug auf die tägliche Praxis ist es mir sehr wichtig, dass ich mich mit den Unternehmenswerten identifizieren kann und diese im Einklang mit meiner eigenen Einstellung und meinen persönlichen Werten stehen. Dies ist der Fall und ich lebe es aktiv vor.

Welche Bedeutung hat die Confare CIO #ImpactChallenge für Sie persönlich?

Ich bin sehr froh Teil der CIO #ImpactChallenge zu sein, weil es mir eine echte Herzensangelegenheit ist, mehr Frauen für IT-Berufe zu gewinnen. Über Formate wie die CIO Impact Challenge können wir das Bewusstsein für dieses Thema schärfen und damit ein Stück mehr zur Diversität in der IT beitragen.

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