Landbell: IT macht Nachhaltigkeit messbar

by Agnes Hartl

Laut Ulf Hallmann war digitale Transformation das übergeordnete Thema der letzten Jahre. Doch in dem Maße, wie in der Gesellschaft das Bewusstsein für Klimawandel und Ökologie steigt, beginnt nun Nachhaltigkeit der Digitalisierung den Rang abzulaufen, wenn es um die Platzierung auf den Vorstands- und Geschäftsführungsagenden geht. Als führende CIO-Community im DACH Raum, haben wir von Confare uns vorgenommen, IT- und Digitalisierungs-Entscheider dabei zu unterstützen auch in diesem Themenfeld die Feder in die Hand zu nehmen. Es gilt Unternehmens-Strategie, Prozesse und Methoden im Hinblick auf Nachhaltigkeit zu gestalten.

Startschuss wird dafür das Confare #CIOSUMMIT Wien sein, das mit mehr als 500 CIOs und IT-Entscheidern, das größte und wichtigste IT-Management Treffen Österreichs ist. Sichern Sie rechtzeitig Ihre Teilnahme und setzen Sie ein Zeichen für Digitalisierung mit Verantwortung und Sustainability. 

Gelebtes Ziel der Landbell Group ist es, ihre Kunden dabei zu unterstützen, die Vorteile der Kreislaufwirtschaft für sich zu erschließen. IT und Digitalisierung spielen dabei eine entscheidende Rolle, meint CIO Ulf Hallmann im Bloginterview.

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Lesen Sie hier das Confare Factsheet rund um Nachhaltigkeit und IT-Leadership: CIO Leadership und Nachhaltigkeit – Confare

Was verbindet Dich mit dem Thema Nachhaltigkeit?

Nach 20 Jahren Tätigkeit in der „Circular Economy“ fällt mir beim Thema Nachhaltigkeit zuerst die Brundtland Kommission ein, welche 1987 nachhaltige Entwicklung wie folgt definierte:

„Sustainable development meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“

Nachhaltig ist eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ (https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brundtland_report_563.htm, aufgerufen am 2.1.2022)

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ kam seither facettenreich zur Anwendung. Aus meiner Sicht wurden dabei immer wieder die folgenden Kernaspekte sichtbar:

  1. Schone Ressourcen.
  2. Denke ganzheitlich.
  3. Lerne und verbessere.

Welchen Hebel hat ein CIO, um Unternehmen nachhaltiger zu gestalten?

Ulf Hallmann: Es gibt mehrere Hebel. Ich übersetze oben genannte Grundsätze wie folgt in Empfehlungen für nachhaltiges Handeln in der IT:

  1. Schone Ressourcen,

indem Du Systeme skalierst, Wartungsrisiken vermeidest, Mitarbeiter motivierst und Wissen in der Organisation hältst.

Säge nicht am Ast, auf dem Du sitzt.

  1. Denke ganzheitlich,

indem Du über System- und Landesgrenzen, Kulturen und das eigene Renteneintrittsalter hinausdenkst.

Nicht jeder laut kommunizierte Trend ist eine nachhaltige Lösung.

  1. Lerne und verbessere,

indem Du Risiken und Fehler erkennst, Kritik zulässt, situativ handelst sowie kontinuierlich und smart innovierst.

Stelle Mitarbeiter ein, die besser sind als Du und gib ihnen genügend Raum.

Welche Beispiele gibt es bei Euch dazu?

Ulf Hallmann: Für die Landbell Gruppe ist operative Nachhaltigkeit durch eigene Circular Economy Services in globalem Kontext sowie korrespondierende IT Systeme gleichsam Selbstverständnis und Tagesgeschäft. „Globale Umweltdienstleistungen basierend auf nachhaltiger IT zugunsten einer nachhaltigen Welt“ sind Beleg dafür, dass wir Nachhaltigkeit aktiv, täglich und multidimensional leben.

Wie nachhaltig geht es bei der Digitalen Transformation zu, so wie sie Unternehmen derzeit betreiben?

Ulf Hallmann: Das Thema „Digitalisierung“ ist seit langem ein Dauerbrenner. Jetzt finden wir die „Digitale Transformation“ auf unseren Tagesordnungen. Es ist schwierig, Herausforderungen zu begegnen, indem man sie umbenennt. Sicherlich gab es bereits eine Vielzahl von Bemühungen. Dennoch gibt es offensichtliche Abstände zu selbstgesteckten Zielen und internationalen Benchmarks. Der Schlüssel zum Erfolg scheint mir im ganzheitlichen Denkansatz zu liegen. Es mag ein guter Anfang sein, zunächst vor der eigenen Haustüre zu kehren. Es ist jedoch nicht hinreichend, nur den eigenen Herausforderungen, gleichsam wie mit Scheuklappen, zu begegnen. Es braucht globale Standards, Demut und Vertrauen beim Sammeln und Speichern von Daten sowie Mut für Kooperation und Austausch.

Welche Hemmnisse gibt es dabei?

Ulf Hallmann: Womöglich ist Nachhaltigkeit hier ein interessantes Stichwort. Zur Unterstützung der Digitalisierung gibt es permanent neue Tools und spannende Möglichkeiten. Einzelne Projekte führen zu großartigen Effekten. Im flächendenkenden Rollout stellen sich jedoch altbekannte Herausforderungen aus Realität und Praxis: Gibt es ausreichend definierte Geschäftsprozesse? Skalieren diese mit zukünftigen Anforderungen? Wie gehen wir mit historischen Daten um? Was folgt daraus für Datenschutz und Informationssicherheit? Die Hemmnisse bei der Digitalisierung sind längst nicht mehr nur technischer Natur, sondern skalieren antiproportional mit der Nachhaltigkeit geltender Rahmenbedingungen.

Wie schätzt Du das Thema „Green Data“ ein?

Ulf Hallmann: Ein Rechenzentrum ist eine Sammlung von Elektrogeräten wie viele andere auch. Aus dem „Circular Economy“ Blickwinkel heraus sind auch hier Ressourcenschonung und energieeffizienter Betrieb für mich essentiell und selbstverständlich. Nachhaltigkeit sollte zuweilen mit Augenmaß betrieben werden: Gewisse nachwachsende Rohstoffe erwiesen sich bei der Konstruktion von Rechenzentren offenbar als ungeeignet. Spannend bleibt die Frage, wie wir neben aktuellem Systembetrieb und Datenhaltung zu einem „Hygienekonzept“ kommen, welches uns wertvolle Datenschätze bewahrt, dabei aber ressourcenintensiven Datenmüll vermeidet.

 Was kann die IT zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen?

Ulf Hallmann: Einige Beispiele sind bereits oben angeklungen. Für mich ist entscheidend, dass IT Nachhaltigkeit messbar macht. IT rechnet Klimamodelle. IT optimiert Warenströme. IT schafft Transparenz. IT vermittelt Bildung. Mit IT hat die Gesellschaft ein wichtiges Werkzeug zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Hand. Lassen Sie uns alle noch mehr als zuvor dafür sorgen, dass es optimal nutzbar, genutzt, und: Nachhaltiger wird.

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