220 für #CIO2020 – Peter Kummer

by Alp Keser

Über 220 CIOs und Top IT-Manager (m/w) aus dem DACH-Raum sind im Rennen um die prestigeträchtige Auszeichnung CIO OF THE DECADE. Eine Initiative von Confare und EY in Zusammenarbeit mit Superevent. In dieser Blog-Reihe stellen wir unterschiedliche Persönlichkeiten vor, die für den Award nominiert sind.

Peter Kummer
SBB | CIO seit 2009

Bisherige Stationen:
– SBB | Chief IT Architect
– Die Mobiliar | Chief Enterprise Architect
– debis Systemhaus | Senior Consultant

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Was sind die wichtigsten Faktoren für den Erfolg als CIO?

Ein zukunftsorientierter CIO agiert vor allem auf der Businessseite mit einem starken Kundenfokus und findet die optimale Balance zwischen Stabilität, Zuverlässigkeit, Innovation und Transformation des Unternehmens. Er hat die Voraussetzung für einen stabilen und sicheren IT-Betrieb geschaffen und nutzt das Innovationspotenzial, das sich aus der digitalen Transformation ergibt, um das Geschäft weiterzuentwickeln.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Aufgaben des CIO? Haben sich diese in der letzten Dekade verändert?

Zehn Jahre zurückgeschaut, war die IT hauptsächlich effizienter Dienstleister mit dem Ziel, Applikationen zu entwickeln und zu betreiben. Die Aufgaben des CIO drehten sich vor allem um das Thema Verlässlichkeit, Stabilität und Qualität der internen IT-Dienstleistungen. Die Geschäftseinheiten der Unternehmung waren die «Kunden» und der Fokus lag vornehmlich auf der Optimierung von internen Geschäftsprozessen.

Auch heute bilden Stabilität und Zuverlässigkeit weiterhin die Basis der Aktivitäten. Als Folge der zunehmenden, stark technologisch getriebenen Digitalisierung hat der CIO zusätzlich die Verantwortung für den digitalen Change in einer Rolle als «Enabler/Challenger» im Unternehmen erhalten.

Was sehen Sie denn als Ihre größten Erfolge in den letzten 10 Jahren?

Ich wurde zu Beginn meiner Amtszeit mit einer historisch gewachsenen, technisch wie auch organisatorisch verzettelten IT-Landschaft konfrontiert. Wir haben mittels mehrerer Sanierungsprogramme technische Bereinigungen, Gesamtkosteneinsparungen und vor allem Transparenz geschaffen und die IT-Kräfte innerhalb der SBB stärker gebündelt. Hierbei hat mir wohl mein Enterprise Architect Background geholfen. Die Beziehung zwischen Geschäft und IT musste neu aufgebaut und auf stabile Grundlagen gesetzt werden.

Das Erreichen des Zwischenziels «IT als verlässlicher Dienstleister» wurde mit der Aufnahme des CIO als ständiges Mitglied in der Konzernleitung der SBB belohnt. Zusätzlich zu den technischen Sanierungen konnten wir erfolgreich weitere Grundlagen schaffen. Wir haben alle rund 30’000 Mitarbeitenden der SBB mit mobilen Devices ausgerüstet und sie über eine standardisierte Plattform miteinander vernetzt.

Die SBB verkauft jährlich über 100 Millionen Billette, insbesondere dank den digitalen Kanälen, welche einen Anteil von ca. 41 Prozent ausmachen. Mit unserem sehr beliebten Vorzeigeprodukt – der SBB Mobile App – ist es uns gelungen, den Kunden eine einfache und auch personalisierbare Sicht auf das Massenverkehrsmittel Bahn zu geben. Mit unserer Connectivity-Strategie haben wir die beste Internetverfügbarkeit in unseren Zügen erreicht, verglichen mit den europäischen Nachbarländern.

IT und damit Digitalisierung sind die grössten Hebel zur Bewältigung unserer Einsparungsanstrengungen, welche die Gesamtsystemkosten der Bahn nachhaltig senken sollen. Viele IT-Produkte sind hierbei entstanden, welche grosse Optimierungen in der Produktion oder Energieeinsparungen ermöglicht haben. Um unsere IT-Produkte in der Betriebssteuerung (Rail Control System, adaptive Lenkung – «Grüne Welle für den Lokomotivführer») beneiden andere Bahnländer uns nicht nur, sondern kaufen uns diese in einigen Fällen sogar ab. Smartrail 4.0 sowie andere äusserst innovative Vorhaben sind unterwegs und werden dem Bahnfahren neue Dimensionen verleihen. Sehr stark habe ich mich persönlich für die Idee einer digitalen Identität in der Schweiz engagiert.

