So gelingt Traditionsunternehmen die Transformation zum „Software Driven Enterprise“

by Fernando Ducoing

Antworten auf 5 entscheidende Fragen von Profis für Profis

Software Driven Enterprise

powered by

Objectbay

1. Wie kann ich auf dem digitalen Parkett mit den großen Playern wie Amazon und Google mithalten?

Unternehmen, die Jahre und Jahrzehnte in heiß umkämpften Märkten erfolgreich waren, Kunden gewonnen und gehalten haben und mit bahnbrechenden Innovationen die Zukunft gestaltet haben, sehen sich auf der digitalen Spielwiese mit neuen, gänzlich anderen Mitbewerbern konfrontiert. Deren Geschäftsmodelle basieren auf Software, sind Daten getrieben und technologieorientiert. Kann man da überhaupt noch mithalten?

Nein, es gilt nicht diesen neuen Playern in ihrer ureigensten Domäne entgegenzutreten, sondern die eigenen Fähigkeiten anzureichern, um auch in Zukunft im eigenen Markt erfolgreich zu sein.

Daniel Haslinger (Objectbay)

Es geht nicht darum, so zu werden wie Google, sondern vielmehr darum von Technologieunternehmen zu lernen, die notwendigen Kenntnisse aufzubauen und sich auch mit der Nutzung von neuen technologischen Möglichkeiten im Zusammenhang mit zum Beispiel Künstlicher Intelligenz, Machine Learning, Robotics, Augmented und Virtual Reality oder Industrie 4.0 auseinanderzusetzen, damit der digitale Wandel gelingen kann.“ Daniel Haslinger, Objectbay

Dieses Lernen bringt zwangsläufig aber auch eine organisatorische Veränderung, so dass sich nicht nur Technologien, sondern auch Produkte, Führungsstil, Organisation und Kundenbeziehungen verändern.

Die firmenspezifische Entwicklung und Investition verschiebt sich in den Datenbereich und die Standardorientierung und Kostenorientierung ist im Prozessbereich. Ein unternehmerisches Alleinstellungsmerkmal zur Differenzierung zum Wettbewerb liegt in der Analyse der Daten und dem Abbilden des Knowhows in der Software und damit wird jedes Unternehmen, das seinen Vorteil in seinen Daten sieht, sich wie ein Softwareunternehmen (teil)aufstellen.“

Helmut Draxler, Burckhardt Compression Group

Helmut Draxler (Burkhardt Compression)

Eine verbreitete Fehleinschätzung ist, dass es reicht, das ein oder andere Software- oder Technologieprojekt erfolgreich umzusetzen, um ein disruptiver digitaler Gamechanger zu werden. Man stößt hier weitreichende Veränderungen an. Umso wichtiger ist es, dass IT, Organisationsentwicklung und HR sowie das gesamte Board involviert sind.

Coming Soon
Wie weit ist Ihr Unternehmen auf dem Weg zum Data Driven Business?
Wie weit ist Ihr Unternehmen auf dem Weg zum Data Driven Business?
Wie weit ist Ihr Unternehmen auf dem Weg zum Data Driven Business?
DON´T GET LOST – BE UP TO DATE?

Mit dem Confare NEWSLETTER am neuesten Stand bleiben und die Ergebnisse der Umfrage erfahren. Gemeinsam.Besser.Informiert

Newsletteranmeldung

2. Wie lange dauert denn die Digitale Transformation eines Unternehmens? Und wer muss involviert sein?

Eine verbreitete Fehleinschätzung ist, dass es reicht, das ein oder andere Software- oder Technologieprojekt erfolgreich umzusetzen, um ein disruptiver digitaler Gamechanger zu werden. Man stößt hier weitreichende Veränderungen an. Umso wichtiger ist es, dass IT, Organisationsentwicklung und HR sowie das gesamte Board involviert sind.

Hannes Wambach, Objectbay

Dies ist allerdings kein einmaliges IT-Projekt, sondern ein Prozess von kontinuierlicher Verbesserung und Innovation. Bei der Umsetzung ist die Zusammenarbeit mit professionellen Softwareentwicklungspartnern ein durchaus empfehlenswertes Mittel, um rasch Ergebnisse zu erzielen und von diesen zu lernen.” Hannes Wambach, Objectbay

Mein Credo lautet: „Ein großes Softwareprojekt, wie zum Beispiel eine ERP-Einführung oder Migration, ist kein IT-Projekt, sondern ein OE-Projekt. Denn bei so einem tiefgreifenden Wandel bekommt man zumindest neue Prozesse, ziemlich sicher aber auch neue Organisationsstrukturen. Das ist eine große Herausforderung. Man braucht:

