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Green-IT – Strom, Ressourcen und elektronischer Abfall: Wie klimaschädlich ist die Digitalisierung? Gesetzliche Neuerungen, Technologie und Strategie

by Yara El-Sabagh

 OUT NOW im #Confare
Green-IT – Strom, Ressourcen und elektronischer Abfall: Wie klimaschädlich ist die Digitalisierung? Gesetzliche Neuerungen, Technologie und Strategie

Martin Madlo ist Geschäftsführer von Digitial Reality und seit Januar 2023 Präsident der neu gegründeten Austrian Data Center Association. Green-IT ist für einen großen Rechenzentrums-Betreiber mehr als nur ein Faktor von good will. Es geht um Energiekosten, rechtliche Vorgaben und Wettbewerbsfähigkeit. Im Vorfeld des www.ciosummit.at haben wir mit ihm darüber gesprochen, was CIOs heute über Green-IT wissen müssen.

Nachhaltigkeit und Co2 Bilanz der Digitalisierung sind Schlüsselthema auf Österreichs wichtigstem IT-Treffpunkt, dem Confare #CIOSUMMIT. In eigenen einstündigen Workshops stehen hochkarätige IT-Entscheider Rede und Antwort, teilen Erfahrungen und geben Ratschläge:

Zum Beispiel:

Green-IT – Rechtliche Vorgaben und wirtschaftliche Faktoren … mit Martin Madlo, Digitial Reality, Präsident der Austrian Data Center Association.

Mehr als 555 IT-Chefs sind bereits für das Confare #CIOSUMMIT angemeldet – Haben Sie bereits Ihr Ticket?

greenWie nachhaltig ist die Digitalisierung, wie wir sie heute betreiben?

Die Digitalisierung hat zweifellos viele Vorteile und Potenziale: Effizienzsteigerung von Arbeitsprozessen, der Nutzung von Ressourcen sowie die Verbesserung der Lebensqualität, um nur einige zu nennen. Gleichzeitig bringt sie auch eine Reihe von wichtigen Herausforderungen und Nachhaltigkeitsfragen mit sich.

Ein Aspekt ist der hohe Energiebedarf von digitalen Technologien wie Rechenzentren, Servern und Endgeräten. Der stetig wachsende Datenverkehr und die zunehmende Nutzung von KI-Systemen und anderen ressourcenintensiven Anwendungen führen zu einem enormen Energiebedarf. Dies für sich betrachtet, hat negative Auswirkungen auf die Umwelt und den Klimawandel, jedoch muss hier entgegengehalten werden, welche Energieeinsparung durch die zuvor beschriebenen Effekte erzielt werden können.

Ein weiteres wichtiges Thema ist der elektronische Abfall (E-Waste). Die ständige Erneuerung von Hardware und die steigende Anzahl von Elektronikprodukten führen zu einer großen Menge an Abfall, der oft nicht ordnungsgemäß entsorgt wird und somit die Umwelt belastet.

Was macht einen nachhaltigen Rechenzentrumsbetrieb heute aus?

Vor allem effektive Kühlsysteme und, wo umsetzbar, Wärmerückgewinnung tragen dazu bei, den Energiebedarf deutlich zu reduzieren. Dazu gehört aber auch die Verwendung von erneuerbaren Energien wie Wasser, Solar – und Windenergie, die Implementierung von Virtualisierung-Technologien, um die Server-Auslastung zu maximieren, und die Verwendung von energieeffizienten Hardware-Komponenten. Darüber hinaus sollte ein nachhaltiger Rechenzentrumsbetrieb eine umfassende Abfall- und Recyclingpolitik umfassen, um den Elektroschrott zu minimieren um die bestehenden Ressourcen optimal zu nutzen.

Ein wesentlicher Schlüssel, um all diese Maßnahmen bestmöglich wirksam zu machen, liegt darin, schon in der Planungsphase eines Rechenzentrums über entsprechendes Know-how beispielsweise zum Thema Energieeffizienz zu verfügen. Diese Maßnahmen gilt es dann im laufenden Betrieb konsequent umzusetzen, zu messen und laufend weiter zu verbessern.

Ein nachhaltiger Rechenzentrumsbetrieb umfasst also eine Kombination aus vielfältigen Ansätzen, um den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Was sind die wichtigsten Rechts- und Regulierungs-trends, wenn es um Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im IT-Betrieb geht?

Eine der wichtigsten Entwicklungen sind verbindliche Vorgaben und Zertifizierungen wie zb. 50001, Energiemanagement.

Ebenso gewinnen Nachhaltigkeitsstandards wie das ISO 14001-Umweltmanagement oder das EPEAT-Programm an Bedeutung. Die EU-Klimapolitik und die Umsetzung der Energieeffizienzrichtlinie oder das EU-Rats Paket „Fit für 55“ bringen zudem neue Vorgaben, die den Einsatz erneuerbarer Energien und die Reduzierung des Energieverbrauchs im IT-Bereich fordern. Dieser spürbare Trend zu mehr rechtlichen & regulatorischen Vorgaben im Bereich Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im IT-Betrieb wird sich in Zukunft vorraussichtlich noch weiter verstärken.

Neben der Rechtslage, welche weiteren Anreize gibt es für IT-Entscheider sich heute mit dem Thema Green-IT auseinanderzusetzen?

Der wirksamste Anreiz ist nach wie vor, dass eine nachhaltige IT-Strategie zu Kosteneinsparungen führt. Ein effizienterer Energieverbrauch und eine bessere Auslastung der Hardware führt zu messbar niedrigeren Stromrechnungen. Auch bei der Kundengewinnung & Kooperation mit Partnern spielen die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards und -vorgaben aber eine immer wichtigere Rolle. Immer mehr Kunden und Geschäftspartner sehen diese als Voraussetzung für eine Zusammenarbeit– Tendenz weiter steigend.

Darüber hinaus verbessert eine grüne IT-Strategie auch die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Kunden. Die Mitarbeiter von heute identifizieren sich nicht nur mit den wirtschaftlichen Zielen, sondern auch mit der Frage, welchen Einfluss ihr Unternehmen auf die Umwelt hat. Gleichzeitig ist auch bei vielen Kunden ein wachsendes Bewusstsein für Umweltthemen bemerkbar die nachhaltige Unternehmen bevorzugen.

Was können CIOs und IT-Manager von professionellen Data Center Unternehmen wie Digital Reality lernen?

Professionelle Rechenzentrumsanbieter beschäftigen sich logischerweise schon seit vielen Jahren mit dem Thema Green-IT. Gerade bei den Themen Energiemanagement und Umweltmanagement war unsere Branche eine der ersten, die maßgebliche & messbare Erfolge in diesem Bereich vorweisen konnte. So wurde zum Beispiel schon 2008 der European Code of Conduct for Data Centres veröffentlicht und seit dem jährlich an die aktuellen technischen Entwicklungen und Trends angepasst.

Welche Rolle spielt die Austrian Data Center Association auf dem Weg zu einem grüneren IT-Betrieb?

In ganz Europa haben sich Data Center Provider zu nationalen und internationalen Verbänden zusammengeschlossen. Diese Verbände soll einerseits die Brache in der Öffentlichkeit vertreten und die wichtige Rolle von Rechenzentren in Wirtschaft, Gesundheit und anderen Bereichen betonen. Andererseits sind sie Ansprechpartner der Politik bei der Ausarbeitung von Vorschlägen zu den relevanten Themen auf EU-Ebene und bei der Umsetzung der Richtlinien auf Landesebene. Diese Rolle übernimmt die vor kurzem gegründete Austrian Data Center Assoziation hier in Österreich.

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