Fällt die Innovation der Krise zum Opfer?

by Annecilla Sampt

Elemente einer Digitalen Strategie statt digitalem Aktionismus

Gerhard Zeiner ist ein langjähriger, aktiver Player in der österreichischen IT-Community. Mit seinem Ansatz „ways2digital“  unterstützt er Executives und Führungskräfte beim Gestalten der digitalen Zukunft und zeigt die praktische Anwendung moderner Innovationsmethoden. Bevor bei Confare #IDEE2020 Vorzeige-Unternehmen wie Porsche Informatik, Stadt Wien und Manner ihre Digitalen Initiativen präsentieren, wollten wir von Gerhard wissen, was in einer Digitalisierungs-Strategie stehen sollte und wie es mit den Innovationsbestrebungen weitergeht, wenn die Krise kommt.

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Was braucht es, damit Digitalisierung mehr ist als nur digitaler Aktionismus?

Digitalisierung ist ein high-impact Faktor auf die unternehmerische Gegenwart und Zukunft. Solche Einflussfaktoren sind strategisch und daher ein klares Thema für das Top Management. Damit aus digitalen Innovations-Experimenten echte Digitale Transformation wird, braucht es einen strategischen Ansatz, als Teil der Business-Strategie. Dafür braucht es ein grundlegendes Verständnis für den wirtschaftlichen Nutzen von digitalen Technologien auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene, was in der Kommunikation und Kollaboration mit Kunden, Partnern, Lieferanten und Mitarbeiter möglich ist, wie durch völlig neue Daten-Nutzung neue innovative Prozesse und Geschäftsmodelle, wie die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gestärkt werden kann, wie neues Business digital entstehen kann.

Was sind die wichtigsten Elemente einer Digitalisierungsstrategie im Unternehmen?

      • neue wirtschaftlich wertschöpfende Business Szenarien, die bisher aus wirtschaftlichen oder technologischen Gründen nicht „denkmöglich“ waren,
      • definitiv neue Herangehensweisen an neue Möglichkeiten wie Design Thinking, mit der tradierte Denkmuster verlassen werden können,
      • eine pragmatische, agile Umsetzung, die wirtschaftlich relevante digitale Szenarien in Monaten ermöglicht (die Zeiten von Blueprints > 12 Monaten sind vorbei),
      • sowie Leadership für eine nachhaltige Innovationskultur, die sicherstellen kann, dass aus der Dynamik der digitalen Weiterentwicklung weiterhin Nutzen abgeleitet werden kann.
      • Und natürlich digitale Technologien als Mittel zum Zweck, die erst eine Transformation in völlig neue, bisher „denkunmögliche“ Prozesse, Produkte, Services und Geschäftsmodelle ermöglicht.

Es gibt allerdings nicht nur den einen ultimativen Weg in ein digital-gestütztes, zukunftssicheres Unternehmen. Aber jeder erfolgreiche beginnt mit dem „Digital Mindset“ der obersten Management-Ebene!

Business und IT stehen bei der Digitalisierung oft auf unterschiedlichen Seiten – Wie kann eine erfolgreiche Zusammenarbeit aussehen?

InnovationNicht notwendiger Weise, denn egal wo formal die Verantwortung für digitale Projekte verankert ist, braucht es beide Seiten, um die richtigen Projekte zu identifizieren und sie dann auch umzusetzen. Auch diesen Konflikt sehe ich als Versäumnis des Top Managements, das die Themen oft nicht richtig einschätzen und organisatorisch eingliedern kann.

Erfolgreiche Arbeit an digitalen Projekten muss von Beginn an interdisziplinär ablaufen. Das Top Management schafft einen Rahmen, der durchaus zeitlich ambitioniert und kostenmäßig überschaubar sein kann. Teams aus unterschiedlichen Bereichen, Business und IT, idealerweise auch Stakeholder aus dem erweiterten Ökosystem (Kunden, Partner, Startups, Akademische Institutionen) erarbeiten wirtschaftliche wertvolle Szenarien, die es dann auch mit entsprechender IT-Projekt-Governance zu realisieren gilt. Das Projekt-Management kann bei einem Chief Digital Officer, bei einem Innovations-Manager oder bei speziellen Funktionen aus der IT liegen. Entscheidend ist, dass solche Projekte durch ein nachhaltiges Programm Management gesteuert werden.

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Welche Methoden eignen sich für Innovation tatsächlich?

In allen führenden Innovations-Unternehmen oder erfolgreichen Digitalen Transformationen haben Executives eine maßgebliche Rolle als Sponsor und Driver gespielt!

Führungskräfte bzw. Executives auf C-Level müssen nicht zwangsläufig “Genius-Status” a la Steve Jobs haben, aber sie müssen eine Vision schaffen können, wie sie ein Unternehmen wettbewerbsfähig weiterentwickeln können und alle Mitarbeiter ins Boot holen. Und sie müssen konkrete Maßnahmen und Strukturen schaffen, um Innovation Teil der Unternehmenskultur werden zu lassen.

    • Ganzheitliches Innovationsmanagement – Innovation braucht „Raum“ und neue „Denkansätze“
    • Design Thinking ins Unternehmen holen
    • Digitale Business-Strategie entwickeln und konsequent über alle Bereiche ausrollen
    • Systematisches & programmatisches Identifizieren von möglichen neuen Business Szenarien und den dafür notwendigen Technologien in allen Bereichen
    • Neue strategische Partner gewinnen, ein neues Öko-System skizzieren
    • „unorthodoxe Maßnahmen /„Culture Hack“ (zB Meeting nur auf Zukunftsthemen ausgerichtet, regelmäßig)
    • Aktives Transfer-Management von Projekten in die Realität (Erfolge zeigen, Platz für neues schaffen) – Innovationen sind erst dann als solche zu werten, wenn sie sich daraus in der Realität wirklich wertschöpfendes Neues entwickeln kann.

Fällt der Innovationsdrang jetzt zwangsläufig der Krise zum Opfer?

Das hoffe ich und glaube ich auch nicht! Auch wenn sich viele Unternehmen an neue Kommunikations- und Arbeitsweisen gewöhnen müssen, um den Normalbetrieb aufrecht zu erhalten, muss auf Sicht auch die Innovation wieder auf der Agenda stehen. Gerade solche wirtschaftlichen Krisen können auch ein zusätzlicher Antrieb sein, der Unternehmen zu „wertschöpfender digital-gestützter Innovation „treibt“. Entscheidend scheint mir auch hier eine nachhaltige, auf kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation ausgerichtete Strategie und Leader, die hier einen unternehmens-spezifischen Weg zwischen Absicherung der Gegenwart und Zukunftssicherung finden und halten.

Confare #IDEE 2020
am 4. November in Wien

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*Eine kostenfreie Teilnahme ist möglich für: Leiter aus den Bereichen Vertrieb, Marketing und HR sowie Geschäftsführer, CIOs, CDOs und IT-Manager

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