Confare #ImpactChallenge Nominee Herbert Lohninger, Universität Salzburg: Hybride Bildung der Zukunft wird heute gestaltet

by Yara El-Sabagh

Herbert Lohninger Confare #ImpactChallenge Nominee

CIOs und IT-Manager machen die Welt zu einem besseren Ort. Sie leben neue Führungsprinzipien vor, schaffen die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz oder helfen gesellschaftlichen Herausforderungen mit Digitalisierung und Technologie erfolgreich zu begegnen. Sie verändern Unternehmen oder sogar ganze Branchen, helfen Menschen, die in Not sind und leben gesellschaftliche Verantwortung vor. Wir stellen Ihnen die Nominierten im Confare Blog vor: Herbert Lohninger!

Und mit einem Mal war alles anders: Lehrveranstaltungen konnten nicht mehr in Hörsälen stattfinden, digitale Werkzeuge waren plötzlich entscheidend um den Betrieb an der Universitätsbetrieb aufrecht zu erhalten. In dieser herausfordernden Zeit hat Herbert Lohninger seine Aufgabe als CIO gleich mit mehreren wichtigen Zielsetzungen angetreten. Zum einen ging es um eine Modernisierung der Infrastruktur und der IT-Organisation, zum anderen um das Gestalten einer zukunftsweisenden Zusammenarbeit in Lehre und Forschung. Hier entsteht eine Universität, die den Anforderungen unserer Zeit gerecht wird: die Art, wie zusammengearbeitet wird, verändert die Art wie gelehrt wird und damit verändert sich auch die Art, wie gelernt wird.  

Bei der DACH-weiten Confare CIO #ImpactChallenge zeichnen wir sie aus, diese Weltverbesserer und Verantwortungsträger. Die Gewinner werden beim Confare #CIOSUMMIT Frankfurt gekürt. Wollen Sie persönlich die besten Beispiele erleben? Melden Sie sich jetzt hier an.

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Wieviel Digitale Innovation braucht eine Universität heute?

Herbert Lohninger: Genauso viel wie ein Unternehmen. Wobei man anmerken muss, wir haben eine sehr große Benutzergruppe der jungen Generation mit unseren Studierenden. Die haben ganz andere Ansprüche. E-Mail ist hier zum Beispiel nicht das Kommunikationsmittel Nummer Eins.

Das macht die Sache noch einmal spannender und es ist mein Anspruch hier gute Lösungen zu bringen und auch hochprofessionell und zielgerichtet zu kommunizieren.

Welchen Beitrag können Software Plattformen leisten, um organisatorische Silos zu überwinden und Menschen zusammen zu bringen?

Einen enormen Beitrag. Viele von uns kennen das Silo-Denken in der klassischen Organisation. Wenn man dann auch noch Software im Einsatz hat, in der Medienbrüche eingebaut sind und wenig Collaboration möglich ist, ist dies nicht gerade förderlich. Vor allem kostest es Zeit und geht auf Kosten der Produktivität der Mitarbeiter*innen.

Ohne Zusammenarbeit kein Erfolg. Egal ob in der klassischen Arbeitswelt, wo immer mehr projektbezogen über Organisationseinheiten hinaus gearbeitet wird, aber auch bei Studierenden wenn diese zum Beispiel Lerngruppen selbst bilden und sich austauschen.

Schön ist natürlich, wenn sich nicht jeder selbst Lösungen suchen muss, sondern die IT top-moderne und v.a. einfache Lösungen zur Verfügung stellt. Dazu kommt auch noch, dass sich nicht alle wie vor COVID-19 immer am gleichen Ort befinden und auch nie wieder befinden werden.

Welche Anforderungen hat der hybride Lern- und Arbeitsplatz aus Sicht von Mitarbeitern, Lehrenden und Studierenden?

Mitarbeiter*innen:
Der hybride Lern- und Arbeitsplatz muss flexibel sein, wie oben erwähnt Medienbrüche vermeiden und klar die Produktivität des Mitarbeiters bestmöglich unterstützen. Denn den Mitarbeiter*innen soll es ermöglicht werden, dass sie sich auf ihre inhaltliche Arbeit konzentrieren können und nicht auf die IT oder das Tool selbst. User Experience ist hier sehr wichtig. Ebenso, dass man z.B. nicht alle Tools / Features anbietet und somit die User mit vielen Tools überfordert. Dazu muss die Nutzung und der Mehrwert mittels Change Management auch gut erklärt werden.

Lehrende:
Digitale Tools müssen sehr einfach nutzbar sein und ineinandergreifen. Auch wenn diese von zwei verschiedenen Herstellern kommen. Der Anspruch der Lehrenden ist ganz klar: Sie wollen sich auf den Inhalt ihrer Vorlesungen und auf die Studierenden konzentrieren. Nicht auf die Bedienung der IT-Tools.

Studierende:
Hier ist das User-Erlebnis ebenso wichtig. Ähnlich wie bei einer klassischen Customer Journey sehe ich hier eine Art „User Journey“. Das beginnt bei der Qualität der Software Plattform (Stichwort: Medienbrüche, einfache Zusammenarbeit etc.) und endet beim Konsum einer Lehrveranstaltung von zu Hause. Da sprechen wir über Video- und Audioqualität, automatisches Video-Tracking/Zoom, wenn sich der Vortragende vorne bewegt.

