DigitalDays2018: Urbane Innovation und Smart City in Wien

by Lisa Baur

Dominic Weiss ist Head of Smart City Agency bei Urban Innovation Vienna, die Veranstalter der DigitalDays sowie Koordinationsstelle der DigitalCity.Wien-Initiative ist. Anlässlich der Kooperation mit Confare haben wir ihn gefragt, was aktuell die wichtigsten Smart City Trends sind und was man sich bei den DigitalDays2018 auf dem Erste Campus in Wien als Teilnehmer/-in erwarten darf. Weiter mit dem Thema Smart City geht es dann beim Confare Event IDEE 2019 in Wien am 13. März 2019. Hier wird der IDEAward 2019 für Digitale Innovation in Unternehmen verliehen.

Wien hat einen sehr guten internationalen Ruf, wenn es um Digitalen Wandel in der Stadtverwaltung und Smart City Ansätze geht. Wo sehen Sie denn in diesem Kontext Erfolge und wegweisende Innovation in Wien?

Der Erfolg, vor allem im Bereich Smart City aber auch in der Digitalisierung ist sicherlich den gut gewählten Zielsetzungen zu verdanken. Nicht technische oder inhaltlich-sektorale Themenbereiche, sondern städtische Gesamtinteressen stehen im Vordergrund. So steht die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger im Zentrum. Das starke Commitment politischer Verantwortlichkeiten gibt den angesprochenen Ansätzen auch eine hohe Umsetzungskraft. Die Smart City Strategie – als Dachstrategie, unter welche auch die digitalen Transformationsprozesse fallen – wurde vom Wiener Gemeinderat verabschiedet und kann so eine starke Entfaltung bewirken. Wegweisende Innovationen werden sich jedenfalls im Zusammenspiel zwischen Stadt, Wissenschaft, Privatunternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern entwickeln. Als städtische Infrastruktureigentümerin kann die Stadt Wien hier eine, im internationalen Vergleich besondere, Rolle einnehmen. Sie ist hier selbst in der Verantwortung und muss Akzente setzen. Mit der DigitalCity.Wien-Initiative wird da schon sehr viel getan und ein inklusiver Ansatz gefördert. Dadurch können unterschiedliche Stakeholder zusammengebracht werden und Kooperationen entstehen.

Wie wichtig ist digitale Innovation, wenn es um urbanes Zusammenleben geht?

Die Stadt Wien verfolgt das Ziel, die höchste Lebensqualität für Ihre Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Das stellt Sie angesichts des starken Bevölkerungswachstums und der räumlichen Begrenzung vor enorme Herausforderungen. Digitale Services, Instrumente und Prozesse haben in diesem Zusammenhang keinen Selbstzweck an sich, sondern dienen dazu, die Qualitäten in allen Lebensbereichen abzusichern bzw. zu heben um die Stadt so fit für die Zukunft zu machen. Informations- und Kommunikationstechnologien sind das Nervensystem einer smarten bzw. digitalen Stadt. Sie ziehen sich durch alle Bereiche des urbanen Zusammenlebens durch und spielen überall mit rein. Dort wo es sinnvoll und zielführend erscheint ist die Stadt Wien bemüht proaktiv Dinge auszuprobieren, zu testen und umzusetzen.

Was sind die wichtigsten Smart City Trends?

IDEE Dominik WeissEs gibt wohl nicht „den einen“ Smart City Trend. Das liegt auch daran, dass wir je nach Definition, Ort und Person etwas ganz anderes unter Smart City und den dazugehörigen Themenbereichen verstehen. In Wien wird die Smart City stark als breiter Rahmen, als Dachstrategie, verstanden, mit der sich die Stadt fit für die Zukunft macht. Das Thema Klimaschutz bzw. –anpassung und die CO2 neutrale Stadt stehen bei der Smart City Wien ebenso im Zentrum, wie die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger. International betrachtet wird Smart City sicherlich verstärkt mit digitalen Prozessen gleichgesetzt. Mit Abstrichen wird auch das Thema Mobilität stark ins Zentrum gerückt, wobei diese hier auch stark mit IoT und Digitalisierung in Verbindung gebracht wird. Wien nimmt im Gegensatz dazu einen breiteren Standpunkt ein, nützt aber natürlich auch die Digitalisierung stark um erfolgreich die Zielsetzungen zu erreichen.