Es war von Anfang an unser Ziel, mit SwissID eine schweizweit akzeptierte und branchenübergreifend funktionierende digitale Identität anzubieten. Deswegen haben wir 2017 zusammen mit der Post das Gemeinschaftsunternehmen SwissSign AG gegründet. Dieses wurde 2018 mit namhaften Partner-Firmen insbesondere aus der Finanz- und Versicherungsbranche zur SwissSignGroup AG weiterentwickelt. Wir positionieren das Unternehmen am Schweizer Markt und gewinnen kontinuierlich Kunden. Wir sind zuversichtlich, mit der SwissID eine wichtige Grundvoraussetzung zu schaffen, um die Digitalisierung in der Schweiz weiter voranzutreiben.

Wie gestalten Sie die Rolle als Führungskraft und Talente-Manager?

Wir sind mit der digitalen Transformation in einem grundlegenden Kulturwandel bei der SBB. Wir müssen die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeitenden wieder stärker gewichten und sie in Selbstorganisation befähigen, statt die Zusammenarbeit mit Prozessen, Regeln und Weisungen zu bürokratisieren. Was zählt, sind die tatsächlichen Kompetenzen von Menschen, die Verantwortung wahrnehmen und intrinsisch motiviert sind, sich für eine Lösung einzusetzen.

Wir investieren viel in die Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden und engagieren gute Leute aus dem Arbeitsmarkt. Kleine, interdisziplinäre, divisionsübergreifende Teams, die sich selbst organisieren, ohne Energie darauf verschwenden zu müssen, einer plangetriebenen Vorgehensweise zu entsprechen. Einzig die Wirkung beim Kunden zählt.

Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, um als CIO Karriere zu machen?

Eigentlich geht es nicht darum, dass ich als CIO Karriere mache, sondern dass die IT für das Unternehmen einen maximalen Wertbeitrag leistet. Um dennoch eine Antwort auf die Frage zu geben, zähle ich Fähigkeiten auf, die mich, so denke ich, auszeichnen und die ich die letzten Jahre in die Waagschale geworfen habe: Ansagen – Liefern oder «Walk the Talk», wie es auch oft heisst.

Gerade als CIO in einer Grossunternehmung wie der SBB finde ich es wichtig, nicht Utopien oder blinde Versprechungen zu machen, sondern realistische, ambitiöse Ziele zu definieren und zu erreichen, sprich auf die Schiene oder zum Kunden zu bringen. Deswegen mache ich aus Innovationen keinen grossen Hype, sondern packe die Themen – vielleicht unspektakulär, dafür aber konsequent – mit meinen Teams an. Ich versichere Ihnen, wir haben grossartige Innovationsideen entwickelt und viele davon in den letzten Jahren umsetzen können.

Was bedeutet die Auszeichnung CIO OF THE DECADE für Sie persönlich?

Solche Auszeichnungen nehme ich nur zu einem kleinen Teil für mich persönlich wahr. Ich verknüpfe vielmehr die Wertschätzung der Teamleistung einer gesamten SBB Crew, und was sie in den letzten Jahren in der IT erbracht haben, damit. Die SBB IT hat eine positive Resonanz als Arbeitgeberin im IT-Markt. Das zeigt beispielsweise die Universum Studie. Wir waren noch vor ein paar Jahren ausserhalb der Top 10, heute sind wir bei Professionals auf Platz 4 und Studenten auf Rang 8. Wir registrieren sehr gute Fortschritte bei den Zufriedenheitswerten unserer Mitarbeitenden, Auftraggebern und SBB Nutzern. Solche Awards bestärken uns, dass wir sehr gut unterwegs sind und spornen uns weiter an.

Die IT ist längst nicht mehr eine Wissenschaft für Nerds, die im Keller den ganzen Tag etwas hacken – im Gegenteil: Sie ist aktiver Treiber der digitalen Transformation, die uns mit ihren Technologien hilft, gemeinsam mit unseren Kollegen und Kolleginnen der Geschäfteeinheiten die Bahn noch besser im Griff zu haben. Der Award ist eine Anerkennung für diese Herausforderung, der wir täglich begegnen.

Wir wünschen Peter Kummer und allen Nominierten viel Erfolg!

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#CIO2020 

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