Somit braucht man State-of-the-Art Tools und Hardware die auch über niedrige Bandbreiten gut funktionieren.

Spannend wird es dann, wenn die Studierenden in einer hybriden Veranstaltung von remote eingebunden werden sollen und Diskussionen, Fragen etc. via Chat stellen. Daher starten wir mit Wintersemester 2022/23 ein Innovation Lab namens „Future Classroom“.

Hierbei geht es uns nicht nur um Technologie, sondern das Thema ganzheitlich zu betrachten. Auch das Thema Didaktik verdient dabei intensive Aufmerksamkeit.

Was sind die Erfolgsfaktoren bei dieser Veränderung?

Herbert Lohninger: Richtige Auswahl des Software Stacks und der Schnittstellen unter den Tools/Herstellern.

Aber viel wichtiger dabei ist Change-Management: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation. Mein Lieblingssatz ist hier immer: 50% des Erfolgs macht die Technologie und 50% wie wir unsere Benutzer dabei begleiten. Diese Begleitung muss aus der IT erfolgen!

Jede IT braucht daher eine ACM (Adoption und Change Management) Rolle.

Wie sehen die Perspektiven aus?

Unser Ziel ist es das Beste aus beiden Welten zu vereinen. Aus der physischen und aus der virtuellen. Das ist durchaus eine Herausforderung, aber ich bin sehr zuversichtlich.

Wir sind eine klassische Präsenz-Uni. Dennoch gibt es bei uns eine Betriebsvereinbarung für mobiles Arbeiten für unsere Mitarbeiter*innen. Außerdem wollen wir die „Opportunities“ die wir aus der Pandemie gelernt haben nutzen.

Der persönliche Austausch am Campus ist uns wichtig, aber auch die neu gewonnene Flexibilität gilt es zu nutzen. Stichwort: Mobiles Arbeiten, Hybride Lehre bzw. einzelne Module Online anbieten.

Welche Rolle spielt die Cloud dabei?

Innovation ist aktuell ohne Cloud meines Erachtens nicht möglich. Man wird weder die Expertise noch die Ressourcen haben, um solche Innovationen in der Geschwindigkeit on-premise abzuwickeln. Gerade wenn man die Themen weiterdenkt – zum Beispiel für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz.

Diese Technologien sind alle schon präsent. Und wenn es nur um Echtzeitübersetzungen in Videoübertragungen in der Sprache des Zuhörers geht. Hier wird aber noch viel mehr kommen – was wieder die Produktivität unterstützen wird. Der Mensch gewinnt dabei die Möglichkeit sich auf seine Stärken zu konzentrieren.

Aber: Wir setzen weiterhin klar auf ein hybrides Setup. Denn bei einigen Usecases macht es weiterhin Sinn diese on-premise zu betreiben.

Wieviel gesellschaftliche Verantwortung trägt man als Führungskraft? Was bedeutet das für Sie in der täglichen Praxis?

Die gesellschaftliche Verantwortung ist sicher sehr groß. Das beginnt bei der Verantwortung für die fachlichen Themen die man als Führungskraft hat und die man vorantreiben möchte.

Aber natürlich auch die Verantwortung für Mitarbeiter*innen. Diese gehören stark eingebunden, die Strategie muss klar sein, es muss Freiheiten geben, dass sich jede/r Mitarbeiter*in mit seinen/r Stärken im Team entfalten kann. Man muss sich die Zeit nehmen, um gemeinsam an der Kultur zu arbeiten.

Als Führungskraft muss man immer eine Art „Role Model“ sein. Dazu gehört auch, dass man der oberste Change Manager ist. Aber auch wenn es um Themen wie Nachhaltigkeit geht, finde ich die Verantwortung als Führungskraft sehr wichtig und immer wichtiger.

Das gilt es auch im „Kleinen“ umzusetzen. Wir sind keine klassische Campus-Universität, sondern auf verschiedenen Standorten im wunderschönen Salzburg verteilt. Ich bin innerstädtisch auf ein Fahrrad umgestiegen und vermeide es mit dem Auto zu fahren, obwohl ich aufgrund meiner Funktion fast überall in der Innenstadt zentral parken kann. Dieses Fahrrad können selbstverständlich auch meine Mitarbeiter nutzen. Denn Green-IT fängt nicht immer im Datacenter an …

Welche Bedeutung hat die Confare CIO Impact Challenge für Sie persönlich?

Herbert Lohninger: Ich freue mich sehr über diese Nominierung – sie bestätigt die Arbeit meines Teams. Vor allem auch im Bildungsbereich kann man viel bewegen und Innovationen möglich machen.

Ich sehe uns hier klar als Game Changer und somit ist es eine klare Bestätigung für das ganze Team, dass das was wir aktuell leisten auch gesehen und wertgeschätzt wird. Wenn wir den Preis gewinnen wäre das großartig!

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