Gunther Glawar
  • zumindest einige interne, interessierte und engagierte Leute, die mitziehen, die wirklich wollen. Dabei ist es wichtig, die bestehenden Prozesse zu kennen – noch viel wichtiger ist, dass man in der Lage ist, sich das Neue vorzustellen. Klingt leichter als es ist, vor allem, wenn es stark eingefahrene Bahnen gibt. Es gilt die Scheuklappen für die eigenen Prozesse abzulegen und sich auf Alternatives einzulassen.
  • externe Unterstützung, jemand, der solche Transformationen schon gemacht hat und das Ziel kennt. Als Treiber des Changes brauche ich auch einen Sparring-Partner, jemanden, mit dem ich meine Ideen und Pläne gut reflektieren kann.
  • das Bewusstsein, dass ein umfangreicher Change Prozess vor uns liegt. Man muss sich im Klaren sein, dass manche mit Freude mitgehen werden, andere verständliche Bedenken haben. Soweit es möglich ist, ist es wichtig, auf die Besorgten zu hören und zu versuchen, auch diese ins Boot zu holen. Gunther Glawar, EVVA

3. Welche Auswirkungen haben die technologischen und organisatorischen Veränderungen auf die Beziehungen zum Kunden?

Ob Dienstleistung, Handel, Finanz oder Produktion, ob am POS oder durch IoT Komponenten am Produkt: IT und Software gestalten nicht nur das Unternehmen, sondern wirken bis zum Endkunden. Das bedeutet aber, dass man bei Entwicklung, Implementierung und Wartung anders denken muss als bisher. Plötzlich leidet nicht mehr der Sachbearbeiter an einer unangenehmen Eingabemaske, sondern man verärgert Partner und Kunden mit sperriger User Experience. Wenn etwas nicht funktioniert, kann sich der Anwender vielleicht nicht mehr informieren, bestellen oder bezahlen. Die Konkurrenz ist dann nur einen Klick entfernt.

Daniel Haslinger (Objectbay)

Es dreht sich letztlich alles um die Frage der User Experience. Unternehmen, die echte User Experience liefern wollen, müssen immer den Kunden bzw. den Anwender in den Mittelpunkt stellen. Die eingesetzte Software muss neben einer einfachen und ansprechenden Gestaltung so offensichtlich in der Bedienung sein, dass sie den Benutzer voll und ganz in seinem Vorhaben unterstützt, egal ob dieser einen Desktop, ein Tablet oder ein Smartphone benutzt.” Daniel Haslinger, Objectbay

Industrieunternehmen sind immer mehr gefordert, intelligente Produkte zu liefern. Sie enthalten Sensoren, Steuerungs-Software und IoT Komponenten.

Die ANDRITZ Gruppe ist trotz Fokus auf Maschinen- und Anlagenbau seit Jahren auch ein Software-Unternehmen. Die erste Software wurde bereits in Cobol geschrieben. Die entscheidende Veränderung ist, dass die Software, die wir bis vor 10 Jahren entwickelt haben, ausschließlich für den ANDRITZ internen Einsatz gedacht war. Wohingegen im digitalen Zeitalter immer mehr Software-Produkte für die Verwendung durch unsere Kunden entstehen.” Klaus Glatz, Andritz

Klaus Glatz, Andritz

So muss das Unternehmen dann tatsächlich Strategien, Prozesse und Best Practices aus der Softwarebranche übernehmen.

Helmut Draxler (Burkhardt Compression)

Nicht zu vergessen ist auch der Unterhalt und die Pflege von solchen Softwarebausteinen z. B. in EDGE-Devices auf den Produkten. Hier muss ebenfalls gepatched, verteilt, getestet etc. werden. Software wird zum Teil des Produkts, bei Burckhardt Compression zum Teil des “connected” oder “intelligent” Kompressors.” Helmut Draxler, Burckhardt Compression Group

4. Brauche ich dazu neue Fähigkeiten?

Die klassische Trennung zwischen IT und Business macht immer weniger Sinn. Das schlägt sich aber erst zögerlich in Ausbildung und Recruiting-Strategien nieder. Dabei entstehen gerade jetzt neue Rollenbilder.

