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Wenn es Zeit wird sich zu trennen – Wann und wie man sich am besten von Legacy Anwendungen verabschiedet

by Annecilla Sampt

Gewachsene IT-Architekturen haben immer noch einen großen Anteil an Legacy Anwendungen, die vom Design und von der Technologie her einer anderen Zeit entstammen. Die Software Profis der Parkside Informationstechnologie GmbH werden immer wieder von Kunden damit beauftragt, solche Altlasten zu entsorgen oder Software Architekturen zu modernisieren und für das Digitale Zeitalter fit zu machen. Im Bloginterview: CEO Ralph Harreiter über Legacy Replacement in der Praxis, was man sich davon erwarten darf und wie man dabei vorgeht.

Welche Herausforderungen und Probleme sind mit Legacy Software verbunden?

Das größte Problem eines veralteten Tech-Stacks ist definitiv sein Ablaufdatum. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Wartungs- und Instandhaltungskosten explodieren oder die Technologie vom Hersteller schlicht und ergreifend einfach nicht mehr unterstützt wird. Bei Designfragen ändert sich die Anwendererfahrung der User über die Zeit – zieht man mit seinem Produkt hier nicht nach, sinkt die Anwenderfreundlichkeit und damit auch -zufriedenheit.

Wie unterscheidet sich moderne Software von den Altlasten? Wo nach lässt sich beurteilen, ob eine Applikation den Anforderungen des digitalen Zeitalters entspricht?

Oft ist der Unterschied, dass sogenannte Altlasten Desktop-Applikationen sind, die ins Web transformiert werden sollen. Die Frage dabei ist aber immer: Was will der Kunde mit der Anwendung erreichen? Anforderungen wie Performance, Design Guidelines, Maintainability, moderne Frameworks oder Architektur, aber auch die Branche des Kunden müssen bei der Beantwortung dieser Frage mitberücksichtigt werden. Wird eine Architektur verwendet, für die es keine oder immer weniger Entwickler und Updates gibt, entsteht hier sicherlich eine problematische Altlast.

Wo sind Stolpersteine und Herausforderungen bei Legacy-Modernisierungs-Projekten? Worauf muss man achten?

Eine große Herausforderung ist oft fehlendes internes Wissen über die angewandte Architektur und das System. Je weniger Wissen intern vorhanden und dokumentiert ist und je mehr Insellösungen entstanden sind, desto herausfordernder die Transformation. Gute Dokumentation ist hier entscheidend.

Ein Stolperstein ist häufig, dass zu wenig Energie in die Beantwortung folgender Fragen gesteckt wird: Was sind eigentlich die genauen Anforderungen an eine neue Software? Was davon ist wirklich nötig? Was muss genau modernisiert werden, die Technik, das Design oder beides? Diese Gedanken sind essentiell, um sich nicht in Features zu verlieren und den Anwender ständig im Mittelpunkt zu behalten.

Um das Risiko bei solchen Projekten zu minimieren, ist in den meisten Fällen die Einbindung externer Experten sinnvoll. So vermeidet man Betriebsblindheit und bringt frischen Wind in eingefahrene Systeme. Ein zusätzlicher Benefit ist der Blick von außen vor allem für interne Software-Architekten, die sich meist zu stark mit den laufenden internen Systemen beschäftigen müssen und in internen Prozessen und Strukturen hängen.

Modernisierungs-Projekte sind oft kostspielig und haben ein gewisses Risiko – Warum sollte man sich trotzdem mit dem Thema auseinandersetzen?

Aus zwei Gründen: Image und langfristige Kostenersparnis. Innovative Unternehmen können und wollen sich eine veraltete Applikation nicht leisten, die ihre Marke repräsentiert. Außerdem ist die Kostenrechnung bei so einem Projekt schnell gemacht und geht meist positiv für eine Erneuerung des Techstacks und der User Experience aus. Im Gegenzug zur Investition wird an vielen anderen Ecken und Enden massig Zeit und damit Geld eingespart: Die Anwender sind schneller in der Bedienung, verursachen weniger Fehler und ein neues System verursacht meist weniger Wartungsaufwand. Bedenken muss man auch, dass erst mit Erneuerung der Technologie neue (digitale) Geschäftsmodelle möglich sind, die einen Wettbewerbsvorteil sichern können und ein Unternehmen zukunftsfit machen. Bezüglich des Risikos lohnt es sich, auf Partner mit Erfahrung im Legacy-Replacement zu setzen. Parkside hat beispielsweise die Bildbearbeitungs-Plattform PicMonkey mit über 2,5 Mio. bestehenden Anwendern in neue Technologie überführt. Oder für LinkedIn, einen der größten Kunden, eine interne Anwendung in Bezug auf UX und Technologie im laufenden Betrieb komplett erneuert. Bei solchen Herausforderungen sammelt man als Softwareentwickler wertvolle Erfahrung für nachfolgende Projekte.

Wie erkennt man den richtigen Zeitpunkt dafür?

Hier gibt es viele Ansätze: Durch Konkurrenzanalyse, Selbstevaluierung in regelmäßigen Zyklen oder Unzufriedenheit der damit betrauten Entwickler. Auch bestimmte Signale vom User können den richtigen Zeitpunkt andeuten, wenn zum Beispiel vermehrt Abmeldungen vom System auftreten oder die Fehlerhäufigkeit zunimmt. ◾

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