EY Österreich Chef Reimoser: Was Sie als CEO während der Corona-Krise tun sollten

by Annecilla Sampt

Auf Initiative von Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich, ist EY seit vielen Jahren einer der wichtigsten Partner von Confare. Auch für EY, ein Unternehmen, das in den letzten Jahren Rekordergebnisse feiern durfte und das organisatorisch, finanziell und was Know-how betrifft exzellent aufgestellt ist, sind die Zeiten der Covid-19, Coronavirus-Krise eine Herausforderung. Gunther berät Vorstände aus zahlreichen Top Unternehmen und hat eine profunde Kenntnis der internationalen und österreichischen Wirtschaftslage. Er war also unsere erste Anlaufstelle, wenn es um die Frage geht: Was muss ein Geschäftsführer JETZT tun, um sein Unternehmen erfolgreich durch die Corona-Krise zu führen.

Confare #CIOSUMMIT 2020 Anfang September in Wien
Österreichs größtes IT-Management Forum

Persönlich treffen Sie Gunther Reimoser beim 13. Confare CIO SUMMIT am 2 und 3. September 2020 in Wien, wo er einen CEO Talk leitet. Das Thema: Welche Erwartungen hat der CEO an die interne IT vor und nach der Corona-Krise.

*Für CIOs und IT-Manager ist die Teilnahme mit keinen Kosten verbunden

Was sind deines Erachtens nach die unmittelbaren Folgen der Coronavirus-Krise auf die Österreichische Wirtschaft?

RisikomanagementGeschäftsschließungen und Unterbrechung der Lieferketten bedeuten einen großen Umsatzverlust für viele Branchen. Dies bedingt einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit – trotz der Gegenmaßnahmen – sowie der Insolvenzen. Mit Fortdauer der Ausnahmesituation werden immer mehr Branchen miterfasst bzw. wird der private Konsum beeinträchtigt. Gesamtwirtschaftlich werden wir wahrscheinlich erstmals seit 2009 eine Rezession erleben.

Wie erfolgreich kann Risikomanagement sein, im Zuge solcher globalen Krisen?

Ein gutes Risikomanagement bedeutet schneller und besser auf eine solche Ausnahmesituation reagieren zu können – und das in vielen Dimensionen: beispielsweise die organisatorische Reaktion auf Ansteckungen im eigenen Betrieb, oder die betriebswirtschaftliche Reaktion auf Umsatzausfälle, oder die logistische Reaktion auf eine Unterbrechung der Zulieferkette oder das Ausfallen wichtiger Lieferanten. Risikomanagement kann sehr erfolgreich sein, wenn Risiken ex ante minimiert wurden, d. h. im letztgenannten Beispiel etwa Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten oder Lieferrouten im Vorfeld eliminiert worden sind.

Wie müssen Unternehmensstrategien nun verändert werden?

Corona zeigt, wie krisenfest ein Unternehmen oder ein Land sind. Unternehmen müssen ihre Strategie dahingehend überprüfen, ob diese sie ausreichend resilient macht. Die Abhängigkeit von nur einem Vertriebskanal, beispielsweise dem Filialvertrieb, kann derzeit einen 100% Umsatzverlust bedeuten, wohingegen eine Omnichannel-Strategie mehr Flexibilität und Resilienz bedeuten. Gerade die Gestaltung der Wertschöpfungskette sind derzeit neu zu überdenken.

Wie agiert man jetzt richtig? Was wären deine wichtigsten Tipps?

Wichtig ist in erster Linie das Krisenmanagement und die Stabilisierung des Unternehmens – dazu gehören die Sicherung der Liquidität, die weitgehende Aufrechterhaltung der Wertschöpfung, die Beantwortung der nun auftretenden rechtlichen Themen, die Nutzung der Förderungsmaßnahmen, sowie idealerweise bzw. soweit möglich die Sicherung der Arbeitsplätze. Dann gilt es schon, sich auf einen „Rebound“ vorzubereiten.

Was sind die nächsten Schritte, die man sich als CEO überlegen sollte? Wo besteht unmittelbar Handlungsbedarf?

Im Hinblick auf erwähnte Stabilisierung des Unternehmens: Nach der Einleitung der Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung der Gesundheit der Mitarbeiter (sollte bereits erfolgt sein): Durchführen einer Liquiditäts-, Kapazitätsbedarfs- und Ertragsprognoserechnung auf Basis verschiedener Szenarien, vom „good case“ bis hin zum „worst case“. Daraus ergeben sich die notwendigen Schritte hinsichtlich des Herunterfahrens der Kapazitäten, der Nutzung von Kurzarbeit, Beschaffung von Liquidität durch neue Kreditlinien oder Inanspruchnahme von Überbrückungsgarantien, Steuerstundungen, etc. Parallel sind alle Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Wertschöpfung/Produktion einzuleiten, insoweit ein Absatzmarkt gegeben ist. Und die Schäden sollten im Hinblick auf Ersatz- und Versicherungsleistungen dokumentiert werden.

Was sollten langfristige Bemühungen sein?

Man sollte sich nach diesen Sofortmaßnahmen um die Rückumstellung auf Vollbetrieb kümmern. Gerade in der hoffentlich bald eintretenden Phase des (Wieder-)Aufschwungs wird sich die Spreu vom Weizen trennen und werden sich Marktanteile zu Gunsten der Schnelleren und Flexibleren verschieben. Und natürlich gilt es auch, eben Gelerntes im Risiko- und Krisenmanagement systematisch zu verankern. Das umfasst so profane Dinge wie technologische Grundvoraussetzungen für flächendeckende Heimarbeit festzulegen.

Confare CIO Summit 2020
Österreichs größtes IT-Management Forum

Use Cases, Insights, Meet-Ups, Chats & Austausch auf Augenhöhe.
Workshops zu Topics wie Agiles Management, Cybersecurity, Leadership, AI Innovation, Fehlerkultur und IT & OT mit voestalpine, Red Bull, STEYR Arms, Porsche Informatik, Stadt Wien uvm.

*Für CIOs und IT-Manager ist die Teilnahme mit keinen Kosten verbunden

Confare CIO Award

Bundesministerin Margarete Schramböck und die Stadt Wien unterstreichen die gesellschaftliche Bedeutung des Confare #CIOAward: hier weiterlesen

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