Ich brauche heute Menschen, die NICHT die aktuellen, sondern die zukünftigen, optimierten Geschäftsprozesse in der IT abbilden können. Das ist heute nicht mehr der klassische Programmierer, sondern eher ein IT-affiner Business-Architekt. Es braucht Menschen, dir vor allem EINE sehr wichtige Fähigkeit haben: Bestandsprozesse kritisch zu hinterfragen und Ideen zu entwickeln und kurzfristig umsetzen zu können, ohne dabei das Big Picture aus den Augen zu verlieren. Darauf wird es immer mehr ankommen, wenn ich meine Klientel (Mitarbeiter, Kunden usw.) ZEITNAH (kurze Time-2-Market) bedienen möchte.” Nino Messaoud, Barry Wehmiller

Susanne Tischmann - Digitale Innovation

Requirements Engineering aber auch Design Thinking Methoden, Analysefähigkeiten zu Daten sind dabei entscheidende Faktoren. Jedenfalls werden aber auch Menschen gebraucht, die sowohl Verständnis für Software und deren Funktionsweisen und Möglichkeiten haben, als auch die Prozesse und Abläufe im Unternehmen nachvollziehen können. Letztendlich sind die Skills für Change-Management immens wichtig, denn nichts anderes als permanente Änderung ist die Voraussetzung für jeden erfolgreichen Wandel.” Susanne Tischmann, ÖAMTC

Es ist letztendlich Diversity, die gefragt ist, um unterschiedliche Perspektiven und Möglichkeiten zur Innovation aufzuzeigen.

Natürlich braucht es Technologie- und Softwareprofis, um Unternehmen voranzubringen. Aber auch bei digitalen Produkten und im Projektmanagement sind Experten gefragt. Ein bunter Mix aus diesen unterschiedlichen Disziplinen sowie aus erfahrenen und jüngeren Kolleginnen und Kollegen ist entscheidend für den Erfolg.” Thomas Zapf, Verbund

Thomas Zapf, Styria Media Group
Ali Aram

Wesentlich ist, dass es IT-affine Product Owner in den Fachbereichen gibt und Business-affine Technologieexperten in der IT. Wenn es die Organisationen dann noch meistern eine gute Projektorganisation und -steuerung zu schaffen, steht einer erfolgreichen Umsetzung wenig im Weg.” Ali Aram, EY

5. Welche Technologien und Methoden sind dabei entscheidend?

Auch hier ist Lernen gefragt. Programmiersprachen von anno dazumal haben an Bedeutung verloren. AI bietet ganz neue Möglichkeiten und mit Agilem Management, Scrum und DevOps funktioniert Software-Entwicklung heute auch anders. No-Code und Low-Code Ansätze, sowie Plattformkonzepte bieten revolutionäre Möglichkeiten im Bereich Produktentwicklung und Time to Market.

Die Zeiten des line-basierten Codings in welcher Sprache auch immer, sind immer mehr vorbei. Wenn ich Themen wie Time to Market, Entwicklungs-, Maintenance- und Trainingskosten berücksichtige, dann geht der Trend immer mehr in Richtung von No-Code und Low-Code Plattformen.” Nino Messaoud, Barry Wehmiller

Hannes Wambach, Objectbay

Das fordert auch das Umdenken von Lösungen auf eine moderne Art und Weise, indem agile Entwicklungsmethoden eingeführt, neuere Infrastrukturelemente wie Micro Services eingebunden und DevOps etabliert werden. Das Ziel dabei ist immer bessere Lösungen schnell in die Hände der User zu bringen und gleichzeitig die Sicherheit und Qualität der gelieferten Software zu gewährleisten. Dies bedeutet auch, die Qualität der User Experience nicht nur mit ähnlichen Angeboten von Wettbewerbern, sondern auch mit der Software führender digitaler Unternehmen zu vergleichen. Können beispielsweise Kunden mit dem Unternehmen so einfach Geschäfte machen wie mit Amazon?” Hannes Wambach, Objectbay

Moderne Microservices gepaart mit neuen Deployment Modellen zu wesentlich geringeren (Reibungs)-Kosten schaffen völlig neue Möglichkeiten, Standard- und Individualsoftware zu koppeln. Wenn ich dann noch API-Modelle baue, wo unterschiedliche Softwareteile wie LEGO-Steine zusammengesetzt werden können, und das von Artificial Intelligence erledigen lasse, entstehen völlig neue Möglichkeiten, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.  Software wird in Zukunft selbst-adaptiv, hochgradig vernetzt, und das Ergebnis von Dataset Learning sein, nicht auf Basis eines von Menschen aktiv geplanten Funktionsbaukasten oder einer Architektur.Eric-Jan Kaak, Spar ICS

Eric-Jan Kaak
Mehr zum Thema finden Sie im neuen Software Transformation Factsheet 2021.
Für Sie GRATIS zum Downloaden:
Confare Factsheet - Software Transformation

Interessante Videos zu diversen Themen finden Sie auf unserem YouTube-Kanal.

Für Sie ausgewählt

Leave a Comment