Menschen bewegen „als gäbe es keine Schwerkraft“: UVEX CDO Preuschoff über Führung und Tanz

by Julia Hübsch

Auf der Suche nach einem passenden Geschenk? UVEX CDO Bernd Preuschoff vereint in seinem Buch „Als gäbe es keine Schwerkraft – BUSINESS-Leadership aus der Sicht eines Tänzers“ seine beiden Leidenschaften, Tanz und Digitalisierung und zeigt auf kurzweilige Art und Weise, was man als Führungskraft von der Welt des Tanzes lernen kann.

„Nähe und Offenheit sind für Tänzer unverzichtbar, wenn man im Wettbewerb erfolgreich sein möchte. Daher versuche ich auch heute noch, diese Nähe mit meinen Mitarbeitern und Partnern herzustellen und ich bin überzeugt, dass der Erfolg dieser Partnerschaften in diesem „Zusammen“ begründet liegt.“ Damit bringt Bernd Preuschoff auch das Motto der Confare CIO Events 2021 auf den Punkt: „The power of WE!“ Bevor wir ihn bei den Confare CIOSUMMITs in Wien und Zürich auch als Speaker begrüßen dürfen, hat uns Bernd mehr über seine Laufbahn als Tänzer, Digital Leader und Buchautor erzählt.

Wie sieht denn Ihr persönlicher Bezug zum Tanzen aus?

Ich habe mit 14 Jahren – auf freundliches, aber bestimmtes Anraten meiner Mutter hin – das erste Mal eine Tanzschule betreten. Mit 17 habe ich dann mein erstes Turnier getanzt und zehn Jahre lang an verschiedensten Orten quer durch Europa Wettkämpfe bestritten. Anfang der 90er Jahre habe ich dann meine Trainer-Lizenzen erworben und seitdem als Trainer & Choreograph für Einzelpersonen, Paare und Gruppen gearbeitet. Meine Frau habe ich in einer Tanzschule kennengelernt, ich habe eine eigene Tanzschule gegründet, meine Kinder sind dort im Unterricht groß geworden – was soll ich zum Thema „persönlich“ noch mehr sagen?

Würden Sie sagen, dass sich das auf Ihre Laufbahn ausgewirkt hat?

Einem selbst ist das ja nicht immer gleich so bewusst, aber in der Tat habe ich alles, was ich auf der Fläche gelernt habe, auch im Beruf angewandt. Schließlich bedeutet Tanzen, sich sehr intensiv mit seinem Partner auseinanderzusetzen, ihn zu lesen, zu verstehen, zu spüren. Diese Nähe und Offenheit sind unverzichtbar, wenn man im Wettbewerb erfolgreich sein möchte. Daher versuche ich auch heute noch, diese Nähe mit meinen Mitarbeitern und Partnern herzustellen und ich bin überzeugt, dass der Erfolg dieser Partnerschaften in diesem „Zusammen“ begründet liegt. Außerdem glaube ich, dass das Gestalten und Entwerfen einer Choreographie bzw. Performance (die es ja zu Beginn noch nicht gibt), mir viel beigebracht hat über das Arbeiten im Innovationsumfeld, wo ich heute aktiv bin und wo wir diese Art der Kreativität, des „Formens des Unbekannten“ und des Geschichtenerzählens, um Menschen dafür zu begeistern, ebenso benötigen. Schlussendlich, wenn ich meinen Lebenslauf ansehe, erkenne ich auch, warum ich immer wieder Positionen gewechselt habe genau in dem Moment, wenn eigentlich alles top lief: Für Tänzer ist „Fertig-Sein“ die größte Gefahr, denn es bedeutet Stillstand.

Inwieweit verändert denn die Digitalisierung die Rollen und Aufgaben von Führungskräften? Was konkret bedeutet denn Leadership im Digitalen Zeitalter?

