ERP in der #Cloud und mobil – Hartwig Gfreiner, SAP, im Gespräch darüber, wie sich Unternehmen verändern und was das für das ERP bedeutet

by Michael Ghezzo

Im Gespräch mit Hartwig Gfreiner von SAP über die wichtigsten ERP Trends, was man von einer modernen Lösung erwarten darf und was SAP tut um Cloud ERP für seine Kunden sicher zu gestalten.

Was sind die 3 wichtigsten Trends im ERP Markt?

In den letzten Jahren ist wieder Bewegung in den ERP Markt gekommen, die sich in technischen und funktionalen Erweiterungen widerspiegelt.

Die Geschäftswelt befindet sich inmitten der digitalen Transformation: Die Industrie 4.0 revolutioniert die Fertigung und vernetzte Gegenstände bieten Unternehmen gänzlich neue Möglichkeiten. Auch Big Data und die immer differenziertere Auswertung von Daten sowie die Datensicherheit spielen zunehmend eine Rolle. Für Unternehmen heißt es, die Herausforderungen anzunehmen und sich frühzeitig anzupassen, um die Potenziale auszuschöpfen.

Dazu zählt vorrangig das Thema „Internet of Things“, das Softwarehersteller vor neue Herausforderungen gestellt hat. Es muss nicht immer die vielfach zitierte M2M (Machine to Machine) -Kommunikation sein, es reicht auch die steigende Digitalisierung der verfügbaren Information. Nur Unternehmen, die in der Lage sind große Mengen an unterschiedlichen Daten in immer kürzeren Verarbeitungszyklen aufzubereiten, können langfristig am Markt reüssieren. Mit dem exponentiellen Wachstum der Daten werden einfache Datenanalysen somit nicht mehr genügen und eines der zentralen Themen ist auch, die „richtigen“ Informationen aus den Datenbergen hervorzubringen.

Als zweiter Trend ist die bereits länger anhaltende Mobilisierung der Endanwender zu sehen. Nachdem die hardware-technische Entwicklung auch vor unserem Privatbereich nicht haltmacht, war es an der Zeit die Endgeräte für Businesszwecke optimal zu nutzen. Es ergeben sich neue Möglichkeiten der mobilen Nutzung, die gleichermaßen eine Änderung der Arbeitsweisen fordert. Wer Daten in Echtzeit zur Verfügung stellt, muss auch dafür sorgen, dass die Informationen jederzeit an den Endanwender gelangen.

Der dritte Trend hängt unmittelbar mit den beiden bereits genannten Trends zusammen. Durch die „Mobilisierung“ der Arbeitswelt sind auch neue Betriebsmodelle gefordert, die größtmögliche Flexibilität bieten. Noch 2012 war zu hören, dass die „Cloudwelle“ erst in 5-6 Jahren erwartet wird, heute sind wir bereits der am stärksten wachsende Cloud-Anbieter

Was ist das Neue an ERP aus der Cloud? Wie verändert Cloud Technologie die Nutzung von ERP Systemen?

Viele Unternehmen sind an einem Wendepunkt angelangt, was ihre IT-Landschaft und Innovationen in Geschäftsprozessen betrifft. Sie benötigen erweiterte Funktionen, müssen ihre Anwender mit neuen Benutzeroberflächen unterstützen sowie bislang separat gesteuerte Geschäftsprozesse und isolierte Anwendungen in einem ganzheitlich ausgerichteten Unternehmenssystem zusammenführen. Damit dies ohne größere Beeinträchtigung des laufenden Geschäftsbetriebs geschehen kann, ist eine cloudbasierte Lösung erforderlich, die auch Hybridumgebungen mit den neuesten technischen Innovationen unterstützt.

Die SAP S/4HANA Cloud Edition stellt dafür eine Grundlage bereit, die ohne Betriebsunterbrechung Mehrwert schafft. SAP S/4HANA basiert vollständig auf der leistungsfähigen In-Memory-Plattform SAP HANA und sorgt mit der Benutzeroberfläche SAP Fiori für ein personalisiertes Anwendererlebnis. SAP S/4HANA setzt damit völlig neue Maßstäbe, wie Unternehmenssoftware über unterschiedliche Branchen hinweg Mehrwert schaffen kann.

Die Cloud Technologie kommt dabei dem Anspruch den Anwender entgegen, schneller und direkter auf Informationen und Workflows zugreifen zu können.

Die neue Suite stieß im Markt auf überwältigende Resonanz. Aktuell haben sich bereits mehr als 370 Kunden für SAP S/4HANA entschieden.

