Enterprise Architecture Management rules! Mit EAM Agilität, Resilienz und Innovationskraft steigern

by Fernando Ducoing

EY Senior Manager Roland Spitzenberger brennt für das Thema Enterprise Architecture Management. In der Vorbereitung des kommenden Confare Factsheets rund um EAM in Zusammenarbeit mit SparxSystems wollten wir von ihm wissen, warum ihn das Thema so sehr begeistert und warum es gerade jetzt eine so hohe Relevanz hat.

Wie sehen Ihre Erwartungshaltungen an das EAM aus? Was bringt EAM in der Praxis?

 Enterprise Architecture Management rules! Die Rolle und Bedeutung von EAM erlebt aus mehreren Gründen eine unbemerkte Renaissance: Neben Agilität in der Gestaltung digitaler Geschäftsmodelle ist Resilienz eines Unternehmens zu einem bestimmenden Wettbewerbsfaktor geworden. Mehr denn je wird eine Steuerungsfunktion benötigt, die in Transformationsstrategien bewährte IT-Services und Architekturkomponenten gezielt und schnell auf neue Wertschöpfungsmodelle ausrichtet (Multi-Speed-IT). Moderne Cloud Sourcing Strategien bieten ein ungeheures Potenzial an IT-Architektur­komponenten „on Demand“ die mit geeigneten scaled agilen Organisationsmodellen zu einer enormen Innovationskraft führen können. Gleichzeitig entstehen komplexe Anforderungen aus Compliance (z.B. GDPR) und Risikomanagement, um Retained Organisationen mit beherrschbarem Risken zu managen. Genau dafür kommt seit jeher EAM zum Einsatz.

Enterprise Architecture Management : EY Senior Manager Roland Spitzenberger Die Covidkrise hat viel verändert – Die Analysten von Gartner sind der Ansicht die Bedeutung des EAM sei dadurch deutlich gestiegen? Sehen Sie das ebenfalls so?

Nicht nur die Bedeutung von EAM ist gestiegen – auch die Anforderungen an Wirkungsweise und Ausgestaltung von EAM hat sich deutlich verändert. Die Krise hat deutlich gemacht, wie sehr solide Architektur-Basiskomponenten (z.B. Virtuelle Arbeitsplätze, Remote-Zugänge, Ausfallsichere Kernsysteme) und ein gesunder Überblick über die Leistungsfähigkeit erforderlich sind, um „weiterarbeiten“ zu können. EAM gibt hier die Antwort. Der Ruf nach strukturell entflochtenen und zuverlässigen IT-Architekturen mit klaren Aussagen zu Möglichkeiten der modularen Erneuerbarkeit und damit verbundenen Geschäftsfähigkeiten wird lauter. Plötzlich werden virtuelle weltweit agierende GSCs (Global Service Center) und entsprechende Cloud-basierte Architekturmodelle Überlebens wichtig. Umso mehr werden spätestens nach der Krise die Transformations­projekte durchstarten, die Enterprise IT-Architekturen auf ein klares Zielbild der Digitalisierung ausrichten können.

Wie wichtig ist EAM wenn es um die Digitale Transformation des Unternehmens geht?

Modernes EAM ermöglicht die strategische Steuerung der digitalen Transformation. Dabei stehen nicht mehr die großen komplexen EAM-Architekturmodelle im Mittelpunkt, sondern schlanke Ansätze wie z.B. Architectural Thinking. Dabei geht es einerseits um die Optimierung der Architektur digitaler Geschäftsmodelle mittels Demokratisierung von Architektur­management mit Prinzipien der Kollaboration und Partizipation. Gleichzeitig nimmt EAM auch viel stärker die Rolle des „strategischen Scheinwerfers“ (Continous Foresight) ein, um basierende auf Beobachtungen von Emerging Technologies Entscheidungsträger auf der Business- als auch auf der IT-Ebene in der digitalen Transformation zu leiten.

In welcher Form spielt EAM in Ihrer Organisation eine Rolle und wie ist es organisatorisch verankert?

EAM ist seit jeher ein integraler Bestanteil der IT-Transformationsberatung von EY. Ein gutes Verständnis der Unternehmensarchitektur ist eine Grundvoraussetzung für die wirkungsorientierte Beratung in der digitalen Transformation. Architektur-Blueprints reichen von integralen Technologie-Komponente (RPA, Blockchain, AI) bis zum sektorspezifischen digitalen Ökosystem. EY pflegt ein weltweites Netzwerk an Enterprise Architekten (EA), die in regem Austausch und Kollaboration dafür sorgen, dass EAM-Produkte (z.B. Cloud Architecture Governance Assessment, Agile EAM Office) gepflegt und laufend Ausbildungsprogramme (Digital Batches, Technology MBA) weiterentwickelt werden. Unsere Kunden werden in interaktiven Innovationsprogrammen (EY-Wavespace, CIO-Space) mit neuen Architekturen vertraut gemacht und gemeinsam innovative Geschäftsmodelle entwickelt.

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Welche Rollenbilder und Aufgaben gibt es rund um EAM?

Der EA steht für digitale Innovation, Sparring-Partner für den C-Level und Vermittler zwischen strategischen Geschäftsmodellen, der IT-Strategie und den Potenzialen der Emerging Technologies. Gemeinsam mit den Lösungsarchitekten sorgt der EAM für eine abgestimmte Architekturlandschaft.

Was macht einen Enterprise Architekten aus? Welche Fähigkeiten muss er mitbringen? Welches Know-how ist entscheidend?

Der EA bringt ein breites Basiswissen an IT (Software-Entwicklung, Infrastruktur, Security, Betriebsführung) als auch organisatorische Aspekte (Operating Model, Prozesse, IT-Governance) mit und vereint dies zur strategischen IT-Beratung. Weiters besteht beim EA ein gutes Verständnis für Risikomanagement und Compliance und letzten Endes ein Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Geschäfts- und Digitalisierungs-Strategie.

Was sind die schlimmsten Fehler und Missverständnisse, wenn es um EAM geht und wie kann man sie vermeiden?

Ein großer Fehler ist das fehlende Bewusstsein für die Beherrschung der Enterprise Architektur als strategischer Wettbewerbsfaktor. Es ist nicht das Ziel von EAM, die Organisation mit Bürokratie und unverständlichen Architekturmodellen zu „quälen“. Vielmehr darf der EA nicht als schwerfälliger „Regulator“ der IT verstanden werden, sondern muss als Vermittler und „Übersetzer“ gesehen werden, der mittels schlanker Methoden eine bestmögliche Anleitung und Ausrichtung von agilen digitalen Unternehmensarchitekturen ermöglicht. EAM gibt nicht die einziggültige IT-Architektur vor, aber bringt die Stakeholder dazu, gemeinsam die beste IT-Architektur zu entwickeln.

Welchen Impact hat EAM auf die Kommunikation in und über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinaus?

EAM richtig angewandt sorgt für ein belastbare schonungslose Gegenüberstellung von strategischen Geschäftsanforderungen mit digitalen Fähigkeiten der Enterprise Architektur. Ergebnis ist die verbesserte Kommunikation zu Risken und Potenzialen der digitalen Transformation. Methoden der Visualisierung und Modellierung von „leichten“ ausgewählten Architekturmodellen ermöglicht Abteilungs-übergreifende Ideation- und Innovationsprozesse. Kollaboration und Nutzenorientierung ermöglicht die vereinfachte (Big Picture) Sichtweise auf erforderliche Zusammenarbeitsmodelle (Sourcing-Architekturen) sowohl zum Kunden als auch zum Outsourcing-Partner.

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