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Wo besteht weiterer Handlungsbedarf?

In der operativen Umsetzung. Die Städte stehen vor der Herausforderung von der strategischen Konzeption zu einer skalierbaren Umsetzung zu kommen. Innovative neue Prozesse, Methoden und Tools können nicht immer angst- und konfliktfrei in bestehende Workflows eingebettet werden. Neue Formen und Räume der Zusammenarbeit wie zum Beispiel Public Private Partnership Modelle oder Living Lab Situationen stehen hier im Zentrum der Diskussion. Inhaltlich und thematisch kann alles optimiert werden, die Stadt Wien ist allerdings bereits jetzt schon eine höchst erfolgreiche und qualitativ hochwertige Stadt, was ihre Services und Prozesse betrifft. Wir sprechen hier also von einer Adaption eines ohnehin sehr hohen Niveaus. Die Gefahr besteht vielmehr darin, die Notwendigkeit zur Adaption und zum Wandel aufgrund unserer aktuellen Erfolge und hohen Qualität als zu gering einzustufen. Die Welt ist stark im Umbruch, hier gilt es nicht den Anschluss zu verlieren.

Welche Rolle spielt die Initiative digitalcity.wien dabei?

Mit der Initiative geht man in der Stadt neue Wege. Man öffnet sich und begegnet der Privatwirtschaft, der Wissenschaft und den Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe. Was mit einem losen, unkomplizierten Netzwerk begonnen hat, ist mittlerweile eine etablierte starke Gemeinschaft, die an einem Strang zieht, Dinge in Bewegung bringt und Umsetzungen vorantreibt. Es ist ein freiwilliges Geben und Nehmen bei dem frei von klassischen Regeln gemeinsam konzipiert und umgesetzt wird.

Was dürfen sich die Teilnehmer bei den DigitalDays2018 erwarten?

Eine unkonventionelle Veranstaltung mit starken PartnerInnen aus dem Wiener IT Umfeld sowie eine moderne, offene und innovative Stadt Wien, die gemeinsam mit der Wissenschaft und den Bürgerinnen und Bürgern versucht, die Leitplanken für eine erfolgreiche Gestaltung der Digitalen Stadt Wien zu zeichnen. In kontroversen Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen und im Rahmen einer Mitmach-Ausstellung, der Talent Street, wird hier mit vereinten Kräften sichtbar und erlebbar gemacht, was der Digital-HotSpot Wien bereits heute für Menschen aller Altersgruppen zu bieten hat und wie vielfältig das Thema Digitalisierung sein kann. So werden in der Grand Hall des Erste Campus etwa die demografischen Entwicklungen und der strukturelle Wandel der wissens- und technologieintensiven Produktion in Städten diskutiert. Auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens und IoT im Hinblick auf den Menschen als Datenquelle werden behandelt. Der zweite Tag der Digital Days 2018 rückt den Menschen hinsichtlich digitaler Transformation noch stärker ins Zentrum und behandelt zusätzlich noch das Thema digitale Grundbildung im Schulsystem. Beim Hedy Lamarr Woman Award, der heuer erstmals vergeben wird, wird eine IT-Forscherin ausgezeichnet. Alles in allem erwartet uns also ein spannender Event mit viel Diskussions- und Vernetzungspotential, der für jede und jeden die Möglichkeit bietet, sich aktiv einzubringen und mitzumachen und Teil der DigitalCity.Wien-Community zu werden.

Details und Anmeldungen zu den DigitalDays2018 finden Sie hier:

Digital Days

Am 3. und 4. Oktober 2018 finden die DigitalDays statt – der jährliche Highlight-Event der
DigitalCity.Wien*-Initiative, bei dem die IT-Wirtschaft und die Stadt Wien zum 5. Mal in Folge
mit vereinten Kräften sichtbar und erlebbar machen, was der Digital-HotSpot Wien bereits
heute für Menschen aller Altersgruppen zu bieten hat.

Mehr zum Thema Smart City beim Confare Event IDEE 2019 in Wien am 13. März 2019. Hier wird der IDEAward 2019 für Digitale Innovation in Unternehmen verliehen.

 

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