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So gelingt die Zusammenarbeit einer proaktiven IT mit den Fachbereichen: Confare #CIOAWARD Preisträger Markus Köpfli, Mettler-Toledo

by Cansu Karacan

OUT NOW im #Confare Blog:
Markus Köpfli von Mettler-Toledo – So gelingt die Zusammenarbeit einer proaktiven IT mit den Fachbereichen

Dynamische Marktentwicklungen, hohe Kundenanforderungen, Hyperwettbewerb – die Anforderungen an moderne Unternehmen sind hoch. Die interne IT spielt eine besondere Rolle dabei, diesen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. „Digital ist für viele Menschen kein Tool, sondern ein wichtiger Teil ihrer Lebenswelt!“, führt Confare #CIOAWARD Preisträger Markus Köpfli von Mettler-Toledo aus. Um Mitarbeiter*innen und Kund*innen zu begeistern, reicht es für die Unternehmens-IT nicht mehr aus, Kundenwünsche umzusetzen und Befehle zu empfangen. CIOs haben die Aufgabe, die Unternehmens-Strategie proaktiv mitzugestalten und umzusetzen.

In der Recherche zum neuen Factsheet rund um “Proactive IT“ sprechen wir mit hochkarätigen IT-Entscheider*innen und preisgekrönten CIOs aus dem Confare Netzwerk. Herausgegeben wird das Factsheet in Zusammenarbeit mit Lakeside Software.

Im Interview erfahren Sie, wie Markus Köpfli die Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen gestaltet und so die IT-Business-Integration schafft, die hilft, Silos zu überwinden und gemeinsam innovativ zu sein.

Die IT-Management-Profis von Lakeside treffen Sie auf dem wichtigsten Schweizer IT-Management Treffpunkt, dem Confare #CIOSUMMIT Zürich. Sie ermöglichen IT-Leadern weltweit den notwendigen Überblick über ihre IT-Systeme, Infrastruktur und Architektur, der die Voraussetzung für eine wahre proaktive IT darstellt. Melden Sie sich jetzt an – die Teilnahme ist für IT-Manager*innen nicht mit Kosten verbunden.

Sie wollen das Confare Factsheet „Proactive IT“ nicht verpassen? Dann holen Sie sich einfach das Confare Factsheet Abo kostenfrei hier:

Was macht eine proaktive IT wirklich aus? Welche Rolle spielst Du als CIO dabei?

Markus Köpfli von Mettler-Toledo: Eine pro-aktive IT ist organisatorisch, aber auch mental nah beim Business – versteht die Wünsche der Kunden, die Produkte und die Branche. Dabei wartet man nicht auf Requirements aus dem Business, sondern sieht es als die Aufgabe der IT an, digitale Innovation pro-aktiv voranzutreiben, Vorschläge zu machen und die Business-Kollegen zu unterstützen. Als CIO ist meine Hauptaufgabe mein Team zu enablen – durch Trainings, Kontakte, das Teilen von Businessinformationen und sicherzustellen, dass die Rolle der IT richtig verstanden wird.

Wo sind die wichtigsten Handlungsfelder, um eine IT von einer reaktiven IT zu einer proaktiven IT zu verändern?

Markus Köpfli von Mettler-Toledo: Meiner Erfahrung nach ist die IT schlichtweg nicht richtig enabled, um die Rolle der Treiber der digitalen Innovation einzunehmen. Dazu müssen die IT-Mitarbeiter viel früher und näher in die Produkt- und Prozessprojekte einbezogen werden. Wir erwarten zum Beispiel, dass jeder IT-Mitarbeiter mindestens einmal pro Jahr eine Woche im Business mitarbeitet. Um die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden und Kollegen hautnah zu erleben. Nur so können die IT-Teams auch Lösungen bereitstellen, von denen das Business und die Kunden wirklich profitieren.

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Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit, Innovationsbereitschaft und Human Experience dabei?

Markus Köpfli von Mettler-Toledo: Meines Erachtens kann die IT diese Themen alle signifikant unterstützen: Integrierte Systeme bieten bessere Transparenz über die Nachhaltigkeit von Produkten und Prozessen über die gesamte Wertschöpfungskette, was es erleichtert diese zu optimieren. Digitale Lösungen ermöglichen zahlreiche, neue Innovationsfelder und effiziente Prozesse und Systeme verbessern die Human Experience durch Automatisierung und bessere und persönlichere Betreuung der Mitarbeiter.

Wie verändern sich IT-Organisation und IT-Strategie dabei?

