Dr. Julia Freudenberg, Hacker School: Es wird Zeit, dass sich Unternehmen für Digitale Bildung engagieren!

by Agnes Hartl

Seit 2014 arbeitet man bei der Hacker School daran, Kinder und Jugendliche für IT und Digitalisierung zu begeistern. CEO Julia Freudenberg wünscht sich für jedes Kind in Deutschland, unabhängig von Geschlecht und Herkunft, dass es einmal Programmiererfahrungen gemacht hat. Es geht darum, die digitale Welt zu verstehen und Grundkenntnisse davon zu haben, was hinter der Welt von Apps, Smartphones und Computern steckt.

Weiter geht es mit prominenter Sichtbarkeit und wertvollem Austausch für weibliche IT-Karriere beim 15. Confare #CIOSUMMIT Wien, Österreichs größtem IT-Management-Forum mit mehr als 600 IT-Profis, knapp 100 Vortragenden und mehr als 60 spannenden und innovativen AnbieterInnen aus der IT-Branche. Und hier gibt es auch die Chance dabei zu sein, wenn das Confare Female IT-Mentoring weitergeht.

Digitale Transformation und IT spielen eine enorme Rolle dabei unsere Zukunft zu gestalten. Wir zeichnen im Rahmen der Confare #ImpactChallenge CDOs und CIOs aus, die zu einer besseren Welt beitragen, Geschäftsmodelle revolutionieren, Innovation möglich machen und eine moderne Arbeitswelt gestalten. Einreichen und nominieren kann man jetzt hier:

Welche Bedeutung hat denn gender diversity für ein Unternehmen? Welche Vorteile bringt ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis?

Wir sehen in allen Bereichen, dass Diversity vielleicht nicht immer bequem ist, aber ein deutlich besseres Gesamtergebnis hervorbringt, als wenn man sich im Arbeitsumfeld auf ein Geschlecht beschränkt. Gleiches gilt auch für die Altersstruktur in Unternehmen. Das Einbeziehen von verschiedenen Sichtweisen in eine Problemstellung und -lösung bringt immer ein positives Produkt auch für die Endverbraucher:innen hervor und berücksichtigt diverse Facetten. Zudem hat Diversity auch Vorteile für das Miteinander im Unternehmen.

Die IT-Branche ist immer noch männlich dominiert. Ist es hier besonders schwer, als Frau Karriere zu machen?

Ja, der Anteil an Frauen in der IT-Branche ist deutlich zu klein und für “Minderheiten”, die sich beruflich integrieren möchten, ist es immer schwierig, sich in bestehende Netzwerke einzuklinken – es müssen immer erst bestehende Vorurteile abgebaut werden. Das gilt nicht nur für Unternehmen im IT-Bereich. Was wir aktuell sehen ist, dass Frauen, die es schaffen erfolgreich durch eine IT-Ausbildung zu gehen oder ein entsprechendes Studium abzuschließen, in der Regel viel für sich lernen und Erfahrung damit machen, sich zu behaupten. Dadurch haben sie es in Teilen schon leichter, auch Führungsverantwortung zu übernehmen.

Wie geht es Mädchen in der technischen Ausbildung?

Wir sehen in unseren Kursen, dass Mädchen genauso gut programmieren können, wie Jungs. Das Geschlecht spielt grundsätzlich für die Eignung überhaupt keine Rolle, wenn eine technische Ausbildung angestrebt wird. Insbesondere, wenn Mädchen sich entschlossen haben, in diesen Bereich zu gehen, sehen wir, dass sie es überlegt tun, dass sie es “for a reason” tun und dort auch wirklich bleiben möchten und letztlich auch richtig gut abschneiden.

Welche Bedeutung haben Role Models und Vorbilder?

Den positiven Einfluss von Role Models kann man gar nicht hoch genug ansetzen. Wenn junge Mädchen sehen, dass den Weg, den sie sich für sich vorstellen können, schon eine Frau gegangen ist, dass es möglich ist, dann können sie sich das für sich viel konkreter in Betracht ziehen. Das Sichtbarmachen von Frauen im IT-Bereich, auch das Teilen von Lebensgeschichten und das Ausräumen von Vorurteilen ist von einem unschätzbaren Wert.

Was sind denn Ihre 3 wichtigsten Tipps an junge Frauen, die in der IT oder in der IT-Branche Karriere machen wollen?

Hört auf euer Gefühl, das euch sagt, was euch Spaß macht.  Geht dorthin, wo ihr euch selber challenged und sucht euch Gleichgesinnte, die richtig Lust haben, diesen Weg mit euch zu gehen und die euch inspirieren.

Wo gibt es denn aus Ihrer Sicht die größten Handlungsfelder in Unternehmen und in der Gesellschaft um diese Situation zu verbessern?

Ich bin davon überzeugt, dass Unternehmen sich noch viel stärker engagieren müssen, dass wir gute digitale Bildung zu den  Kindern bekommen, und dass sie auch Frauen größere Sichtbarkeit geben sollten. Gesellschaftlich halte ich es für absolut notwendig, dass wir als Eltern, und hier speziell auch wir Mütter, unserer Vorbildfunktion einfach gerechter werden und die Mädchen in die Bereiche einbeziehen und ihnen Mut machen, es einfach auszuprobieren. Dazu gehört auch, eine neue Fehlerkultur zu etablieren, denn dann kommen wir einen großen Schritt weiter.

Welche Rolle spielen Mentoring und Coaching? Wo kann man sich Unterstützung suchen?

Wenn Menschen als Ansprechpartner:innen zur Verfügung stehen, die einen bestimmten Weg schon einmal gegangen sind, hat das einen großen Mehrwert. Sie können enorm helfen, manche Stufen einfacher zu erklimmen oder Wege zu entdecken. Eine Mentor:innen-Beziehung hat auch immer einen Mehrwert für beide Seiten, denn es ist in der Regel eine Beziehung auf Augenhöhe, auch wenn die Seiten unterschiedliche Sachen lernen. Es gibt unterschiedliche Anlaufpunkte, besonders für Mädchen in der IT bzw. im MINT-Bereich. Cybermentor leistet hier großartige Arbeit. Hier werden Mentorships zwischen Frauen und Mädchen vermittelt. Es gibt aber weitere Initiativen, die tolle Unterstützung bieten: women in tech, HerCareer und viele andere.

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