Welche Bedenken haben Kunden, wenn es um den Cloud Einsatz geht? Sind diese berechtigt?

Wie sicher lagern unsere Geschäftsdaten in der Cloud? Diese Frage beschäftigt viele Unternehmen wen es um den Einsatz von Cloudlösungen geht.

Wir entwickeln unsere Cloud-Software mit derselben Sorgfalt und denselben Sicherheitsmechanismen, wie wir es auch für unsere traditionellen On-Premise-Lösungen tun. Sicherheit beginnt für uns dabei bereits bei der Entwicklung. Nur so haben wir bereits früh im Prozess einen sehr großen Einfluss auf die spätere Qualität der fertigen Lösung. Außerdem warten wir unsere Cloud-Lösungen kontinuierlich und mit höchster Sorgfalt. Zum Beispiel sorgen wir mit regelmäßigen Updates dafür, dass stets die aktuellen Sicherheitsstandards zum Einsatz kommen.

Zudem verfolgen wir bei SAP einen ganzheitlichen Ansatz. Denn wenn von Sicherheit in der Cloud die Rede ist, wird häufig nur die Software-Ebene betrachtet. Eine qualitativ sichere Lösung muss aber neben der Software- auch die Plattform- und die Infrastruktur-Ebene berücksichtigen. Eine gute, stabile Cloud-Lösung braucht eine ebenso gute und sichere Plattform und Infrastruktur. Deshalb beschränkt sich Sicherheit für uns nicht bloß auf die Softwareentwicklung. Sie umfasst auch die Art und Weise, wie unsere Lösungen betrieben werden und wie die dazugehörige Infrastruktur aufgebaut ist. Hierzu gehören der Betrieb unserer Rechenzentren, ein sicherer Datenzugriff sowie das Management der Daten. Mit sensiblen Kundendaten umzugehen, ist für SAP übrigens nichts Neues: Wir haben seit über 40 Jahren Erfahrung darin, Kundendaten zu verwalten, weil wir diese auch schon in der On-Premise-Welt für unsere Kunden gehostet haben. Diese Erfahrung kommt heute auch unseren Cloud-Kunden zugute.

Wir bieten übrigens regelmäßig Touren durch unser Rechenzentrum in St. Leon-Rot an, das man auch virtuell unter http://www.sapdatacenter.com  besuchen kann. Hier zeigen wir ausführlich, welche Maßnahmen wir hinsichtlich physischer Sicherheit, Netzwerksicherheit, Backups oder Compliance betreiben.

Was sind die Perspektiven von ERP? Sind ERP Systeme ausgereizt oder stehen noch weitere Revolutionen an?

Ganz im Gegenteil – so wie sich die Arbeitswelt und die Geschäftsmodelle laufend weiterentwickeln, sind auch die Hersteller permanent gefordert.

Ein modernes ERP-System muss beliebig mit dem Unternehmen mitwachsen. Es sollte jeweilige nationale sowie internationale Richtlinien, rechtliche Rahmenbedingungen und Compliance-Anforderungen berücksichtigen. Auch der Zugang zu anderen Systemen wie das Customer Relationship Management (CRM) oder Business Intelligence (BI) sollte problemlos möglich sein, ebenso wie eine Anbindung von Kunden sowie Lieferanten über moderne Schnittstellen. Außerdem sollte die Integration neuester Technologien wie Mobility, Analytics auf Basis der In-Memory-Technologie und Cloud Computing möglich sein. Denn Unternehmen wollen zunehmend zeit- und standortunabhängig auf ihre Daten zugreifen und diese in Echtzeit auswerten können.

Auch wird es für Unternehmen zunehmend wichtig, die Stimmungen und Trends im Internet zu verstehen. Sie müssen wissen, was Kunden über ihre Produkte, Services und ihre Marke sagen. Nur so sind sie in der Lage, Kunden gezielter, und damit erfolgsversprechender, anzusprechen und sie einfacher bei der Produktentwicklung einzubeziehen. Mit Cloud-Lösungen für das Management sozialer Medien von SAP können Unternehmen ihre Kunden positive Anwendererlebnisse bieten und somit ihr Markenimage schützen und verbessern.

Ich bin mir sicher, dass wir in diesem Bereich  noch viele spannende Entwicklungen sehen werden, vor allem im „mobile ERP“.

Auf dem Confare ERP Infotag zeigt SAP die Umsetzung von ERP in der Cloud bei Techsoft. Der ERP Infotag ist Österreichs wichtigster Treffpunkt für ERP Entscheider. Für Anwender und Entscheider ist die Teilnahme kostenlos – www.erp-infotag.at

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