Proaktive ITMarkus Köpfli von Mettler-Toledo: Die IT wandelt sich vom Technologielieferanten zum Partner und Berater der Business-Units, wenn es um Digitalisierung und Innovation geht. IT und Business verschmelzen zunehmend. Dabei muss die Annäherung beidseitig erfolgen; die IT muss die Business-Sprache sprechen und die Businessmitarbeiter IT-Kompetenzen aufbauen. Strategisch muss sich die IT viel stärker als früher an der Business-Strategie orientieren und diese aktiv unterstützen. Dies erfordert auch, dass den IT-Mitarbeitenden die Unternehmensstrategie klar ist und kommuniziert wird. Das ist heute noch oft nicht der Fall und die IT-Abteilungen werden erst an den Tisch geholt, wenn Ideen weit fortgeschritten sind und es um die Abbildung im System geht. So spät im Prozess und oft mit Zeitdruck vergibt man oft die Chance, gute Ideen aus der IT-Abteilung einzubinden und die technologisch beste Lösung zu finden.

Welche Anforderungen gibt es an IT-Infrastruktur und IT-Architektur, um die Rolle einer proaktiven IT spielen zu können?

Markus Köpfli von Mettler-Toledo: Die Innovationszyklen werden immer kürzer und als Unternehmen im „Digital Race“ nicht zurückzufallen, müssen neue Technologien wie zum Beispiel AI schnell verfügbar gemacht werden. Dies erfordert eine agile und modulare Architektur, welche schnelle Änderungen und Weiterentwicklungen zulässt, ohne dabei den Betrieb oder die Datensicherheit zu gefährden. In meinen Augen ist es auch wichtig, neue Lösungen auszuprobieren und mit dem Business zu testen, bevor man sich für grosse Implementierungsprojekte entscheidet. Oft wird der Business Case, der Aufwand, aber auch das nötige Know-how erst deutlich, wenn man die Lösung testet. Die IT-Architektur sollte dies möglichst pragmatisch ermöglichen.

Welche Tools, Mechanismen und Methoden haben sich bewährt, um die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter*innen an eine proaktive IT zu verstehen?

Markus Köpfli von Mettler-Toledo: IT-Mitarbeitende sollte nicht nur in Technologiethemen weitergebildet werden. Regelmässige Produkttrainings, Strategiepräsentationen und Business-Immersions helfen ein besseres Businessverständnis aufzubauen. Ich setze auch auf Rotationen: IT-Mitarbeiter können in Business-Rollen oft gute Ideen einbringen und andersherum. IT-Abteilungen sollten auch an Business KPIs gemessen werden und nicht wie heute noch oft der Fall nur an Uptime und Kostenmanagement. Ein IT-Team, das die Sales-Prozesse unterstützt, sollte auch Sales-Ziele haben. Systeme und Prozesse sind heute oft ein signifikanter Faktor zur Erreichung von Unternehmenszielen – also sollten die IT-Mitarbeiter sich auch daran messen lassen.

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Was macht das Erlebnis des Anwenders am digitalen Arbeitsplatz aus? Wie kann eine proaktive IT dazu beitragen und das gestalten?

Markus Köpfli von Mettler-Toledo: Die jüngeren Generationen wachsen mit einem ganz anderen, digitalen Verständnis auf als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Digital ist für diese Mitarbeiter kein Tool mehr, sondern wo das Leben überwiegend stattfindet. Veraltete und benutzerunfreundliche Systeme sind heute durchaus ein Faktor für junge Mitarbeitende, ein Unternehmen zu verlassen. Mobile und intuitive Lösungen sind heute nicht mehr die Kür, sondern werden von einer wachsenden Zahl an Mitarbeitenden vorausgesetzt. Entsprechend müssen die Systeme ausgelegt sein: Das Arbeiten von unterwegs und digitale Kollaboration maximal unterstützen, soziale Aspekte abbilden und mit einem hohen Grad an Automatisierung, repetitive, nicht wertschöpfende Prozesse abnehmen.

Wie wirkt sich diese proaktive Rolle auf die Zusammenarbeit mit Geschäftsführung und Fachabteilungen aus?

Markus Köpfli von Mettler-Toledo: Interdisziplinäre, selbstverantwortliche Teams aus Business und IT sind sicher die Zukunft. Das benötigt moderne Organisationsformen, aber auch mehr Enablement und Kommunikation. Führungskräfte sollten diese neuen Teams möglichst gut unterstützen. Manche nennen das „Servant Leadership“. Je mehr sich die IT-Mitarbeitenden mit den Unternehmenszielen identifizieren und diese verstehen und je mehr die Teams in der Lage sind selbst Entscheidungen zu Treffen und Verantwortung zu übernehmen, umso schneller wird die Innovation vorangehen.

Gender-Hinweis:

Zur besseren Lesbarkeit dieses Blogartikels verwenden wir das generische Maskulinum. Die in diesem Blogartikel verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.

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