Thomas Höllbacher, Managing Director von Udo Bär: Ich erwarte mir von der IT, dass sie meine Sprache spricht

by Agnes Hartl

Es war eines der Highlights des Confare #CIOSUMMIT Wien 2021: Die Vorstands-Diskussion geleitet von EY Österreich-Chef Gunther Reimoser. Valerie Hackl, Geschäftsführerin der Austro Control, Andreas Heidl von der Zürich Versicherung und Heinz Flatnitzer, Managing Director von DSM Austria haben diskutiert: Was erwarten Geschäftsführer und Vorstände von ihrer IT, ihren Dienstleistern und der Digitalen Transformation? Es war sehr packend, quasi die Auftraggeber der IT-Manager, die wir mit dem Confare #CIOAward auszeichnen, zu Wort kommen zu lassen. So packend, dass wir in unserem kommenden Factsheet in Zusammenarbeit mit Sphinx IT-Consulting noch tiefer in die Materie gehen.  Heute im Interview: Thomas Höllbacher ist Managing Director bei UDO BÄR GmbH und befasst sich seit vielen Jahren mit den Möglichkeiten und Potenzialen von Digitalisierung und eCommerce. Was erwartet er von seiner IT und den IT-Dienstleistern?

Welche Auswirkungen hat die Digitale Transformation der Wirtschaft auf Ihre Branche?

Homeoffice hat sich durchgesetzt, erschwert aber den persönlichen Kundenkontakt. Das führt auch zum Teil dazu, dass Projekte verschoben werden. Gleichzeitig hat das e-Commerce Business einen massiven Schwung bekommen und erreichte noch schneller eine viel größere Bedeutung. Wir müssen bedenken, wie sich das auf die Systeme und die Infrastruktur im Backend auswirkt. Hier ist eine noch größere Leistungsfähigkeit gefragt. Aber nicht nur die Infrastruktur steht unter Druck. Auch Prozesse müssen ernsthaft digital gedacht werden und Mitarbeiter sind ge- und zum Teil auch über-fordert digitale Tools sinnstiftend zu verwenden.

Welche Rolle spielen IT und Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens?

Man beantwortete Fragen und widmete sich Anliegen und Problemen der Fachabteilungen. Das hat sich verändert. IT ist noch stärker als Enabler ein wesentlicher Businesspartner für alle Abteilungen und wirkt bis hin zum Endkunden. Die Erwartungen an die IT sind dementsprechend gestiegen! Als vorwärts gerichtete Partner erwarten wir neue Ansätze, Lösungen und Ideen. Klassisch war die Rolle der IT in der Vergangenheit eher passiv ausgerichtet.

Wo sehen Sie dabei die wichtigsten Handlungsfelder als Unternehmer/Geschäftsführer?

Unsere Aufgabe ist es primär Mitarbeiter zu schulen und den Change Prozess gemeinsam mit den Verantwortlichen aktiv zu begleiten. Gemeinsam gestalten wir Lösungen, die zur Organisation, Mitarbeitern und Prozessen passen.

Wie wichtig sind Daten und analytische Fähigkeiten für moderne Unternehmensführung?

Daten sind essentiell für moderne Unternehmensführung und Managemententscheide. Ich setze auf eine Entscheidungsfindung, die auf Daten gestützt und mit Erfahrung und Bauchgefühl angereichert ist.

Was sind die schlimmsten Hürden, wenn es um digitale Innovation im Unternehmen geht?

Berechtigte und unberechtigte Widerstände in der Belegschaft müssen ernst genommen und bearbeitet werden. MS365 mit Teams ist zum Beispiel extrem mächtig. Mitarbeiter verlieren sich da leicht bzw. fühlen sich durch den Umfang erschlagen. Change-Management ist der Schlüssel. Unter den vielfältigen Möglichkeiten der Technologien und Tools gilt es das herauszufiltern, was wirklich wichtig und nützlich ist.

Was sind Ihre wichtigsten Anliegen an IT-Verantwortliche in Ihrem Unternehmen und an IT-Dienstleister?

 Change und Empathie sind aus meiner Sicht wesentliche Eigenschaften für die zukunftsorientierte IT-Ausrichtung. Von der IT wird erwartet:

  • Proaktiv auf die Stakeholder zu zugehen
  • Sich am Business zu beteiligen
  • Die Sprache der Stakeholder zu sprechen und über den eigenen Tellerrand zu schauen, die IT Brille zeitweise abzusetzen (für die IT ist vieles logisch, das für andere nur Fachchinesisch ist)

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