Mit Blick auf die Digitalisierung, aber auch überhaupt auf die Entwicklungen in der Welt, besteht meiner Meinung nach unserer Hauptaufgabe als Chefs heutzutage darin, unsere Firmen und unsere Mitarbeiter durch Unsicherheit zu führen. Und das funktioniert nun mal nicht mehr mit dem Gedanken „Der Chef ist Chef, weil er alles am besten weiß“ – das ist nämlich nicht so, keiner von uns kann besser vorhersehen als andere, wie sich Pandemien, Handelskonflikte oder die Umwelt-Diskussion entwickeln. Wir müssen also unsere Organisation so aufbauen, dass sie schnell testet, lernt und sich bewegt; idealerweise in eine Richtung, an die wir alle glauben und von der wir überzeugt sind, dass unser Tun Sinn macht – auch diesen „Nordstern“ zu beschreiben, ist unsere Aufgabe als Führungskraft.

Was kann man als Führungskraft denn nun aus dem Tanzsport lernen?

Ich glaube, dass man vieles aus der Art, wie wir Tänzer an Höchstleistung herangehen, sie aufbauen und trainieren, mitnehmen kann in die Welt des Managements. Das beginnt mit dem Zuhören bei der „Musik des Unternehmens“, bevor man mit seinen Methoden losrennt. Dann geht es weiter mit dem Verstehen des Gegenübers und des Publikums: Ein Tanzpaar ist die kleinste Mannschaft der Welt und tritt vor hunderte von Menschen – ist das nicht auch oft so in unserer Geschäftswelt? Schlussendlich kann ein Blick ins Tanzen die Frage beantworten, was Führung eigentlich ist: Nämlich kein „Schieben“ oder „Ansagen“ – sondern ein kleiner, aber feiner Impuls, den der Partner interpretiert und mit seiner eigenen Leistung füllt. Übrigens der Grund, warum nicht nur „Führen“, sondern auch „Geführt-Werden“ gelernt sein will – denn nur, wenn alle Bestleistung bringen, kann das Team erfolgreich sein!

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Wo konnten Sie diese Erfahrung denn in der eigenen Führungsarbeit anwenden?

Das ist eine lange Geschichte und genau die ist ja Gegenstand des Buches. Da meine Teams und ich in den vergangenen Jahren viele namhafte Awards gewinnen durften, wurde ich in Interviews & Podcasts natürlich auch immer gefragt, wie das geht, dass man mehrmals hintereinander in Folge und über Jahre hinweg solche Erfolge realisiert. In diesen Gesprächen habe ich viel davon erzählt, was mich als Führungskraft geprägt hat – und das waren nun einmal drei Jahrzehnte auf der Fläche, als Athlet, als Trainer, als Partner. Meine Auszeichnung beim CIO des Jahres oder beim Digital Leader Award wären ohne mein Denken als Tänzer so nicht möglich gewesen – davon bin ich überzeugt.

Was erwartet die Leser Ihres neuen Buches?

Was ich den Leser(inne)n in meinem Buch anbieten möchte, sind Erzählungen aus meinem Leben und meiner Laufbahn, mit vielen kleinen Einblicken und Anekdoten aus der Welt des Tanzens und dem Versuch, diese in Impulse für unser Denken und Handeln als Führungskräfte zu übersetzen. Es ist eine Einladung, mir ein wenig auf die Fläche zu folgen, sich mit mir Bewegungen und Bilder anzuschauen und dadurch vermeintlich „altbekannte“ Themen, die uns im Management herausfordern, vielleicht noch einmal mit anderen Augen zu sehen. Wenn es mir gelingt, dass die Leser bei der Lektüre Musik auflegen, ab und an leise lächeln und danach mit diesem Lächeln in der Seele ihren Mitarbeitern und Kollegen begegnen, dann habe ich das erreicht, was wir Tänzer uns so wünschen: Wir haben Menschen bewegt – und das in mehr als nur einem Sinne!

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